Breaking the Silence: Israelische Ex-Soldaten erzählen

24 02 2009

SENDUNG: Globale Dialoge, Februar 2009, ORANGE 94.0

Schlafstörungen – auch damit müssen Palästinenser und Palästinenserinnen in einigen der besetzten Gebiete leben. Dann man kann nie wissen, wann israelische Soldaten mitten in der Nacht ins Haus stürmen, die Familie aus den Betten reißen und die Wohnung durchwühlen. „Es geht darum, die palästinensische Bevölkerungen spüren zu lassen, dass sie immer unter Beobachtung steht“ erklärt der ehemalige Soldat Yehuda Shaul, „der israelischen Bevölkerung will die Regierung allerdings weismachen, dass es sich um eine Besatzung mit Samthandschuhen handle.“ Yehuda Shaul ist Mitbegründer der israelischen NGO „Breaking the Silence„. Diese Gruppe von Ex-Soldaten hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Landsleute darüber aufzuklären, wie tatsächlich der Alltag in den besetzten Palästinensergebieten aussieht. So organisieren sie zum Beispiel geführte Exkursionen nach Hebron – einer der konfliktreichsten Städte im Westjordanland.

Hebron (c) Breakingthesilence

Spaziergung durch eine Geisterstadt

In der Altstadt von Hebron war früher ein lebendiger arabischer Markt. Heute gleicht das Zentrum einer Geisterstadt. Die Rolläden der ehemaligen Geschäfte sind geschlossen. Auf die meisten sind blaue Judensterne gesprüht. Aber es gibt auch schlimmere Schmiereien in Hebron: „Alle Araber in die Gaskammern“ zum Beispiel. Man sieht kaum Menschen auf der Straße – abgesehen von den Soldaten und den Siedlern, die uns verfolgen. „Palästinenser dürfen gar nicht auf dieser Straße hier gehen“, erklärt unser Guide, Michael Menkins von Breaking the Silence. Den Rest des Beitrags lesen »





„Not in my name“: Unterwegs mit israelischen Friedensaktivistinnen

24 02 2009

SENDUNG: Globale Dialoge, Februar 2009, ORANGE 94.0

Schlangestehen. Daran sind die PalästinenserInnen im von Israel besetzten Westjordanland gewöhnt. Auf alltäglichen Wegen zur Universität, zur Arbeit oder aufs Feld müssen sie zahlreiche Checkpoints passieren. Man weiß nie, wie lange man für die 20 Kilometer von A nach B braucht und ob sie einen auch wirklich nach B lassen. Die Frauen der israelischen NGO „Machsom Watch“, fahren Tag für Tag zu den Checkpoints ins Westjordanland, um zu dokumentieren, was dort an Schikanen und Menschenrechtsverletzungen passiert.

(c) machsomwatch

Ein ungleiches Paar

„Ich hasse diesen Checkpoint“, sagt Sarah schon beim Aussteigen. Es handelt sich hier nur um eine kleine Straßensperre mit vier Soldaten. „Warum, was ist so besonders an diesem Checkpoint“, will ich wissen. Ob die Soldaten hier irgendwie unangenehmer seien, als woanders? „Nein“, entgegnet Sarah, „aber ich hasse sie alle.“ Den Rest des Beitrags lesen »





Zwischen Fremdenhass und Förderung

24 02 2009

SENDUNG: Journal Panorama, 2009

In den neuen EU-Staaten leben überdurchschnittlich viele Roma, die meisten davon unter miserablen Bedingungen. Ein „Journal Panorama“ über die Situation der Roma-Minderheit in Ungarn erhält jetzt den „European Young Journalist Award“ der EU-Kommission.

Ungarns ungeliebte Roma-Minderheit

Das Dorf Hidas im Südwesten Ungarns, wenige Kilometer von der Stadt Pecs entfernt, hat 2.600 Einwohner. Ungefähr 150 davon sind Roma. Ein Wellblechzaun trennt die oberste Straße vom restlichen Dorf. Hier oben ist das Roma-Ghetto von Hidas, in dem 19 Familien leben. Einige der Häuser stehen seit Jahrzehnten als unverputzte rohe Ziegelbauten herum; in manchen Türstöcken flattern weiße Vorhänge anstelle von Haustüren. Den Rest des Beitrags lesen »