Romanistan: Ein Kulturprojekt gegen Antiziganismus

2 12 2011

SENDUNG: Europa-Journal, Freitag, 2. Dezember 2011,
18:25 Uhr, Ö1

Sie leben ausgegrenzt in Elendsvierteln, haben keine Arbeit und ihre Kinder werden in Sonderschulen abgeschoben. Die Rede ist von der europäischen Minderheit der Roma und Sinti. Einige von ihnen arbeiten aber auch in Banken, in Ministerien oder in Schulen. Und andere sind Schauspielerinnen, Free-Jazz-Musiker oder choreographieren zeitgenössichen Tanz. Roma-Kulturarbeit jenseits von Folklore und Klischees steht im Zentrum des EU-Projekts „Romanistan“, an dem Roma-Kulturvereine aus Österreich, Deutschland und Spanien beteiligt sind. Vergangene Woche lud die IG Kultur Österreich in Wien zur Kickoff-Konferenz „Romanistan. Crossing Spaces in Europe“. Dort sprachen ExpertInnen über Geschichte und Auswirkungen des Antiziganismus in Europa.


Jenseits des Flamenco-Klischees

Gypsy-Balkan-Musik und Flamenco; naive Malerei und Sozialrealismus: Das Kulturschaffen von Roma werde meist als Folklore wahrgenommen und von zeitgenössischen Roma-Künstlern wiederum erwarte man quasi immer, dass sie sich mit der tristen Lebensrealität der Volksgruppe auseinandersetzen, kritisiert Hamze Bytyci vom der Roma Jugendorganisation Amaro Drom aus Berlin: „Die Medien schaffen ein Bild, das mit der Realität wenig zu tun hat. Jeder Künstler sollte die Freiheit haben, seine eigene Realität frei zu erfinden“. Den Rest des Beitrags lesen »





Wie Branka sich nach oben putzte

16 05 2011

SENDUNG: Leporello, 16. Mai 2011, 7:52 Uhr, Ö1

Frau Magistra Moser, eine 34-jährige Kultur- und Gesellschafts- wissenschaftlerin, die im Marketing eines Energy-Drink-Herstellers arbeitet, ihre Putzfrau Branka, eine Romni aus Ex-Jugoslawien und der dämonische Captain Clean aus der TV-Putzmittelwerbung – das sind die Hauptfiguren des Stücks  „Wie die Branka sich nach oben putzte“. Eine bitterböse Parabel auf die sogenannten Ausländer- und Genderdiskurse. Inszeniert von der multikulturellen Theatertruppe daskunst. 16. – 21. Mai, 3Raum Anatomietheater.

Staubphobie und Lust am Schmuddeligen

Magistra Moser ist kurz vorm Wahnsinnigwerden. Ihr Problem: auf einer theoretischen Ebene beschäftigt sie sich mit dem Uneindeutigen, mit vielschichten Identitäten,mit dem „anderen“. Doch auf einer persönlichen Ebene, merkt sie, dass sie immer mehr ihrer kleinbürgerlichen Herkunftskultur gleicht. Sie hat plötzlich eine schlimme Staub-Phobie und eine panische Angst vor allem, was unordentlich ist. Und deshalb engagiert sie die Putzfrau Branka.

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Ist Betteln ein Menschenrecht?

23 03 2011

SENDUNG: Journal Panorama, Donnerstag, 24. März 2011,
18:25 Uhr, Ö1

Diese Woche hätte der steirische Menschenrechtspreis verliehen werden sollen. Doch Landeshauptmann Franz Voves verschob die Zeremonie aus Angst vor Protestkundgebungen. Nicht gegen den Preis, sondern gegen das absolute Bettelverbot, das der steirische Landtag im Februar beschlossen hat. Zwei Mitglieder der Jury des Menschenrechtspreises haben aus Protest gegen das Bettelverbot ihr Amt zurückgelegt. Ein Land, das so eine Verordnung erlässt, habe kein Recht, Menschenrechtspreise zu vergeben, sagen sie. Noch dazu, wo Graz heuer sein 10-jähriges Jubiläum als Menschenrechtsstadt feiert. Kurz nach der Steiermark haben auch Kärnten und Oberösterreich ihre Bettelverordnungen verschärft.


Fremdschämen

Die Landtagssitzung, in der im Februar das steirische Bettelverbot beschlossen wurde, verlief emotional. Aktivisten hielten im Zuschauerbereich Transparente hoch mit den Aufschriften „Armut ist nicht kriminell“ und „Rassismus“, woraufhin der Vorsitzende die Sitzung für eine halbe Stunde unterbrach. Die Grünen Abgeordneten trugen T-Shirts mit der Aufschrift „Fremdschämen“. Den Rest des Beitrags lesen »





Die Pendel-Bettler aus Hostice

22 03 2011

SENDUNG: Journal Panorama,
Donnerstag, 24. März 2011, 18:25 Uhr, Ö1

Sie sitzen oder knien an den Straßenrändern der Grazer Innenstadt und bitten um Almosen: Bettelnde Roma aus Osteuropa erhitzen seit Jahren die steirischen Gemüter. Angeblich sollen sie alle Opfer einer Mafia sein. Der steirische Landtag hat Betteln jetzt unter Strafe gestellt. Ab Mai ist das Bettelverbot gültig. Wer dann am Straßenrand sitzt und die Hand aufhält, muss 2.000 Euro zahlen. Wer das nicht kann, dem droht eine Ersatzfreiheitsstrafe. Menschenrechtsorganisationen sind empört: Man möge lieber die Armut bekämpfen, anstatt die Armen, sagen sie.


„Mir is lieber, sie schlafen wie die Sardinen“
Das VinziNest in Graz. Eine Notschlafstelle speziell für Ausländer – denn ihnen bleiben ja die meisten anderen Notunterkünfte in Österreich verschlossen. Für einen Euro können sie hier im geheizten Schlafsaal übernachten und bekommen ein warmes Abendessen. Der Großteil der hier Schlafenden sind Bettler und Bettlerinnen aus Osteuropa, die tagsüber in der Grazer Innenstadt sitzen. Den Rest des Beitrags lesen »





Wer fürchtet sich vor der Bettelmafia?

11 03 2010

SENDUNG: Journal Panorama, Donnerstag, 11. März 2010,
18:25 Uhr, Ö1

Seit einigen Jahren kommen immer mehr Bettler aus Osteuropa nach Österreich und erhitzen die Gemüter. Rechte Parteien fordern daher, dass Betteln generell verboten wird. Angeblich ist hier eine Mafia am Werk. Beweisen konnte das allerdings bislang niemand.


Die Debatte um das Bettelverbot

Sie sitzen oder knien am Straßenrand am Asphalt und bitten um Almosen. Vielen von ihnen fehlt ein Bein oder ein Arm. Seit einigen Jahren sieht man in den heimischen Einkaufsstraßen immer mehr Bettler und Bettlerinnen aus Osteuropa. Und die erhitzen die Gemüter. Den Rest des Beitrags lesen »





„Unterdrückt, bettelarm und kinderreich“. Roma-Frauen in Osteuropa

24 05 2009

SENDUNG: Globale Dialoge, Mai 2009, ORANGE 94.0

„Roma in Ost- und Südosteuropa leben von Diebstählen oder von der Sozialhilfe. Sie sind faul, ungebildet und vermehren sich wie Kanickel. Schuld an all dem sind ihre – im übrigen patriarchalen – Traditionen“. Soweit die gängigen Vorurteile, wie man sie in Osteuropa häufig zu hören bekommt.

Die Angst, dass sich die „Zigeunerbevölkerung“ zu stark vermehren könnte, ist groß und sie ist alt. Um das zu verhindern, haben Ärzte in der Vergangenheit schon manchmal nachgeholfen. Ulla Ebner sprach mit Roma-Vertreterinnen und Menschenrechtsaktivistinnen in Ungarn über Zwangssterilisierungen, Männerbünde und was Jungfräulichkeit mit guter Ausbildung zu tun hat.

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Zwischen Fremdenhass und Förderung

24 02 2009

SENDUNG: Journal Panorama, 2009

In den neuen EU-Staaten leben überdurchschnittlich viele Roma, die meisten davon unter miserablen Bedingungen. Ein „Journal Panorama“ über die Situation der Roma-Minderheit in Ungarn erhält jetzt den „European Young Journalist Award“ der EU-Kommission.

Ungarns ungeliebte Roma-Minderheit

Das Dorf Hidas im Südwesten Ungarns, wenige Kilometer von der Stadt Pecs entfernt, hat 2.600 Einwohner. Ungefähr 150 davon sind Roma. Ein Wellblechzaun trennt die oberste Straße vom restlichen Dorf. Hier oben ist das Roma-Ghetto von Hidas, in dem 19 Familien leben. Einige der Häuser stehen seit Jahrzehnten als unverputzte rohe Ziegelbauten herum; in manchen Türstöcken flattern weiße Vorhänge anstelle von Haustüren. Den Rest des Beitrags lesen »