Brasilien vor WM: Wirtschaft schwächelt

19 02 2014
SENDUNG: Ö1 Morgenjournal, Mittwoch, 19. Februar 2014 /
 Ö1 zum Nachhören

Wenige Monate vor der Fußball WM schauen die Wirtschaftsdaten im Gastgeberland Brasilien nicht sonderlich gut aus. Im vierten Quartal des Vorjahres ist die brasilianische Wirtschaft geschrumpft – zum zweiten Mal in Folge. Für heuer rechnet man mit hoher Inflation und schwachem Wirtschaftswachstum. Für Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff kommt das besonders ungünstig: Denn im Oktober sind Wahlen in Brasilien.

copa

Konkurrenz durch Afrika

Vor vier Jahren noch standen die Sterne gut für Brasilien: Die Wirtschaft wuchs um 7,5 Prozent, Sozialhilfeprogramme hatten 24 Millionen Menschen aus der Armut geholt und deren Konsum kurbelte die Wirtschaft an. Neue Erdölvorkommen wurden entdeckt und China kaufte massenhaft brasilianische Rohstoffe. Heute jedoch wird Brasilien von der US-Notenbank als „fragiles“ Schwellenland eingestuft. Eine der Ursachen: China hat sein Wirtschaftskonzept verändert und bezieht seine Rohstoffe zunehmend aus Afrika, erklärt der brasilianische Ökonom und Politikwissenschaftler Marcos Troyjo. Den Rest des Beitrags lesen »





FIFA, zahl meinen Fahrpreis!

7 02 2014
SENDUNG: Ö1 Mittagsjournal, Freitag, 7. Februar 2014, 
12:00 Uhr / Ö1 zum Nachhören

Bei einer Demonstration gegen Fahrpreiserhöhungen ist es gestern in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro zu Zusammenstößen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas ein, mehrere Menschen wurden verletzt. Und wie im vergangenen Sommer, als es um das Fußballgroßevent Confederations Cup ging, richteten sich die Proteste auch gegen die geplante Fußball-WM in Brasilien.

(c) Johannes Schmidt

Ein Drittel des Einkommens für Transport

„FIFA, zahl meinen Fahrpreis“ rufen die Demonstranten. Sie haben kein Verständnis dafür, dass die brasilianische Regierung Milliarden für die Fußball WM ausgibt, und dann kein Geld für öffentliche Dienstleistungen da ist, erklärt ein Demonstrant. „Für den schlechte Service der Busse werden wir diese absurden Preissteigerungen nicht hinnehmen“, sagt eine andere Demonstrantin. Wer regelmäßig mit Bussen in Rio unterwegs ist versteht ihren Frust: Regelmäßige Fahrintervalle gibt es nicht, man wartet oft ewig, um dann in einem überfüllten Bus zu stehen. Es gibt keine Netzkarte, jede Einzelfahrt muss extra bezahlt werden. Und die soll jetzt von 2,75 auf 3 Reais – das sind umgerechnet 90 Cent – erhöht werden. Etwa ein Drittel seines Gehalts gibt er pro Monat für Transport aus, erklärt ein junger Mann. Den Rest des Beitrags lesen »