Dilma outra vez

27 10 2014
SENDUNG: Ö1 Morgenjournal, Montag, 27. Oktober 2014
Ö1 zum Nachhören

In Brasilien konnte sich Präsidentin Dilma Rousseff von der gemäßigt linken Arbeiterpartei gestern gegen ihren Mitte-Rechts-Herausforderer Aécio Neves durchsetzen. Mit einem extrem knappen Ergebnis von 51,64 Prozent wurde sie im Amt bestätigt. Es war das knappste Wahlergebnis bei Präsidentschaftswahlen in der brasilianischen Geschichte. Der Stichwahl war ein heftiger und teilweise hässlicher Wahlkampf vorausgegangen, der die Bevölkerung stark polarisiert hat. Eines der wichtigsten Wahlkampfthemen war Korruption.

foto (c) johannes schmidt

Regentänze und Klassenkampf

Jubelstimmung im Ausgehviertel Lapa in Rio de Janeiro. Hier haben sich Anhänger von Dilma Rousseff versammelt, um die Auszählung via Leinwand mitzuverfolgen. Soeben wurde verkündet: Dilma Rousseff hat die Wiederwahl geschafft. Knapp, aber doch: mit 51,64 Prozent der Stimmen konnte sich die Mitte-Links-Kandidatin gegen ihren konservativen Herausforderer Aécio Neves durchsetzen. Ihre Anhänger tanzen auf den Straßen. Trotz strömenden Regens. Den Rest des Beitrags lesen »

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Enthüllung oder „Wahl-Terrorismus“?

26 10 2014

SENDUNG: Ö1 Morgenjournal, Sonntag, 26. Oktober 2014

In Brasilien findet heute die Stichwahl um das Präsidentenamt statt. 143 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, an den elektronischen Wahlurnen zu entscheiden, ob sie eine weitere Amtsperiode der Arbeiterpartei unter Dilma Rousseff wünschen oder einen Rutsch nach Rechts mit Aécio Neves. Der Wahlkampf war heftig, eines der dominanten Themen war Korruption. Und ausgerechnet zwei Tage vor der Stichwahl hat eine brasilianische Zeitschrift diesbezüglich neue Anschuldigungen gegen Kandidatin Dilma Rousseff vorgebracht.

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Das hat der korruptionskrisengeschüttelten Arbeiterpartei gerade noch gefehlt: „Lula und Dilma haben alles gewusst“ – titelt die regierungskritische Zeitschrift Veja. Rein zufällig wenige Tage vor der Stichwahl. Ein Kronzeuge im Petrobras-Skandal soll angeblich ausgesagt haben, die Staatsspitze habe gewusst, dass einige Politiker bei Geschäften des staatlichen Erdölkonzerns mitkassierten. Präsidentin Dilma Rousseff spricht von „Wahl-Terrorismus“ und will Veja verklagen: „Diese Zeitschrift hat immer schon systematisch Kampagne gegen mich gemacht. Es ist nicht das erste Mal, dass sie in der Endphase des Wahlkampfes mit Diffamierungen daherkommen ohne Beweise vorzulegen. Doch die brasilianischen Wähler und Wählerinnen sind keine Idioten, sie lassen sich nicht so einfach manipulieren.“ Die Zeitschrift Veja hat sich von Anfang an offen für Aécio Neves ausgesprochen. Den Rest des Beitrags lesen »





Schlammschlacht ao vivo

25 10 2014
SENDUNG: Ö1 Morgenjournal, Samstag, 24. Oktober 2014
 Ö1 zum Nachhören


Brasilien steht eine spannende Stichwahl um das Präsidentenamt bevor. Als Kontrahenten stehen sich Amtsinhaberin Dilma Rousseff von der gemäßigt linken Arbeiterpartei und der Mitte-Rechts-Politiker Aécio Neves gegenüber. Lange Zeit lagen beide Kandidaten in den Umfragen mehr oder weniger gleich auf, in den vergangenen Tagen konnte Dilma Rousseff einen hauchdünnen Vorsprung erzielen.  Es dürfte jedenfalls ein knappes Ergebnis werden. Die brasilianische Bevölkerung scheint gespalten und der Wahlkampf wurde in den vergangenen Wochen hart und erbittert geführt.

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Unschuldig, mitschuldig, inkompetent?

Der Wahlkampf polarisiert die brasilianische Bevölkerung wie selten zuvor. Auf Märkten, im Supermarkt, in Restaurants wird heftig und emotional über Politik diskutiert. In mehreren Fernsehduellen lieferten sich die beiden Kandidaten – Dilma Rousseff und Aécio Neves – harte Wortgefechte. Nicht immer über der Gürtellinie. Sie würde wenigstens nicht betrunken oder unter Drogeneinfluss Auto fahren, betont Dilma Rousseff und spielt auf einen Vorfall an, wo Aécio Neves bei einer Verkehrskontrolle Alkotest verweigert hatte. Dieser reagiert entrüstet: die gesamte Kampagne der Arbeiterpartei würde nur auf Lügen und Verleumdungen basieren. Den Rest des Beitrags lesen »





Klassenkampf an den Wahlurnen

21 10 2014
SENDUNG: Ö1 Mittagsjournal, Dienstag, 21. Oktober 2014
Ö1 zum Nachhören

Am kommenden Sonntag entscheiden 143 Millionen Wähler und Wählerinnen in Brasilien, wer in Zukunft die 7-größte Volkswirtschaft der Erde regieren wird. Nach wie vor liegen Amtsinhaberin Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei und ihr konservativer Herausforderer Aécio Neves beinahe gleichauf. Was Dilma Rousseff geschadet hat, sind nicht zuletzt die schlechten Wirtschaftdaten des Landes: Nach Jahren des Wachstums stagniert derzeit die brasilianische Wirtschaft beinahe und die Inflation ist hoch. Wie man die Krise am besten bekämpft, dafür haben die beiden Kandidaten unterschiedliche Rezepte. Auch Ökonomen sind uneins.

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Brasilien vor Kapitalismus-Schock?

Zur Wahl stehen am Sonntag in Brasilien nicht nur zwei Köpfe, sondern zwei unterschiedliche Visionen von Gesellschaft und Wirtschaft: starker Staat, Vollbeschäftigung, und soziale Umverteilung versus schlanker Staat, Liberalisierung der Wirtschaft und Sparpolitik. Der brasilianische Ökonom Marcos Troyjo befürwortet Letzteres und hofft daher, dass der Mitte-Rechts-Kandidat Aécio Neves gewinnt. Dann werde Brasilien eine Art „Kapitalismus-Schock“ erleben. Aécio Neves hat unternehmerfreundliche Reformen versprochen. Den Rest des Beitrags lesen »





Das gespaltene Land: Brasilien vor der Stichwahl

17 10 2014
SENDUNG: Ö1 Morgenjournal, Freitag, 17. Oktober 2014
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Kommende Woche, am 26. Oktober findet in Brasilien die Stichwahl um das Präsidentenamt statt. Es bleibt spannend bis zum Schluss. Amtsinhaberin Dilma Rousseff von der gemäßigt linken Arbeiterpartei und ihr Herausforderer, der Mitte-Rechts-Kandidat Aécio Neves liegen in den Umfragen beinahe gleichauf. Derzeit hat Neves einen hauchdünnen Vorsprung. Der Wahlkampf wird unterdessen immer erbitterter geführt. In TV-Duellen warfen sich die beiden KandidatInnen diese Woche gegenseitig Unfähigkeit, Korruption und Lügen vor. Und auch in der Bevölkerung gehen die Emotionen hoch, was sich vor allem in sozialen Medien bemerkbar macht.

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Nord gegen Süd

Die im Nordosten sind Faulpelze, sie haben nur Angst, ihre Sozialhilfe zu verlieren“.
„Ich schäme mich für dieses kulturlose Volk da oben.“
„Nur Esel und Nordestinos wählen Dilma“.

Der Ton in sozialen Netzwerken wird knapp vor der Stichwahl immer aggressiver. Mittlerweile findet eine regelrechte Hetze gegen den ärmlichen Nordosten des Landes statt. Denn dort siegte im ersten Wahldurchgang am 5. Oktober fast überall Amtsinhaberin Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei. Ein Zeitungskolumnist forderte kürzlich sogar die Abtrennung des Nordostens. Brasilien scheint ein gespaltenes Land zu sein: Der Konservative Aécio Neves hat den wohlhabenderen Süden hinter sich, die Mittelschicht, den Wirtschaftssektor und die großen Medienkonzerne. Dilma Rousseff, wie gesagt, den Norden, die unteren Einkommensschichten sowie die sozialen Bewegungen des Landes. Den Rest des Beitrags lesen »





Brasilienwahl: Aécio schlägt Marina

6 10 2014
SENDUNG: Ö1 Frühjournal, Montag, 6. Oktober 2014
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Bei den gestrigen Wahlen in Brasilien konnte Amtsinhaberin Dilma Rousseff von der gemäßigt linken Arbeiterpartei zwar Platz Eins verteidigen. Die absolute Mehrheit hat sie aber erwartungsgemäß verfehlt. In drei Wochen muss sie sich einer Stichwahl stellen. Dort trifft sie jedoch nicht auf die lange Zeit als Favoritin gehandelte Ex-Umweltministerin Marina Silva, sondern auf den überraschend starken Mitte-Rechts-Kandidaten Aecio Neves.

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Überraschender Zweiter
Der Sieger des Wahlabends in Brasilien heißt Aecio Neves. Bis vor zwei Tagen lag der ehemalige Gouverneur des wohlhabenden Bundesstaates Minas Gerais noch abgeschlagen auf Platz 3 – hinter der umstrittenen Ex-Umweltministerin Marina Silva. Doch im letzten Moment konnte der Mitte-Rechts-Politiker noch einmal kräftig zulegen. Er erreichte – völlig überraschend – 33,6 Prozent der Stimmen. Zuallererst bedankte sich Aecio Neves bei der brasilianischen Presse. Nicht ohne Grund, denn ein großer Teil der brasilianischen Medienlandschaft ist konservativ und hat keinen Hehl daraus gemacht, dass Aecio Neves ihre liebste Option wäre. In seiner Rede gedenkt Aecio auch des tödlich verunglückten Spitzenkandidaten der Sozialistischen Partei: Eduardo Campos. Den Rest des Beitrags lesen »





Brasilien vor der Präsidentinnenwahl

3 10 2014
SENDUNG: Ö1 Mittagsjournal, Freitag, 3. Oktober 2014 
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Am kommenden Sonntag wird in Brasilien gewählt. Präsidentin Dilma Rousseff von der linken Arbeiterpartei PT stellt sich der Wiederwahl. Laut Umfragen liegt sie zwar in Führung, dürfte aber im ersten Wahlgang nicht die absolute Mehrheit erreichen. In einer Stichwahl könnte ihr Herausfordererin Marina Silva gefährlich werden.

(c) ullae

Danke, Bolsa Familia

„Dilma mit dem tapferen Herzen“ – so dröhnt es aus dem Wahlkampfauto, das in der Kleinstadt Lages do Batata stundenlang seine Runden dreht. Sie liegt im sogenannten Sertão, im Hinterland des Bundesstaates Bahia, im Nordosten Brasiliens. Es ist eines der ärmsten und trockensten Gebiete des Landes. „Heute fährt er den ganzen Tag durch Lages do Batata“, erklärt der Fahrer, „morgen sind dann einige Dörfer in der Umgebung an der Reihe.“ Doch manche Dörfer im Sertão sind so abgelegen, das nicht einmal eines der zahlreichen Wahlkampfautos seinen Weg dorthin findet.

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