Ayaan Hirsi Ali: Ich bin eine Nomadin

23 08 2010

SENDUNG: Kontext – Sachbücher und Themen,
Mittwoch, 25. August 2010, 16:00 Uhr
und
Freitag, 27. August 2010, 9:05 Uhr, Ö1

Sie ist eine der bekanntesten Islam-Kritikerinnen und gleichzeitig eine der umstittensten. Manche nennen sie „dogmatisch“ und „undifferenziert“, andere bezeichnen sie als „unerschrocken“ und als „engagierte Frauenrechtlerin“. Sie hat zahlreiche Morddrohungen von radikalen Islamisten erhalten und kann seit Jahren nur in Begleitung von Bodyguards in die Öffentlichkeit gehen. Die Rede ist von Ayaan Hirsi Ali. Geboren in Somalia als Tochter eines politischen Aktivisten musste sie mit ihrer Familie schon in ihrer Jugend nach Kenia, Äthiopien und Saudi Arabien ins Exil und erlebte dort eine streng islamische Erziehung. Mit 22 floh sie schließlich vor einer Zwangsehe in die Niederlande, wo sie politisches Asyl bekam. 2003 wurde sie Abgeordnete der liberalen Partei und sorgte immer wieder für Aufsehen: z.b. als die Einwanderungsministerin Rita Verdonk versuchte, ihr die niederländische Staatsbürgerschaft wieder abzuerkennen, weil Hirsi Ali beim Asylantrag gelogen hatte. Oder durch die Mitarbeit beim Film „Submission“, der die Gewalt gegen Frauen im Islam kritisiert. Der Regisseur des Films, Theo van Gogh, wurde von einem fanatischen Moslem ermordet. An der Leiche war eine Warnung an Ayaan Hirsi Ali befestigt: Sie werde die nächste sein. Schließlich musste sie die Niederlande verlassen und ging in die USA. All diese Stationen, sowie ihre schmerzvolle Loslösung vom Islam beschreibt Ayaan Hirsi in ihrem aktuellen Buch: „Ich bin eine Nomadin. Mein Leben für die Freiheit der Frauen“.

Kulturelle Rechte versus Menschenrechte

Es ist ein persönliches Buch. Ayaan Hirsi Ali beschreibt ihre triste Kindheit und ihr schwieriges Verhältnis zur Familie: quälende Telefonate mit der Mutter, die nicht akzeptieren kann, dass die Tochter eine Ungläubige geworden ist. Heimliche Besuche am Sterbebett des Vaters, die Angst, dabei ermordet zu werden. Ein Brief an ihre tote Großmutter: Den Rest des Beitrags lesen »

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Bicycle Music Festival: The Pleasant Revolution

9 08 2010

SENDUNG: Kulturjournal, Montag, 9. August 2010, 17:09 Uhr, Ö1

Wie klimafreundlich sind Konzerttourneen? Wenn eine Band fünf Monate lang mit dem Tourbus durch ganz Europa fährt und jeden Abend ein Konzert spielt mit E-Gitarren, Mikrophonen und Lautsprechern, wieviel CO2 wird da wohl produziert? Das haben sich einige Musiker und Musikerinnen aus den USA gefragt und den Tour-Bus kurzerhand gegen Fahrräder eingetauscht. Seit Mai touren fünf amerikanische Bands mit ihren Lastenrädern durch Europa. Auch der Strom, den die Bands für ihre Auftritte benötigen, wird von Fahrrädern erzeugt: Wenn das Publikum Musik hören will, so muss es auch in die Pedale treten. Am Wochenende machten die fünf Bands der „Pleasant Revolution Tour“ Station in Wien. Gemeinsam mit österreichischen Musikern und Musikerinnen, wie Clara Luzia, veranstalteten sie das mobile „Bicycle Music Festival“. Musiziert wurde zwei Tage lang am Yppenplatz, im WUK und am Donaukanal. Aber auch am Weg zwischen den Veranstaltungsorten. Ulla Ebner ist am Samstag– trotz des Regenwetters – mitgeradelt.

AUDIO 1: Heather Normandale (Stitch Craft)

AUDIO 2: The Genie

AUDIO 3: Kipchoge Spencer (The Ginger Ninjas)

Foto (c) The Pleasant Revolution

Samstag mittag am Yppenplatz im 16. Bezirk in Wien. Hier findet der Auftakt des zweitägigen Bicycle Music Festivals statt. Neben türkischen Gemüseständen, italienischen Delikatessläden und Szenelokalen ist eine Bühne aufgebaut. Daneben drei Fahrräder auf Standvorrichtungen mit Dynamos. Ein paar Musiker der Pleasant Revolution Tour versuchen gerade, das Publikum dazu zu bewegen, sich auf die Fahrräder zu setzen und Strom für die Musik zu erstrampeln. Den Rest des Beitrags lesen »