Positivo Mozambique: AIDS-Auklärung zum Tanzen

21 11 2011

SENDUNG: Moment – Leben heute, Montag, 21. Novemer 2011, 14:40 Uhr, Ö1

„Es ist sehr idyllisch hier zu leben, mit Petroleumlampen und offenem Feuer. Inhambane ist ein toller Platz und da macht es nichts, wenn man keinen Strom hat“, sagt der Gitarrist Roland Pickl. Seit sechs Jahren lebt er in Mosambik, im südlichen Afrika. Die Freundschaft zum mosambikanischen Sänger und Perkussionisten Helio Vanimal hat ihn hierher verschlagen. Etwas außerhalb der kleinen Hafenstadt Inhambane hat er sich ein Grundstück gekauft und traditionelle Bambushütten hingebaut. Mit seiner Band namens Positivo Mozambique engagiert sich Roland Pickl aber auch in der lokalen AIDS-Prävention. Die Band macht Workshops in Schulen und singt in ihren Liedern über Kondome, über die Angst vor dem AIDS-Test und über das Leben mit HIV.

Warten auf den Strom

Zur Feier des Tages hat Roland Pickl den Dieselgenerator angeworfen. Ausnahmsweise gibt es heute elektrisches Licht. Etwas später wird dann Musik aus den riesigen Boxen dröhnen. Blues, Rock und Marabenta. Die Frauen kochen unter freiem Himmel Xima, den traditionellen mosambikanischen Maisbrei. Auf dem selbstgebastelten Griller bruzzelt eine Ziege. Einige mosambikanische Nachbarn und Freunde sind zu Besuch und auch ein paar westliche Ausländer der hiesigen Aussteiger-Community. Denn die verschlafene Kolonialstadt Inhambane und die nahegelegenen Palmenstrände haben schon so manchen Reisenden dauerhaft hier festgehalten. Den Rest des Beitrags lesen »





Hip Hop (4) Wien: Geschichten vom prekären Leben

9 06 2011

SENDUNG: Radiokolleg “Hip Hop und Empowerment. Sprechgesang, Spraydosen und Sozialrebellen (4)”, Donnerstag, 9. Juni 2011, 9:45 Uhr, Ö1

„Für mich war die Kombination aus Beats und vielen vielen Wörtern, die man da dazwischenknallen kann von Anfang an sehr verführerisch“, sagt die österreichische Hip Hopperin Mieze Medusa. Und auch Sozialarbeiter haben längst die Macht des Sprechgesangs entdeckt: in Brasilien, im Westjordanland und ebenso in Wien Favoriten. Im Vereinslokal von Back on stage 10, der mobilen Jugendarbeit im zehnten Wiener Gemeindebezirk haben jugendliche Rapper und Rapperinnen die Möglichkeit, ihre selbst geschriebenen Lieder aufzunehmen.


Mikrophon statt Drogen?

„Musik ist das, wo man Jugendliche dort abholt, wo sie stehen. In ihren Lebensbedingungen, in ihrem Umfeld“, erklärt Streetworker Andi Glaser, „das heißt, bevor sie in irgendwelchen düsteren Wohnungen abtauchen, wo sie mit irgendwelchen Substanzen in Kontakt kommen, können sie bei mir relativ unkompliziert Aufnahmezeit haben.“ Reccorner nennt sich das Projekt. Den Rest des Beitrags lesen »





Hip Hop (3) Palästina: Worte schleudern statt Steine

8 06 2011

SENDUNG: Radiokolleg “Hip Hop und Empowerment. Sprechgesang, Spraydosen und Sozialrebellen” (Teil 3), Mittwoch, 8. Juni 2011, 9:45 Uhr, Ö1

„Hip Hop ist der Stein in meiner Hand“ – Sprechgesang als Steinschleuder, das ist eine Metapher, die man immer wieder im Zusammenhang mit palästinensischem Hip Hop zu hören bekommt. Relativ spät, nämlich so gegen Ende der 1990er hat sich die Hip Hop-Kultur auch unter palästinensischen Jugendlichen verbreitet. Und der palästinensische Rap ist bis heute sehr politisch. Hauptthema: die israelische Besatzung.

Hip Hop als Steinschleuder

Ein brütendheißer Sommertag in Ostjerusalem – jenem Teil der Stadt, der mehrheitlich von Arabern bewohnt wird und um den bei Nahost-Verhandlungen heftigst gestritten wird. Die Palästinenser würden diesen Teil gerne zur Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates machen, Israel will die Stadt nicht teilen. Nach einer kleinen Odyssee in einem klapprigen Autobus und leichten Verständigungsproblemen mit dem arabischen Fahrer, finden wir endlich das Lokal, wo wir verabredet sind. Die drei Rapper von DAM sitzen im Gastgarten des Lokals und rauchen eine traditionelle Wasserpfeife (Shisha). Den Rest des Beitrags lesen »





Hip Hop (2) Brasilien: Frauenrechte, Black Power und Antikapitalismus

7 06 2011

SENDUNG: Radiokolleg “Hip Hop und Empowerment. Sprechgesang, Spraydosen und Sozialrebellen” (Teil 2), Dienstag, 7. Juni 2011, 9:45 Uhr, Ö1

„Hip Hop ist nicht das, was uns die USA verkaufen wollen: ein Musikstil. Hip Hop ist eine Bewegung, eine Form des Kampfes. Rap und DJeing ist unsere Musik, Graffiti unsere bildende Kunst und Breakdance der körperliche Ausdruck. Und dann gibt es noch ein fünftes Element: die soziale Ebene.“ (Duendy Primeiro)


Rap über Gesundheit und Sexualität

„Es ist einfach, mich zu verurteilen, mit dem Finger auf mich zu zeigen. Doch, nur ich kenne den Schmerz in mir. Meine Schuld, meine Todsünde. Horrorszenen in Echtzeit, dort im Krankenhaus. Die Ärzte, die Schwestern, alle verachteten mich. Doch ich wollte nur, dass die Zeit vergeht, mich niemand bestraft und niemand mehr Kommentar abgibt“

… rappt die junge Hip Hopperin Rúbia aus Rio de Janeiro. Tatsächlich seien die heimlichen und schlecht gemachten Abtreibungen in Brasilien die vierthöchste Todesursache bei Schwangeren, sagt Denise Viola von der brasilianischen Frauenorganisation CEMINA: „Jedes Jahr landan an die 250.000 Frauen im Krankenhaus, weil bei einer illegalen Abtreibung etwas schief gegangen ist. Doch viele hier in Brasilien wollen dieses Thema unter den Tisch kehren. Der Einfluss der Kirchen ist ja sehr stark. Und die üben Druck auf die Politik aus. Das heißt, eine Sache, wo es eigentlich um Menschenrechte und öffentliche Gesundheit geht, wird hier fast nur auf religiöser Ebene diskutiert.“ Den Rest des Beitrags lesen »





Hip Hop (1): Wie alles begann

6 06 2011

SENDUNG: Radiokolleg “Hip Hop und Empowerment. Sprechgesang, Spraydosen und Sozialrebellen” (Teil 1), Montag, 6. Juni 2011, 9:45 Uhr, Ö1

Hip Hop – das ist Sprechgesang, in dem viele schmutzige Wörter vorkommen, die wir auf Ö1 niemals in den Mund nehmen würden, das sind Macho-Männer mit Sonnenbrillen, Goldketten und Pelzkrägen, die seltsam und übertrieben gestikulieren. Sie fahren in schnittigen Sportwagen und sind stets umringt von leicht bekleideten Damen. Zumindest ist das der Eindruck, wenn man sich die einschlägigen Videos im Fernsehen anschaut. Doch im Hip Hop kann es auch um etwas anderes gehen als Autos und Frauen. In diesem Radiokolleg machen wir uns auf die Suche nach sozialkritischen und politischen Hip HopperInnen in verschiedenen Ländern und schauen uns Hip Hop als Methode in der Sozialarbeit an. Der erste Teil beschäftigt sie sich mit der Entstehung der Jugendkultur Hip Hop.

Block Parties in der Bronx

Entstanden ist der Hip Hop Mitte der 1970er Jahre in der New Yorker Bronx. Zu dieser Zeit war das Viertel bereits extrem heruntergekommen. Es gab viele leerstehende Häuser, die Arbeitslosigkeit war enorm und gewalttätige Jugendgangs breiteten sich aus. Schuld daran war eine schlechte Verkehrspolitik: Eine Autobahn – der Cross-Bronx-Highway – hatte das Viertel von der restlichen Stadt abgeschnitten. Die Angehörigen der Mittelschicht verließen die Bronx, ebenso viele Wirtschaftstreibende. Zurück blieben die, die es sich nicht leisten konnten, weg zu gehen. Den Rest des Beitrags lesen »





„Die Traumata der Sklaverei überwinden“ Interview mit Gilberto Gil

9 04 2011

Ein Kulturminister mit Rasta-Zöpfen, der öffentlich zugibt, bis zu seinem 50. Lebensjahr regelmäßig Marihuana geraucht zu haben. 2003 bringt er den Sitzungssaal der Vereinten Nationen in New York zum Tanzen. An den Congas begleitet ihn dabei der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan. Von den Medien bekam Gilberto Gil den Spitznamen: Minister of Cool.
In den 1970ern wurde er von der brasilianischen Militärregierung verfolgt, im Jahr 2003 holte ihn der linke Präsident Lula in seine Regierung. 2008 Jahren kehrte Gilberto Gil der Politik den Rücken, um sich nur noch seiner Musik zu widmen. Am kommenden Dienstag, 12. April, ist der 69-jährige zu Gast in Wien. Im Konzerthaus präsentiert er sein Programm „The String Concert“.

Beitrag zum Nachhören: Ö1 Mittagsjournal, Samstag, 9. April 2011


Was wird uns bei Ihrem aktuellen Programm „The String Concert“ in Wien erwarten?

Gilberto Gil: Wir sind drei Musiker. Mein Sohn, Bem Gil und ich spielen Gitarre gemeinsam mit dem Cellisten Jaques Morelenbaum. Das Repertoire sind Lieder von mir aus verschiedenen Epochen, aus verschiedenen Momenten. Und es gibt auch 2-3 ganz neue Lieder. Und es ist ein akustisches Programm, sehr minimalistisch, intim und weich. Ein sanftes Konzert.

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Indische Musik (4): Die Kunst des Zuhörens

2 02 2011

SENDUNG: Radiokolleg: Ragas, Bansuris und Gurukuls. Wenn Westler der indischen Musik verfallen. TEIL 4
Donnerstag, 3. Februar 2011, 9:45 Uhr (WH: 22:40 Uhr), Ö1

Die indische Gesellschaft folgt strengen Regeln und strengen Hierarchien. Jede Information kommt zu ihrer Zeit. Dem Lehrer Fragen zu stellen gilt als Ausdruck des Misstrauens. Und auch sonst ist für Westler einiges ungewohnt an der Art und Weise, wie in Indien klassische Musik unterrichtet wird. So gibt es keine richtige Notenschrift und wer ein Instrument spielen will, muss zuerst singen lernen.


Von Kalifornien nach Basel
Tabla-Workshop im Ali Akbar College für indische Musik in Basel. Der Lehrer, Swapan Chaudhuri sitzt im Schneidersitz auf einem Podest, am Boden vor ihm die Schüler. Überall sind bunte Teppiche aufgelegt und es riecht nach Räucherstäbchen. Seit mittlerweile 25 Jahren findet hier in Basel einmal pro Jahr ein ein-wöchiges Seminar statt. Musikvirtuosen aus verschiedenen Ländern werden eingeladen, um zu unterrichten. Schüler reisen aus allen möglichen Teilen Europas an: aus Bern, Lausanne, Wien, Stuttgart und sogar aus Litauen. Den Rest des Beitrags lesen »





Indische Musik (3): Ich und mein Guru

1 02 2011

SENDUNG: Radiokolleg: Ragas, Bansuris und Gurukuls. Wenn Westler der indischen Musik verfallen. TEIL 3
Mittwoch, 2. Februar 2011, 9:45 Uhr (WH 22:40), Ö1

In Indien Musik zu lernen bedeutet Eintauchen in eine andere Kultur: Wasser statt Klopapier, Finger statt Besteck. Niemals mit der linken Hand Essen berühren oder Geld überreichen. Niemals dem Guru die Fußflächen entgegenstrecken oder mit dem Fuß das Instrument berühren. Die Liste der kulturellen Fettnäpfchen ist lang. Ungewohnt für westliche Musiker ist auch die Beziehung zwischen Lehrer und Studenten. Denn Musik unterrichten ist keine Dienstleistung, die man von jedem erwünschten Meister erkaufen kann. Ein potentieller Schüler muss sich erst würdig erweisen.

Alokesh Chandra (Alex Stroganov) und sein Guru Ravi Shankar

Verflucht sei der undankbare Schüler
„Guru shishya parampara“ nennen die Inder die traditionelle Weitergabe von Wissen vom Guru an den Schüler, wie sie schon in den alten indischen Schriften, den Upanischaden, beschrieben wird. „Ein Guru sollte nicht zu viele Schüler haben“, erklärt Tablameister Swapan Chaudhuri, „er muss sie gut auswählen und ihnen viel Zeit widmen.“ Den Rest des Beitrags lesen »





Indische Musik (2): Alles Karma

31 01 2011

SENDUNG: Radiokolleg: Ragas, Bansuris und Gurukuls. Wenn Westler der indischen Musik verfallen. TEIL 2,
Dienstag, 1. Februar 2011, 9:45 Uhr (WH: 22:40 Uhr), Ö1

Wenn Westler so sehr auf klassisch-indische Musik reinkippen, dass ihr bürgerliches Leben an den Nagel hängen und Jahr für Jahr nach Indien zu ihren musikalischen Gurus pilgern, dann ist das für gewöhnlich nicht geplant. Dann ist das Karma, also Vorherbestimmung. Zumindest sind davon die Musiker und Musikerinnen selbst überzeugt. Und diese höhere Macht kann unerwartet zuschlagen: Am Flussufer des Ganges im indischen Pilgerort Varanasi, in der WC-Schlange eines Flugzeugs oder auch mit einem Tennisschläger.


Zwischen den Kulturen

Oft kann man es sich nicht aussuchen, wann man von der Leidenschaft gepackt wird. Da sitzt man nichtsahnend am Gangesufer im indischen Pilgerort Varanasi, ein Flötenverkäufer kommt zufällig vorbei und schon ist es passiert. Das ist eben Schicksal – oder: Karma, wie die Inder sagen. So geschehen ist es Rina Chandra alias Renate Stroganov, Tochter einer Weinbauernfamilie aus Raggendorf in Niederösterreich. Den Rest des Beitrags lesen »





Indische Musik (1): East goes West

29 01 2011

SENDUNG: Radiokolleg: Ragas, Bansuris und Gurukuls. Wenn Westler der indischen Musik verfallen. TEIL 1
Montag, 31. Jänner 2011, 9:45 Uhr (WH: 22:40 Uhr), Ö1

Klassische indische Musik klingt fremd für europäische bzw. amerikanische Ohren. Und trotzdem zieht diese Musik immer mehr “Westler” in ihren Bann. Bereits die Beatles meditierten in einem Ashram im nordindischen Pilgerort Rishikesh, George Harrison lernte Sitar bei Großmeister Ravi Shankar. Viele westliche Musiker ließen sich in den 1960ern und 70ern von der indischen Kultur beeinflussen und kreierten den sogenannten “Raga-Rock”, der in den 1990ern sein Revival in Großbritannien erlebte.

Alankara Ensemble: Gerhard Rosner (Tabla), Alokesh Chandra (Sitar), Rina Chandra (Bansuri)

Ungewohnte Klänge
1971 organisierte der Beatle George Harrison in New York ein Benefizkonzert für Flüchtlinge aus dem kriegsgeschüttelten Bangladesch. Eingeladen war unter anderem der berühmte indische Sitar-Spieler Ravi Shankar. Dieser kam auf die Bühne, entlockte seinem Instrument die ersten Töne und das amerikanische Publikum tobte vor Begeisterung. Ravi Shankar lächelte und sagte mit sanfter Stimme: „Danke. Wenn Ihnen das Stimmen der Instrumente schon so gut gefällt, dann hoffe ich, Sie werden unser Spiel noch mehr genießen.“ Den Rest des Beitrags lesen »








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