Albanien: Europas letzter Wildfluss in Gefahr

14 10 2015
SENDUNG: Journal Panorama, Mittwoch, 14. Oktober 2015, 
18:25 Uhr, Ö1 / Tage Ö1 zum Nachören

Wasserkraft gilt als eine sehr saubere Energieform. Gerade in Zeiten des Klimawandels wollen viele Regierungen daher auf erneuerbare Energien setzen. Doch auch Wasserkraftwerke können große Schäden an Ökosystemen anrichten. Derzeit schauen Europas Umweltschützer mit besorgtem Blick auf die Balkanländer, wo unzählige Staudammprojekte geplant sind. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Vjosa in Albanien. Sie ist der letzte unregulierte Wildfluss Europas.

(c) Siobhan Geets

„Hände weg von der Vjosa“
April 2015: Eine Gruppe von etwa 150 Demonstranten hat sich am Flussufer der Bencë versammelt, einem kleinen Nebenfluss der Vjosa, im Süden Albaniens. „Hände weg von der Vjosa“ steht auf ihren Transparenten. Insgesamt sind 33 Wasserkraftwerke entlang der Vjosa geplant. Auch deren Zuflüsse bleiben nicht verschont. Hier an der Bencë werden fünf kleine Wasserkraftwerke errichtet. Die Bauarbeiten haben zum Teil schon begonnen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Copa – für wen? Über die Schattenseiten der Fußball-WM

13 06 2014
SENDUNG: Journal Panorama, Donnerstag, 12. Juni 2014, 18:25 Uhr, Ö1 
 7 Tage Ö1 zum Nachhören

Heute startet die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Die Regierung erhofft sich von dem Großspektakel nicht nur sportliche, sondern auch wirtschaftliche Erfolge: 600.000 ausländische und drei Millionen inländische Touristen und Touristinnen sollen zwischen acht und zehn Milliarden Euro im Land ausgeben. Die Bevölkerung ist weniger positiv gestimmt. Immer wieder kommt es zu Demonstrationen gegen die WM. Die Gewinne würden in den Händen einiger weniger großer Firmen und der FIFA landen, bemängeln die Demonstranten, die breite Masse würde leer ausgehen. NGOs kritisieren zudem eine Reihe von Menschenrechtsverletzungen rund um die WM, darunter Zwangsumsiedlungen und soziale Säuberungen.

foto (c) johannes schmidt





Kindheit auf der Straße

3 05 2014
SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 6. Mai 2013, 
18:25 Uhr, Ö1 / 7 Tage Ö1 zum Nachhören

In Brasilien leben Schätzungen zufolge hunderttausende Kinder auf der Straße. Sie müssen sich mit Bettelei, Diebstählen, Sexarbeit oder als Straßenhändler durschlagen. Doch bei der Fußball-WM möchte die brasilianische Regierung diese Bilder vor der Welt verstecken. Kinderrechtsorganisationen sind empört über ein Gesetz, das es der Polizei erlaubt, obdachlose Kinder – auch gegen deren Willen – in öffentliche Auffangzentren zu bringen.

Eine schwierige Kindheit erleben auch viele Buben und Mädchen in den Favelas, wie man die Armenviertel in Brasilien nennt. NGOs versuchen, ihnen neue Perspektiven im Leben zu geben: mit Hilfe von Bildung und auch mit Hilfe von Fußball. So wurde für die Straßenkinder eine eigene Fußballweltmeisterschaft organisiert.

TEXT KOMMT NOCH…





Mehr als nur Karneval: Sambaschulen in Rio

18 03 2014
SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 4. März 2014
 18:25 Uhr, Ö1

Beim Karneval in Rio wetteifern jedes Jahr die besten Sambaschulen der Stadt um den Sieg. In aufwendigen Kostümen ziehen tausende Tänzer und Trommler während der Karnevalsfeiertage durch das Sambodrom-Stadion und stellen sich den strengen Blicken der Jury. Angefeuert werden sie dabei von zigtausenden Fans. Die Sambaschulen haben treue Anhänger – vergleichbar mit Fußballfans. Der Sieger wird jeweils am Aschermittwoch bekannt gegeben. Entstanden sind die ersten Sambaschulen in Rio Ende der 1920er Jahren in verschiedenen Favelas der Stadt – so werden traditionell die Armenviertel Brasiliens genannt. Bis heute sind die Sambaschulen tief verwurzelt in diesen Vierteln. Viele der Schulen finanzieren dort heute Sozialprojekte. Wir haben uns in Rio eine solche Sambaschule angeschaut und auch umliegende Favelas besucht, aus denen Musiker und Anhänger stammen.

salgueiro01

Rückhalt aus den Comunidades

Volksfeststimmung am Fuße der Favela am Hügel Andaraí. Hier im Stadtteil Tijuca – etwa zwei Kilometer vom Fußballstadium Maracanã entfernt – hat die bekannte Sambaschule Salgueiro ihren Sitz. Jeden Mittwoch hält sie auf den Straßen rund um ihre Veranstaltungshalle eine öffentliche Probe ab. Hunderte Fans sind gekommen, viele davon mit roten Fan-T-Shirts und weißen Hüten. Imbiss-Stände verkaufen Bratwürste und Spieße mit Hühnerherzen. Die Ambulantes – die mobilen Straßenhändler – haben eiskaltes Bier in ihren Kühltaschen. Den Rest des Beitrags lesen »





Europas Asylpolitik: Solidarität in weiter Ferne?

22 11 2013
SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 19. November 2013, 
18:25 Uhr, Ö1 

Erst Mitte November kenterte ein Flüchtlingsboot vor der griechischen Küste: 12 Menschen aus Syrien starben. Im Oktober ertranken vor der italienischen Insel Lampedusa mehr als 360 aus Afrika kommende Flüchtlinge. Hohe EU-Politiker zeigten sich bestürzt, sprachen von einer Katastrophe, ja von einem „Wendepunkt“ in der EU-Flüchtlingspolitik. Was ist seither geschehen? Gar nichts, kritisieren Menschenrechtsexperten. Die Europäische Grenzschutzagentur Frontex will das Mittelmeer ab sofort genauer überwachen – gerät aber immer wieder in Kritik, weil sie Flüchtlingsboote regelrecht abdrängen soll. Demnächst soll das „Gemeinsame europäische Asylsystem“ in Kraft treten, es verspricht schnellere und fairere Asylverfahren. Jedoch sind auch menschenrechtliche Härten im Paket enthalten. Um Visionen und Wirklichkeit der europäischen Asylpolitik ging es vergangene Woche auf einer Konferenz im Haus der EU in Wien, zu der das Karl Renner Institut und das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte geladen hatten.

DL

TEXT KOMMT NOCH…





Menschenhandel: Die moderne Sklaverei

25 10 2013
SENDUNG: Journal Panorama, Donnerstag, 23. Oktober 2013, 
18:25 Uhr, Ö1

Man verspricht Frauen eine Karriere als Tänzerin in einem reichen Land. Doch dann landen sie als Zwangsprostituierte in einem Geheimbordell. Manche junge Frauen werden hier gegen ihren Willen verheiratet. Andere müssen in privaten Haushalten schuften. Männer werden gezwungen, als illegale Erntehelfer oder am Bau zu arbeiten. Ihre Arbeitskraft wird ausgebeutet, sie haben keine Papiere, dürften gar nicht hier sein, können aber auch nicht weg. Menschenhandel wird häufig als die „Sklaverei des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Das Geschäft gehört zu den lukrativsten, neben Drogen- und Waffenhandel. Die europäische Polizeibehörde Europol vermutet, dass Menschenhandel derzeit das am schnellsten wachsende kriminelle Gewerbe sei. Verlässliche Zahlen darüber, wie viele Menschen derzeit in Europa davon betroffen sind, gibt es nicht. In Österreich hat bereits im Jahr 2004 eine Task Force gegen Menschenhandel eingerichtet. Diese hat am Montag, 21. Oktober 2013 – gemeinsam mit dem Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit (vidc) – zu einer Konferenz geladen mit dem Titel „Gemeinsam gegen Menschenhandel“.

Irgendwann kommt auch noch ein Text dazu…





Austeritätspolitik frisst Menschenrechte

8 07 2013

Wiener Menschenrechtsgespräche (3): Michael Windfuhr

SENDUNG: Journal Panorama, 2. Juli 2013, 18:25 Uhr, Ö1

Bei der UN-Menschenrechtskonferenz 1993 in Wien gab es vor allem zwei strittige Themen: Einige Staaten Asiens, Afrikas und der arabischen Welt wehrten sich gegen die Idee, dass Menschenrechte universell gültig seien. Eine Idee des Westens, sagten sie. Man müsse das in jeder Kultur anders definieren. Europa und die USA wiederum wollten nichts wissen davon, dass wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte („WSK-Rechte“) – etwa die Menschenrechte auf Ernährung, auf Bildung oder Entwicklung – gleich bedeutend sein sollten, wie politische Rechte, also: das Recht auf freie Meinungsäußerung oder Versammlungsfreiheit. Schließlich einigte man sich auf einen Kompromiss: Das Abschlussdokument erteilte dem Kulturrelativismus eine Abfuhr. Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte wurden im Gegenzug als gleichbedeutend festgeschrieben, wie politische Rechte. Einer, der sich bereits 1993 für WSK-Rechte engagierte, ist der Deutsche Michael Windfuhr.  Er ist Mitbegründer der internationalen Menschenrechtsorganisation FIAN (Food First Information and Action Network), die sich besonders für das Menschenrecht auf Nahrung einsetzt.  Heute ist Michael Windfuhr stellvertretender Leiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte.

foto (c) vienna+20

„Menschenrechte in der Krise“, lautete der Titel der NGO-Konferenz, die im Vorfeld zur offiziellen Vienna + 20-Konferenz in der Wiener Hofburg stattfand. Welchen Einfluss hat eigentlich die aktuelle Wirtschaftskrise auf die Menschenrechte in Europa?

Michael Windfuhr: Die Menschenrechtssituation ist sehr angespannt, gerade, was wirtschaftliche, kulturelle und soziale Rechte anbelangt. In Griechenland zum Beispiel, steht ja schon die Demokratie als solche in Frage. Durch die Sparauflagen, die Griechenland verordnet worden sind, finden systematische Ausschlüsse von Teilen der Gesellschaft im Zugang zu ganz wichtigen sozialen Grunddienstleistungen statt. Ein Drittel, las ich neulich, haben kaum noch Zugang zu medizinischer Versorgung. Ich sprach mit einem deutschen Arzt, der in einem Center arbeitet, das sich eigentlich um Flüchtlinge kümmert. Er sagte, sie haben inzwischen gar keinen Platz mehr für Flüchtlinge. Es kommen nur noch Griechen. Und inzwischen stehen schon die Rechtsradikalen vor der Tür und sorgen dafür, dass auch wirklich nur noch Griechen Zugang haben zu diesen Einrichtungen. Den Rest des Beitrags lesen »