Verkehrte Arbeitswelt: Berufe, die im Dunkeln spielen

23 05 2012

SENDUNG: Moment – Leben heute, Donnerstag, 24. Mai 2012, 14:40 Uhr, Ö1

Manche Menschen arbeiten dann, wenn die anderen schlafen oder ausgehen, und sie schlafen dann, wenn die Mehrheit arbeitet, einkauft oder mit Freunden Kaffee trinkt. Barkeeper, DJs, Taxifahrer, Nachtschwestern, Bäckerinnen oder Nachrichtenredakteure: Laut Statistik Austria arbeiten knapp 770.000 Menschen in Österreich während der Nachtstunden, etwa 270.000 davon regelmäßig. Der umgedrehte Lebensrhythmus kann Auswirkungen haben auf die Gesundheit, aber auch auf das Sozial- und Liebesleben der Nachtarbeitenden. Partner kommen entweder aus artverwandten Branchen oder müssen viel Verständnis aufbringen für den, der im Dunkeln stets wach ist.

Dürdog und Kebab DeLuxe

Samstagnacht in Wien Alsergrund. Es ist lau, fast sommerlich heute. Zahlreiche Nachtschwärmer sind auf den Straßen unterwegs. Die U-Bahn fährt die ganze Nacht durch. Und auch der Würstelstand an der U4-Station Friedensbrücke hat bis 5 Uhr früh geöffnet. Am Speiseplan steht hier sowohl Traditionelles – von der Leberkässesemmel bis zur Burenwurst – wie auch unorthodoxe Dürüm- und Kebab-Kreationen: Laut den beiden Verkäufern ist dies der einzige Ort in Wien wo man Kebab mit Currysauce und Dürdog („Dürüm mit Würstchen“) bekommt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Sozialklauseln in Handelsabkommen: Mehr als ein Feigenblatt?

18 05 2012

SENDUNG: Europa-Journal, Freitag, 18. Mai 2012, 18:20 Uhr, Ö1

Traditionellerweise kümmert sich ja die internationale Handelspolitik relativ wenig um Themen wie Menschenrechte, Arbeitsbedingungen und Umweltschutz. Doch das soll jetzt angeblich anders werden. Seit einigen Jahren verhandelt die EU bilaterale Handelsabkommen mit einzelnen Ländern und Regionen: Zum Beispiel mit Südkorea, Indien, Peru und Kolumbien. In diesen Abkommen sind neuerdings sogenannte Sozial- und Umweltklauseln enthalten. Doch diese sind äußerst umstritten. Insbesondere im Fall Kolumbiens, schließlich gilt die Menschenrechtslage dort als äußerst bedenklich. Können da Sozialklauseln in Handelsverträgen etwas bewirken? Oder sind sie bloß ein Feigenblatt um Kritiker ruhig zu stellen? Mit dieser Frage haben sich Experten und Expertinnen aus Deutschland und Österreich im Rahmen eines Buches auseinandergesetzt.

Ermordung von Gewerkschaftsaktivisten

EU-Südkorea hat den Anfang gemacht. Das Handelsabkommen trat vergangenes Jahr in Kraft. Heuer könnten Peru und Kolumbien folgen. Der Vertrag mit den Andenstaaten ist am Papier fertig, muss aber noch vom Europäischen Parlament genehmigt werden. Und einzelne Fraktionen diskutieren noch heftig, wie sie abstimmen sollen. In Teilen Kolumbiens herrscht Bürgerkrieg, Menschen werden vertrieben, Arbeitsrechte missachtet. Menschenrechtsaktivisten und Gewerkschafter leben gefährlich in Kolumbien. Den Rest des Beitrags lesen »





Mit Open Government die Korruption bekämpfen?

6 05 2012

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 6. Mai 2012, 22:30 Uhr, Ö1

Die Idee, Bürger bei der Verteilung des Budgets direkt mitbestimmen zu lassen kommt ursprünglich aus der brasilianischen Stadt Porto Alegre. Aber auch sonst könnte sich unsere Politik etwas vom lateinamerikanischen Schwellenland abschauen. Zumindest in der Theorie. Während es hierzulande ein strenges Amtsgeheimnis gibt, hat Brasilien ein Transparenzgesetz erlassen: Seit heuer müssen die Gemeinden Informationen über öffentliche Einnahmen und Ausgaben im Internet veröffentlichen. Damit will die brasilianische Bundesregierung die Korruption auf Gemeinde-Ebene bekämpfen. Über den Kampf gegen Korruption mit Hilfe von Web 2.0 Technologie sprachen Experten aus Brasilien und Indien Anfang Mai auf der CeDem-Konferenz an der Donau-Universität Krems.

Transparente Gemeinden sind weniger korrupt
„Viele Fälle von Korruption und Unterschlagung passieren mit Geld, das die Bundesregierung in die Gemeinden schickt“, erklärt der brasilianische Politikwissenschaftler und Korruptionsexperte James Batista Vieira. Mit diesem Geld sollten die Gemeinden dann ihr Gesundheitssystem, Bildung und Sozialleistungen finanzieren. Doch immer wieder versickern da große Summen irgendwo unterwegs. Zum Beispiel, weil der Bürgermeister gerade Geld für einen Wahlkampf braucht, erklärt Vieira. Er selbst wurde schon einige Male als unabhängiger Kontrolleur in Gemeinden geschickt, um herauszufinden, wo irgendwelche Gelder hinverschwunden sind. Den Rest des Beitrags lesen »





Demokratie 2.0: Visionen einer offenen Regierung

5 05 2012

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 6. Mai 2012, 22:30 Uhr, Ö1

Soziale Medien beeinflussen das Verhalten der Menschen. Sie tun im Netz ihre Meinung kund, vernetzen sich und teilen Informationen mit allen anderen. Das verändert unsere Gesellschaft. Doch verändert es auch die Politik? Kann das Internet gar zu einer neuen Form der Demokratisierung führen? Wie bringt man Bürger dazu, sich aktiver zu beteiligen? Welche Daten soll eine Regierung zur Verfügung stellen, und in welcher Form? Und verhindern Transparenzinitiativen tatsächlich Korruption? Mit Fragen dieser Art beschäftigte sich Ende dieser Woche die CeDem, eine internationale Konferenz für e-Democracy und Open Government an der  Donau-Universität Krems. Experten aus aller Welt diskutierten über aktuelle und künftige Entwicklungen im Bereich elektronischer Demokratie und Open Government. Eine davon war die deutsche Open Government-Expertin Anke Domscheit-Berg.

Who opens Governments?

Politischer Aktivismus im Netz, Online-Beteiligung von Bürgern und Open Government: das waren die Schwerpunkte der heurigen CeDem-Konferenz in Krems. Die Türen des stillen Kämmerleins, also jenem Ort, wo derzeit Politik gemacht wird, die sollen geöffnet werden – Darin waren sich alle Referenten einig. Nur: Wer wird das tun? Schließen die Politiker von innen auf? Oder rennt die Zivilgesellschaft sie von außen ein? Mit dieser Frage beschäftigte sich die deutsche Open Government-Expertin Anke Domscheit-Berg, eine der Hauptrednerinnen der CeDem. Den Rest des Beitrags lesen »





Hacktivist, Slacktivist oder Gandhian: Welcher Typ Cyber-Aktivist bist du?

3 05 2012

SENDUNG: Digital.leben, Donnerstag, 3. Mai 2012, 16:55 Uhr, Ö1

Menschen vernetzen sich über soziale Medien und gehen dann gemeinsam auf die Straße, andere protestieren lieber nur in der Cyberwelt: Sie unterschreiben Online-Petitionen oder verbreiten Youtube-Videos. Ein Team von Wissenschaftlern aus Schweden, Deutschland und Österreich hat sich die unterschiedlichen Formen von Online-Aktivismus genauer angeschaut und eine Art Typologie erstellt. Politischer Aktivismus im Netz ist eines von vielen Themen die von 3.-4. Mai 2012 auf der Donau-Universität Krems diskutiert werden, und zwar im Rahmen der CeDem, der jährlichen Konferenz zum Thema eDemocracy and Open Government.

Politiker-Bashing auf Youtube

Online-Aktivist ist nicht gleich Online-Aktivist. Anhand von drei Fallbeispielen hat das 4-köpfige Forscherteam untersucht, auf welche Weise das Internet jeweils genutzt wurde bei den unibrennt-Aktivitäten 2009 in Wien, bei Protesten gegen Neonazi-Aufmärsche in Dresden und Leipzig, sowie bei einer Bürgerinitiative in Schweden. Dort in Aspudden, einem Außenbezirk von Stockholm wollten im Jahr 2009 Menschen das öffentliche Badehaus retten und besetzten es kurzerhand. Den Rest des Beitrags lesen »