Die Kriegerinnen der Vila Brandão

24 07 2010

SENDUNG: Leporello, Dienstag, 27. Juli 2010, 7:52 Uhr, Ö1

Die brasilianische Sängerin Celia Mara lebt eigentlich in Wien. Aber auch in Salvador da Bahia, Brasilien. Dort bekommt sie jetzt selbst die Auswüchse von Immobilienspekulationen zu spüren: Ihr Wohnviertel am Meer soll angeblich einem Touristenkomplex weichen.


Vila Brandão, Haus von Celia und Silvia, blaue Tür. So lautet die offizielle Adresse. Beim Victoria Platz in Salvador da Bahia, einer relativ noblen Wohngegend, führt eine steile Straße den Hang hinunter Richtung Meer. Bald gibt es keinen Asphalt mehr, keine Straßennamen, keine Hausnummern und nur wenige Häuser sind verputzt. Über eine Baustelle geht es durch einen schmalen Gang: links und rechts rohe Ziegelwände, oben Wellblech. Hinter den Mauern wohnen Menschen. Durch die breiten Spalten an Fenster und Türen kann man in ihre kahlen Räume blicken. Endlich: die blaue Tür. Den Rest des Beitrags lesen »





James K. Galbraith: Der geplünderte Staat

9 07 2010

HÖRTIPP: Kontext – Sachbücher und Themen,
Freitag 9. Juli 2010, 9:05 Uhr, Ö1

Neoliberale Theorien wie der Freihandel, der schlanke Staat oder flexible Löhne gehören längst in den Abfalleimer der Geschichte. Konservative Politiker glauben selbst nicht mehr daran. Im politischen Diskurs werden diese Theorien aber weiterhin beschworen. Und zwar, weil die Reichen und Mächtigen davon profitieren. Diese plündern staatliche Gelder und stecken sie in ihre privaten Taschen. Das ist die Kernaussage von James K. Galbraiths aktuellem Buch „Der geplünderte Staat. Oder was gegen den freien Markt spricht“.

James K. Galbraith ist der Sohn des 2006 verstorbenen linksliberalen Starökonomen John Kenneth Galbraith, der unter anderem als Berater der US-Präsidenten Roosevelt und Kennedy tätig war. James K. Galbraith selbst unterrichtet Wirtschaft an der University of Texas in Austin. Er schreibt für diverse Zeitungen und hat mehrere Bücher über Finanzwirtschaft und ökonomische Ungleichheit veröffentlicht.

Galbraith war stets einer der schärfsten Kritiker der Wirtschaftspolitik von George W. Bush. Im Juni besuchte er Wien und bei dieser Gelegenheit hat sich Ulla Ebner mit ihm über sein aktuelles Buch unterhalten.


Vom Aufstieg und Fall des freien Marktes
Es ist die Geschichte einer Idee, die zuerst gehegt und dann von ihren eigenen Fürsprechern verraten wurde, schreibt James K. Galbraith im Vorwort zur deutschen Ausgabe seines Buchs “Der geplünderte Staat oder Was gegen den freien Markt spricht”. Die Idee des freien Marktes wurde seiner Meinung nach dazu benützt, den Sozialstaat in eine Maschine zur privaten Vermögensanhäufung und Machtsicherung zu verwandeln. Den Rest des Beitrags lesen »





Liquid Democracy

4 07 2010

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 4. Juli 2010, 22:30 Uhr, Ö1

Zahlreiche Blogger diskutieren darüber, die deutsche Piratenpartei probiert es bereits aus: “Liquid Democracy” nennt sich ihr neues Konzept von Politik. Es ist eine Mischung aus direkter und indirekter Demokratie und es geht dabei darum, die starren Begrenzungen unseres derzeitigen Systems zu “verflüssigen”. Warum nur alle paar Jahre wählen, wenn man doch permanent mitbestimmen könnte? Warum sich für ein Gesamtpaket “Partei” entscheiden, wenn man in unterschiedlichen Lebensbereichen unterschiedliche Parteivorschläge gut findet? Warum über Themen abstimmen, von denen man keine Ahnung hat, anstatt sein Stimmrecht in einer bestimmten Frage einer kompetenten Kollegin zu übertragen? Liquid Democracy nutzt den technologischen Rahmen des Internets bzw. spezielle Softwarelösungen, um komplexe Abstimmungs- und Partizipationsvarianten zu ermöglichen. Ulla Ebner hat bei liquiden Visionären nachgefragt, wie das alles in der Praxis ausschauen könnte.


Mitbestimmen und mitbestimmen lassen
Das Konzept „Liquid Democracy“ verspricht uns eine völlig neue Form der Demokratie. „Es geht um eine Verflüssigung bis jetzt eher starrer demokratischer Prozesse unter Ausnützung der technischen Möglichkeiten, die sich im Web 2.0 bieten“, erklärt der IT-Experte Bernhard Reiter. Er selbst ist über die Open Source-Bewegung auf dieses Konzept gestoßen. Den Rest des Beitrags lesen »





Schlagwerk, Hip Hop, Samba Reggae

3 07 2010

SENDUNG: Radiokolleg, Montag, 28. Juni 2010 – Donnerstag, 1. Juli 2010, jeweils 9:45 und 22:40, Ö1

In den brasilianischen Hafenstädten Salvador de Bahia, Recife und Sao Luis de Maranhao befanden sich einst große Sklavenmärkte. Bis heute gibt es in diesen Städten einen hohen Anteil an afrobrasilianischer Bevölkerung, die bis heute stark diskriminiert wird. Doch die Schwarzen Brasiliens haben immer wieder eigene kulturelle Ausdrucksformen entwickelt, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Noch zu Zeiten der Sklaverei entwickelten afrikanische Sklaven eine eigene Kampftechnik: Capoeira. Da sie diese als Tanz tarnten, spielte Musik stets eine ganz besondere Rolle. Heute wird Capoeira häufig im Rahmen von Sozialprojekten eingesetzt, wo es darum geht, Jugendlichen aus den Armenvierteln eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten.

In den frühen 1980ern, in der Endphase der brasilianischen Militärdiktatur, wurden diverse Protestbewegungen stark. Aus der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in Salvador de Bahia entwickelte sich damals ein neuer Rhythmus: der Samba-Reggae. Etwa 1.500 Kilometer nordwestlich, in Sao Luis de Maranhao wiederum, kam direkt aus Jamaika der Roots-Reggae in die dortigen Armenviertel. In den 1990ern entsteht in den Peripherien der großen Städte Brasiliens die Hip-Hop-Bewegung. Mit Sprechgesang und Spraydosen kritisieren Jugendliche die sozialen Ungleichheiten im Land.

Teil 1: Samba Reggae aus Salvador da Bahía

Teil 2: Hip Hip aus Salvador da Bahía und Recife

Teil 3: Capoeira

Teil 4: Reggae aus Sao Luis de Maranhão








Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.