Mit Open Government die Korruption bekämpfen?

6 05 2012

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 6. Mai 2012, 22:30 Uhr, Ö1

Die Idee, Bürger bei der Verteilung des Budgets direkt mitbestimmen zu lassen kommt ursprünglich aus der brasilianischen Stadt Porto Alegre. Aber auch sonst könnte sich unsere Politik etwas vom lateinamerikanischen Schwellenland abschauen. Zumindest in der Theorie. Während es hierzulande ein strenges Amtsgeheimnis gibt, hat Brasilien ein Transparenzgesetz erlassen: Seit heuer müssen die Gemeinden Informationen über öffentliche Einnahmen und Ausgaben im Internet veröffentlichen. Damit will die brasilianische Bundesregierung die Korruption auf Gemeinde-Ebene bekämpfen. Über den Kampf gegen Korruption mit Hilfe von Web 2.0 Technologie sprachen Experten aus Brasilien und Indien Anfang Mai auf der CeDem-Konferenz an der Donau-Universität Krems.

Transparente Gemeinden sind weniger korrupt
„Viele Fälle von Korruption und Unterschlagung passieren mit Geld, das die Bundesregierung in die Gemeinden schickt“, erklärt der brasilianische Politikwissenschaftler und Korruptionsexperte James Batista Vieira. Mit diesem Geld sollten die Gemeinden dann ihr Gesundheitssystem, Bildung und Sozialleistungen finanzieren. Doch immer wieder versickern da große Summen irgendwo unterwegs. Zum Beispiel, weil der Bürgermeister gerade Geld für einen Wahlkampf braucht, erklärt Vieira. Er selbst wurde schon einige Male als unabhängiger Kontrolleur in Gemeinden geschickt, um herauszufinden, wo irgendwelche Gelder hinverschwunden sind. Den Rest des Beitrags lesen »

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Internet mit Grenzbalken?

17 10 2011

SENDUNG: Digital.leben, Montag, 17. Oktober 2011,
16:55 Uhr, Ö1

Viel wird heutzutage diskutiert zum Thema Macht und Kontrolle über Daten im Internet. Doch relativ wenig darüber, wer eigentlich das Internet selbst kontrolliert. Wer bestimmt, wie offen und dezentral das Netz strukturiert ist, wo welche Filter eingerichtet werden und wie Internet-Domänen vergeben werden? Über diese und andere Themen debattierten Ende September die Teilnehmer des 6. Internet Governance Forums in Nairobi. Denn seit Jahren tobt ein Machtkampf zwischen den USA, Europa und den aufstrebenden Schwellenländern um das Regieren des Internets. Und diese Interessenskonflikte könnten letztlich dazu führen, dass das offene world wide web zunehmend „nationalisiert“ wird, befürchtet der Internet-Rechtsexperte Viktor Mayer-Schönberger. Der gebürtige Österreicher forscht am Oxford Internet Institute und war am 11. Oktober zu Gast beim Telekom Futuretalk in der Wiener Hofburg zum Thema „Who rules the internet society?“.

USA verteidigen Netz-Herrschaft

Das Internet ist ein unglaublich komplexes System und die vielen Elemente, die es hat, werden von unterschiedlichen Macht- und Einflusssphären beherrscht. Und noch seien es die USA, die hier die Nase vorn haben, erklärt Viktor Mayer-Schönberger. Denn sie kontrollieren das komplexe technische System, das dafür sorgt, dass UserInnen, die beispielsweise oe1.orf.at in ihren Browser eingeben, auch tatsächlich auf der Ö1-Website landen. Den Rest des Beitrags lesen »





Indische Musik (4): Die Kunst des Zuhörens

2 02 2011

SENDUNG: Radiokolleg: Ragas, Bansuris und Gurukuls. Wenn Westler der indischen Musik verfallen. TEIL 4
Donnerstag, 3. Februar 2011, 9:45 Uhr (WH: 22:40 Uhr), Ö1

Die indische Gesellschaft folgt strengen Regeln und strengen Hierarchien. Jede Information kommt zu ihrer Zeit. Dem Lehrer Fragen zu stellen gilt als Ausdruck des Misstrauens. Und auch sonst ist für Westler einiges ungewohnt an der Art und Weise, wie in Indien klassische Musik unterrichtet wird. So gibt es keine richtige Notenschrift und wer ein Instrument spielen will, muss zuerst singen lernen.


Von Kalifornien nach Basel
Tabla-Workshop im Ali Akbar College für indische Musik in Basel. Der Lehrer, Swapan Chaudhuri sitzt im Schneidersitz auf einem Podest, am Boden vor ihm die Schüler. Überall sind bunte Teppiche aufgelegt und es riecht nach Räucherstäbchen. Seit mittlerweile 25 Jahren findet hier in Basel einmal pro Jahr ein ein-wöchiges Seminar statt. Musikvirtuosen aus verschiedenen Ländern werden eingeladen, um zu unterrichten. Schüler reisen aus allen möglichen Teilen Europas an: aus Bern, Lausanne, Wien, Stuttgart und sogar aus Litauen. Den Rest des Beitrags lesen »





Indische Musik (3): Ich und mein Guru

1 02 2011

SENDUNG: Radiokolleg: Ragas, Bansuris und Gurukuls. Wenn Westler der indischen Musik verfallen. TEIL 3
Mittwoch, 2. Februar 2011, 9:45 Uhr (WH 22:40), Ö1

In Indien Musik zu lernen bedeutet Eintauchen in eine andere Kultur: Wasser statt Klopapier, Finger statt Besteck. Niemals mit der linken Hand Essen berühren oder Geld überreichen. Niemals dem Guru die Fußflächen entgegenstrecken oder mit dem Fuß das Instrument berühren. Die Liste der kulturellen Fettnäpfchen ist lang. Ungewohnt für westliche Musiker ist auch die Beziehung zwischen Lehrer und Studenten. Denn Musik unterrichten ist keine Dienstleistung, die man von jedem erwünschten Meister erkaufen kann. Ein potentieller Schüler muss sich erst würdig erweisen.

Alokesh Chandra (Alex Stroganov) und sein Guru Ravi Shankar

Verflucht sei der undankbare Schüler
„Guru shishya parampara“ nennen die Inder die traditionelle Weitergabe von Wissen vom Guru an den Schüler, wie sie schon in den alten indischen Schriften, den Upanischaden, beschrieben wird. „Ein Guru sollte nicht zu viele Schüler haben“, erklärt Tablameister Swapan Chaudhuri, „er muss sie gut auswählen und ihnen viel Zeit widmen.“ Den Rest des Beitrags lesen »





Indische Musik (2): Alles Karma

31 01 2011

SENDUNG: Radiokolleg: Ragas, Bansuris und Gurukuls. Wenn Westler der indischen Musik verfallen. TEIL 2,
Dienstag, 1. Februar 2011, 9:45 Uhr (WH: 22:40 Uhr), Ö1

Wenn Westler so sehr auf klassisch-indische Musik reinkippen, dass ihr bürgerliches Leben an den Nagel hängen und Jahr für Jahr nach Indien zu ihren musikalischen Gurus pilgern, dann ist das für gewöhnlich nicht geplant. Dann ist das Karma, also Vorherbestimmung. Zumindest sind davon die Musiker und Musikerinnen selbst überzeugt. Und diese höhere Macht kann unerwartet zuschlagen: Am Flussufer des Ganges im indischen Pilgerort Varanasi, in der WC-Schlange eines Flugzeugs oder auch mit einem Tennisschläger.


Zwischen den Kulturen

Oft kann man es sich nicht aussuchen, wann man von der Leidenschaft gepackt wird. Da sitzt man nichtsahnend am Gangesufer im indischen Pilgerort Varanasi, ein Flötenverkäufer kommt zufällig vorbei und schon ist es passiert. Das ist eben Schicksal – oder: Karma, wie die Inder sagen. So geschehen ist es Rina Chandra alias Renate Stroganov, Tochter einer Weinbauernfamilie aus Raggendorf in Niederösterreich. Den Rest des Beitrags lesen »





Indische Musik (1): East goes West

29 01 2011

SENDUNG: Radiokolleg: Ragas, Bansuris und Gurukuls. Wenn Westler der indischen Musik verfallen. TEIL 1
Montag, 31. Jänner 2011, 9:45 Uhr (WH: 22:40 Uhr), Ö1

Klassische indische Musik klingt fremd für europäische bzw. amerikanische Ohren. Und trotzdem zieht diese Musik immer mehr „Westler“ in ihren Bann. Bereits die Beatles meditierten in einem Ashram im nordindischen Pilgerort Rishikesh, George Harrison lernte Sitar bei Großmeister Ravi Shankar. Viele westliche Musiker ließen sich in den 1960ern und 70ern von der indischen Kultur beeinflussen und kreierten den sogenannten „Raga-Rock“, der in den 1990ern sein Revival in Großbritannien erlebte.

Alankara Ensemble: Gerhard Rosner (Tabla), Alokesh Chandra (Sitar), Rina Chandra (Bansuri)

Ungewohnte Klänge
1971 organisierte der Beatle George Harrison in New York ein Benefizkonzert für Flüchtlinge aus dem kriegsgeschüttelten Bangladesch. Eingeladen war unter anderem der berühmte indische Sitar-Spieler Ravi Shankar. Dieser kam auf die Bühne, entlockte seinem Instrument die ersten Töne und das amerikanische Publikum tobte vor Begeisterung. Ravi Shankar lächelte und sagte mit sanfter Stimme: „Danke. Wenn Ihnen das Stimmen der Instrumente schon so gut gefällt, dann hoffe ich, Sie werden unser Spiel noch mehr genießen.“ Den Rest des Beitrags lesen »