Brasilien: Guerillera gegen Umweltaktivistin

28 08 2014
SENDUNG: Ö1 Mittagsjournal, Donnerstag, 28. August 2014
Ö1 zum Nachhören

In etwa einem Monat wählt Brasilien eine neue Präsidentin. Amtsinhaberin Dilma Rousseff hat eine gefährliche Gegnerin bekommen: Nachdem der sozialdemokratische Präsidentschaftskandidat Eduardo Campos bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist, tritt statt ihm die ehemalige Umweltministerin Marina Silva an. Die Umfragen zeigen, dass sie tatsächlich gewinnen könnte.

(c) Johannes Schmidt

Andere Politik oder More of the Same?

Es herrscht Wahlkampf in Brasilien. Die Straßen sind zugepflastert mit den Gesichtern der Kandidaten und Kandidatinnen. Der Privatsender Band zeigte diese Woche das erste große Duell der sechs Spitzenkandidaten und -kandidatinnen. Die Beliebtheit von Präsidentin Dilma Rousseff ist drastisch gesunken seit den Massen-Demonstrationen im Vorfeld der Fußball WM. Das will Herausfordererin Marina Silva von der sozialdemokratischen Partei für sich nutzen: „Als die Menschen vergangenes Jahr auf die Straßen gingen, hat die Regierung alles Mögliche versprochen: einen Bildungspakt, besseren öffentlichen Verkehr, Kontrolle der Inflation. Nichts davon hat funktioniert? Warum? Was ist schiefgelaufen?“

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Fußball und Politik

21 08 2014
SENDUNG: Ö1 Mittagsjournal, 21. August 2014
Ö1 zum Nachhören

Wenige Wochen nachdem die Fußball WM zu Ende gegangen ist, beginnt in Brasilien der Wahlkampf. Anfang Oktober finden Präsidentschaftswahlen statt. Die WM selbst hat ja die brasilianische Bevölkerung stark polarisiert, immer wieder gab es im Vorfeld Demonstrationen gegen das Mega-Event. Die Menschen forderten stattdessen mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit. Wird Präsidentin Dilma Rousseff im Herbst die Rechnung dafür präsentiert bekommen? Überschattet wird der Wahlkampfauftakt übrigens auch durch einen tragischen Flugzeugabsturz, bei dem der sozialdemokratische Kandidat Eduardo Campos ums Leben kam.

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Stimmenverlust wegen WM-Debakel?

Nach der WM ist vor den Wahlen. Das wurde schon während des Events klar. Vor WM-Beginn stand die Mehrheit der Bevölkerung dem Fußball-Event ablehnend gegenüber. Gleichzeitig sanken die Umfragewerte von Präsidentin Dilma Rousseff. Diese vermied das Thema WM in ihren öffentlichen Auftritten und verzichtete auf eine Eröffnungsrede. Doch dann wurden die Brasilianer vom Fußballfieber gepackt, es lief zunächst gut für die brasilianische Mannschaft und auch organisatorisch funktionierte alles mehr oder weniger reibungslos. In der Bevölkerung stieg die Zustimmung zur WM – und auch zur Präsidentin, erinnert sich Argemiro de Alemeida, Aktivist im Volkskomitee gegen die WM: „Fußball ist so eine große Leidenschaft in Brasilien, dass sie auch politisch eine Rolle spielen kann. Natürlich hätte die Regierung einen WM-Sieg für sich ausgenutzt. Umgekehrt bietet die Niederlage gegen Deutschland der Opposition die Möglichkeit, gegen die Regierung zu wettern.“ Den Rest des Beitrags lesen »