Reisetagebuch Kolumbien: Die Wurzeln unseres Übels

22 02 2013

Oder: Warum ich Colonel Daza niemals begegnet bin

Hinterher wird sehr viel Ursachenforschung betrieben. Magda und ich haben zunächst die Tintenfische in Verdacht, die wir uns – frisch zurück in der Zivilisation – im Restaurant Kiwi in der Kleinstadt Apartadó geteilt haben.

(c) Johannes Schmidt

Negar vermutet am selben Abend noch eine verhängnisvolle Kombination aus Fruchtsäften, Burgern und Brownies mit Vanille-Eis als Ursache. Wir alle waren jedenfalls der Meinung, viel Kraft tanken zu müssen, während wir uns auf das Treffen mit der 17. Militärbrigade am folgenden Tag vorbereiteten. Colonel Daza, der Vize-Kommandant, soll ein harter Knochen sein, haben wir gehört. Er verdächtigt die Bauern der Friedensgemeinde San José de Apartadó gerne, mit der Guerilla unter einer Decke zu stecken. Er wird versuchen, uns ständig das Wort abzuschneiden, heißt es. Den Rest des Beitrags lesen »

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Regierung 2.0 – Wie das Netz die Politik verändern könnte

7 02 2013

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 17. Februar 2013, 22:30 Uhr, Ö1

Die neuen Kommunikationstechnologien verändern die Gesellschaft und sie verändern die Beziehungen zwischen Menschen. Doch verändern sie auch die Beziehung zwischen Bürgern und Regierenden? Unter dem Schlagwort „Open Government“ fordern Netzaktivisten von den Regierenden seit Jahren mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung. Die Piratenpartei wiederum experimentiert mit völlig neuen Methoden der Basisdemokratie übers Netz.

Tatsächlich beginnen Regierungen auf der ganzen Welt – sogar in Österreich – sich ein wenig zu öffnen. Sie stellen im Netz immer mehr Daten und Informationen zur Verfügung. Und doch werden politische Entscheidungen nach wie vor hinter verschlossenen Türen gefällt. Im Rahmen von E-Partizipationsprojekten können Bürger mitdiskutieren, was mit ihrem Steuergeld geschehen soll, wie der öffentliche Raum gestaltet werden soll oder wie sie sich das Zusammenleben in der Stadt so vorstellen. Doch die Beteiligung verläuft andererseits in Pilotprojekten oft schleppend. Offenbar sehen die angeblich politikverdrossenen Bürger noch wenig Sinn darin, im Netz zu diskutieren. Über Wunsch und Wirklichkeit der Regierung 2.0.

(c) Johannes Schmidt

Bürger kontrollieren Politik

Die britische Website „Who’s lobbying“ listet auf, welche Politiker sich in Großbritannien mit welchen Lobbyisten getroffen haben. „Open Congress“ verrät, wie US-amerikanische Abgeordnete abgestimmt und von wem sie Geld erhalten haben. Vor etwa 5-10 Jahren haben Netzaktivisten im angelsächsischen Raum begonnen, die Politik zu kontrollieren, erklärt die deutsche Open Government Expertin Anke Domscheit-Berg: „Das Gute an unserer digitalen Gesellschaft ist, dass es eine globale digitale Gesellschaft ist. Wenn also ein Bürger in Frankreich oder den USA einen bestimmten Service sieht, dann will er den dort, wo er lebt, auch haben.“ Den Rest des Beitrags lesen »





transparenzgesetz.at – Schluss mit amtlicher Geheimniskrämerei

5 02 2013

SENDUNG: Digital.leben, Mittwoch, 6. Februar 2013, 16:55 Uhr, Ö1

Wer von österreichischen Behörden Auskünfte haben möchte – über öffentliche Ausgaben, Ministerratsbeschlüsse oder Parteispenden – bekommt oft zu hören: Geht nicht, Amtsgeheimnis. Dieses ist in Österreich sogar in der Verfassung festgeschrieben – das gibt es sonst nirgends in der EU. Mit diesem Anachronismus soll endlich Schluss sein, sagen der Korruptionsexperte Hubert Sickinger und der ehemalige Journalist  und jetztige Social Media Berater Josef Barth. Sie haben eine Initiative für eine Gesetzesänderung gestartet: transparenzgesetz.at. Bereits in der ersten Woche haben mehr als 2.000 Menschen dort die Online-Petition für Informationsfreiheit unterschrieben.

transparenzgesetz

Transparenz gegen Politik-Verdrossenheit?

Spekulationsskandale, Korruptionsfälle, Inseratenaffären – das Vertrauen in die österreichische Politik war schon einmal besser. Mehr Transparenz könnte also durchaus im Interesse der Politiker sein, meint Josef Barth, denn Geheimniskrämerei macht verdächtig: „Die Menschen sind es gewohnt, jede Information der Welt auf Knopfdruck abrufen zu können. Es gibt eine zentrale Seite dazu: die heißt Google. Und die beantwortet dir jede Frage, die du hast. Wenn plötzlich Informationen nicht verfügbar sind, dann schürt das Misstrauen.“ Den Rest des Beitrags lesen »





Sexismus im Netz: Raue Sitten am virtuellen Stammtisch

5 02 2013

SENDUNG: Digital.leben, Dienstag, 5. Februar 2013, 16:55 Uhr, Ö1

„Für jede Mail, in der eine Frau beschreibt, durch #aufschrei selbstsicherer und froher geworden zu sein, nehme ich gerne 10 Hassmails an“, sagt Nicole von Horst, eine der Initiatorinnen der aktuellen Sexismus-Debatte. Die meisten der unter dem Hashtag #aufschrei verfassten Tweets beziehen sich dabei auf Erfahrungen im echten Leben. Wie es mit Sexismus speziell in der Cyberwelt ausschaut, wollte die Bloggerin Karin Ortner wissen. Sie hat netzaktive Frauen befragt, in welchem Ausmaß sie untergriffige und sexistische Reaktionen auf ihre Beiträge bekommen.

aufschrei

Du Kampfemanze!

Karin Ortner bloggt und diskutiert gerne in Online-Zeitungsforen zur Wirtschaftskrise, zu Asylpolitik – und ja, manchmal auch zu Frauenthemen. Sie selbst bemüht sich stets um einen sachlichen Ton, versichert sie, doch was zurückkommt, ist oft unter der Gürtellinie: „Du Kampfemanze, was willst du denn!“ Und dabei ist es auch gar nicht so wesentlich, zu welchen Themen man gerade diskutiert, so Ortner: „Es kann passieren, dass man zum Beispiel zum Thema Rassismus schreibt und plötzlich kommt eine frauenfeindliche Geschichte zurück.“ Den Rest des Beitrags lesen »