Europas Asylpolitik: Solidarität in weiter Ferne?

22 11 2013
SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 19. November 2013, 
18:25 Uhr, Ö1 

Erst Mitte November kenterte ein Flüchtlingsboot vor der griechischen Küste: 12 Menschen aus Syrien starben. Im Oktober ertranken vor der italienischen Insel Lampedusa mehr als 360 aus Afrika kommende Flüchtlinge. Hohe EU-Politiker zeigten sich bestürzt, sprachen von einer Katastrophe, ja von einem „Wendepunkt“ in der EU-Flüchtlingspolitik. Was ist seither geschehen? Gar nichts, kritisieren Menschenrechtsexperten. Die Europäische Grenzschutzagentur Frontex will das Mittelmeer ab sofort genauer überwachen – gerät aber immer wieder in Kritik, weil sie Flüchtlingsboote regelrecht abdrängen soll. Demnächst soll das „Gemeinsame europäische Asylsystem“ in Kraft treten, es verspricht schnellere und fairere Asylverfahren. Jedoch sind auch menschenrechtliche Härten im Paket enthalten. Um Visionen und Wirklichkeit der europäischen Asylpolitik ging es vergangene Woche auf einer Konferenz im Haus der EU in Wien, zu der das Karl Renner Institut und das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte geladen hatten.

DL

TEXT KOMMT NOCH…

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Kokain und Kohle. Wie ausländische Interessen den Bürgerkrieg in Kolumbien beeinflussen

13 11 2013
SENDUNG: Donnerstag, 14. November 2013
9:05 Uhr und 22:15 Uhr, Ö1 

Mehrere hundert Millionen Dollar zahlen die USA jährlich an die kolumbianische Regierung. Damit soll Kolumbien einerseits die linke Guerilla im Land bekämpfen und andererseits den Drogenhandel. Nirgendwo auf der Welt wird mehr Kokain hergestellt als in Kolumbien. Die EU wiederum hat dieses Jahr ein Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Land unterzeichnet. Kolumbien hat große Mengen an Bodenschätzen und ist interessant für internationale Investoren. Doch: was für Auswirkungen hat so ein Abkommen auf ein Land, wo seit einem halben Jahrhundert ein Bürgerkrieg tobt? Auf ein Land, in dem so viele Gewerkschaftsaktivisten ermordet wurden wie sonst nirgendwo auf der Welt?

Foto (c) Negar Roubani

DL

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Kolumbiens Kämpferinnen. Von Entführten und Entführerinnen

12 11 2013
SENDUNG: Radiokolleg, Mittwoch, 13. November 2013
9:05 Uhr und 22:15 Uhr, Ö1 

„Wenn sie Gummistiefel tragen und Frauen in ihren Reihen marschieren, dann ist es die Guerilla“, erklärt mir ein Kleinbauer auf meine Frage, woran ich denn hier im Urwald erkennen würde, welche bewaffnete Gruppe uns über den Weg läuft. Zu etwa einem Drittel bestehen die Guerillagruppen in Kolumbien aus weiblichen Kämpferinnen. Der dritte Teil des Radiokollegs wirft einen Blick auf das Leben in den Dschungelcamps der Guerilla. Unter anderem aus Sicht einer unbewaffneten Kämpferin: dem Entführungsopfer Ingrid Betancourt, die mehrere Jahre in der Gewalt der Guerilla verbringen musste.

Foto (c) Johannes Schmidt

DL

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Kolumbien: Vertriebene, Verfolgte und Widerständische

11 11 2013
SENDUNG: Radiokolleg, Dienstag, 12. November 2013
 9:05 Uhr und 22:15 Uhr, Ö1 

Das südamerikanische Land Kolumbien hat viele Gesichter: neben der dunklen und grausamen Seite eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs, trifft man auf Lebensfreude, auf eine reichhaltige Kultur – von Musik über Literatur bis hin zur Malerei – sowie auf eine innovative Stadt- und Verkehrspolitik in manchen Großstädten. Unglaublicher Reichtum existiert direkt neben bitterer Armut. Kolumbien ist auch ein Land der Vertriebenen: Neben dem Sudan und dem Irak hat Kolumbien die weltweit höchste Zahl an Binnenflüchtlingen. Etwa vier bis sechs Millionen Menschen (je nach Schätzung) mussten wegen des bewaffneten Konflikts ihr Zuhause verlassen. Die meisten flüchteten in die Großstädte. Im Süden von Bogotá wachsen die Elendsviertel. Das größte davon: die Ciudad Bolívar, mit etwa einer Million Einwohner.

Foto (c) Pjotr Haggenjos

DL

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Topothek.at – der Bürger als Archivar

11 11 2013
SENDUNG: Digital.leben, Montag, 11. November 2013
16:55 Uhr, Ö1 

12.000 Urkunden, 90.000 Kartons mit Akten und etwa acht Kilometer Regale mit Amtsbüchern sind im Niederösterreichischen Landesarchiv aufbewahrt, das heuer seinen 150. Geburtstag feiert. Vergangenen Freitag lud das Landesarchiv zum vierten Niederösterreichischen Archivtag. Den Eröffnungsvortrag auf der Tagung hielt dort jedoch nicht ein renommierter Archivar, sondern der Unternehmer und Industriedesigner Alexander Schatek. Er hat als Privatperson ein Projekt gestartet, wo Lokalhistorisches mit Hilfe von Crowdsourcing zusammengetragen wird: Topothek.at ist eine Sammlung lokaler Online-Archive, die Fotos und andere Erinnerungsstücke der Bewohner zeigen.

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Vom Wurstelprater zum Semmering

Das Café Groiss in der Waldviertler Gemeinde Albrechtsberg im Jahr 1928, die Buben vom Rennhofer Bauern in Breitenstein am Semmering vor dem Ochsengespann, 1934. Fotos von der Geisterbahn im Wiener Wurstelprater aus dem Jahr 1960 – das alles ist jetzt in einer Topothek verewigt, in einem lokalen Gemeindearchiv im Netz. Ursprünglich wollte Alexander Schatek einfach nur sein privat angesammeltes Material irgendwie verwalten. Bis zum seinem 10. Lebensjahr hatte er beim Wiener Prater gewohnt und weil dieser Ort für ihn bis heute eine besondere Faszination ausübt, hat er historische Bilder und Dokumente des Praters gesammelt. „Und da hat sich die Frage gestellt: Wie finde ich das ganze Material in meinen Schachteln und Verzeichnissen wieder?“, erzählt Schatek, „und da hat sich die Elektronik angeboten.“ Den Rest des Beitrags lesen »





Kolumbien: Fünf Jahrzehnte bewaffneter Konflikt

10 11 2013
SENDUNG: Radiokolleg, Montag, 11. November 2013
9:05 Uhr und 22:15 Uhr, Ö1 

Kommenden Frühling wird es genau 50 Jahre her sein, dass im südamerikanischen Kolumbien Kleinbauern und linke Studenten zu den Waffen griffen. Sie zogen sich in die tropischen Regenwälder zurück, um gegen soziale Ungleichheit und ungerechte Landverteilung zu kämpfen. Doch schon bald finanzierten die verschiedenen Guerilla-Gruppen ihren Kampf mit Hilfe von Drogenhandel und Entführungen. Prominentestes Opfer: die grüne Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Die Zahl der Geiseln in der Hand der Guerilla war zwischenzeitlich so hoch, dass kolumbianische Radiosender eigene Programme für die Angehörigen der Entführungsopfer brachten.

Der Staat ging mit voller Härte gegen Sympathisanten der Guerilla vor. Aber auch gegen Gewerkschaften, soziale Bewegungen und Menschenrechtsaktivisten. Seit den 1960ern hat der bewaffnete Konflikt in Kolumbien etwa 600.000 Todesopfer gefordert. Mehr als vier Millionen Menschen wurden vertrieben. Neue Akteure sind dazugekommen, die auf die eine oder andere Weise in den Konflikt hineinspielen: rechte Paramilitärs, Drogenkartelle, die US-Armee, multinationale Konzerne. Und doch könnte das 50. Jahr des Bürgerkriegs vielleicht das letzte sein. Seit mehr als einem Jahr verhandelt die kolumbianische Regierung mit den FARC – der größten der Guerilla-Gruppen – ein Friedensabkommen. Noch nie schien der Frieden in Kolumbien so greifbar wie heute – und doch könnte hier noch einiges schiefgehen.

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DL

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Kolumbien am Scheideweg. Ein Land zwischen Krieg und Frieden

8 11 2013
SENDUNG: Kontext - Sachbücher & Themen, 
Freitag, 8. November 2013, 9:05 Uhr, Ö1

Seit beinahe 50 Jahren tobt in Kolumbien ein blutiger Bürgerkrieg. Geht es nach der aktuellen kolumbianischen Regierung, dann wird das 50. Jahr des Konflikts aber das letzte sein. Sie verhandelt gerade mit der marxistischen Guerillagruppe FARC einen Friedensvertrag. In Kolumbien kämpfen ja linke Guerillagruppen gegen die Regierungsarmee sowie gegen rechte paramilitärische Gruppen. Letztere haben immer wieder Gräueltaten unter der Zivilbevölkerung angerichtet. Doch, in wessen Auftrag? Handelt es sich bei den Paramilitärs um „kriminelle Banden“, wie die Regierung sagt. Oder begehen diese Verbrechen mit Wissen – oder gar auf Geheiß der kolumbianischen Regierung? In seinem aktuellen Buch beschäftigt sich der Kolumbien-Kenner Werner Hörtner mit dem Paramilitarismus in Kolumbien: Das Buch „Kolumbien am Scheideweg. Ein Land zwischen Krieg und Frieden“ ist im Rotpunktverlag erschienen.

"Kolumbien am Scheideweg", Rotpunktverlag

Wäre Werner Hörtner ein kolumbianischer Autor, dann sollte er sich jetzt besser Leibwächter zulegen. Kritische Journalisten und Menschenrechtsaktivisten leben gefährlich in dem südamerikanischen Land. Insbesondere dann, wenn sie Nachforschungen betreiben zu schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen, in die hohe Militärs, mächtige Paramilitärs oder gar jemand aus dem Umkreis des ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe Vélez verwickelt waren. Der Österreicher Werner Hörtner muss sich kein Blatt vor den Mund nehmen: Den Rest des Beitrags lesen »