#Change Brazil (3) Befriedung mit Waffengewalt

27 05 2014

SENDUNG: Radiokolleg, Mittwoch, 28. Mai 2014, 9:05 Uhr, Ö1
7 Tage Ö1 zum Nachhören

Man kennt es aus brasilianischen Filmen wie „Cidade de Deus oder „Tropa de Elite“: In den Favelas von Rio de Janeiro regieren die Drogenbanden. Bis an die Zähne bewaffnete Teenager kämpfen mit anderen Gangs um das Revier. Die Polizei traut sich selten in die berüchtigten Armenviertel – mit Ausnahme der korrupten Polizisten, die selbst im Drogenhandel mitmischen. An dieser Situation möchte die Regierung von Rio de Janeiro etwas ändern – unter anderem auch, damit sich Touristen während der Fußball WM sicherer fühlen. Vor einigen Jahren hat Rio begonnen, die Favelas zu „pazifizieren“, das heißt die Drogenkartelle zu vertreiben und stattdessen Sondereinheiten der sogenannten „Befriedungspolizei“ zu installieren. Nur: in der Praxis ist das alles nicht so einfach und nicht alle BewohnerInnen fühlen sich tatsächlich „befreit“, wenn bewaffnete Einheiten der Militärpolizei vor ihrer Haustüre stehen.





#Change Brazil (2) Politisches Kochen und solidarische Kulturarbeit

26 05 2014
SENDUNG: Radiokolleg, Dienstag, 27. Mai 2014, 9:05 Uhr, Ö1 
 7 Tage Ö1 zum Nachhören

„Eine andere Welt ist möglich“, so lautet das Motto des Weltsozialforums, bei dem jährlich hunderttausende Vertreter der Zivilgesellschaft zusammenkommen. Das erste dieser Art fand 2001 in der südbrasilianischen Stadt Porto Alegre statt. Und das war kein Zufall, denn gerade Porto Alegre hat ab Ende der 1980er Jahre das demokratiepolitische Experiment gewagt, die Bürger über Teile des Budgets mitbestimmen zu lassen. Auch sonst hat sich Brasilien immer wieder als politisches Experimentierlabor präsentiert. Ein eigenes Staatssekretariat für Solidarökonomie beispielsweise fördert Wirtschaftsprojekte, die nicht auf Konkurrenz, sondern auf Kooperation basieren. Wie kann das in der Praxis ausschauen?





#Change Brazil (1) Wenn Fortschritte Unzufriedenheit schaffen…

25 05 2014
SENDUNG: Radiokolleg, Montag, 26. Mai 2014, 9:05 Uhr, 
7 Tage Ö1 zum Nachhören

Seit vergangenem Juni gehen in Brasilien immer wieder Menschen auf die Straße, um für Verbesserungen bei Bildung, Gesundheitsversorgung und öffentlichem Verkehr zu demonstrieren. Während der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft wird eine erneute Explosion der Proteste befürchtet. Die Demonstranten kritisieren, dass die Regierung das Geld lieber in Großereignisse, wie Fußball-WM und Olympische Spiele steckt. In den vergangenen 12 Jahren hat sich Brasilien vom Entwicklungsland zum Global Player hochgearbeitet und das Land konnte beachtliche Fortschritte im Bereich der Armutsbekämpfung vorweisen. Wie wurde das geschafft? Und: wieso sind die BrasilianerInnen dennoch unzufrieden?





Kolumbien vor den Wahlen

24 05 2014
SENDUNG: Ö1 Morgenjournal, Samstag, 24. Mai 2014, 7 Uhr 
Ö1 zum Nachhören

Am 25. Mai wählt das südamerikanische Land Kolumbien einen neuen Präsidenten. Bei diesen Wahlen geht es um nicht weniger als die Frage: Krieg oder Frieden. Seit genau 50 Jahren tobt in Kolumbien ein blutiger Bürgerkrieg zwischen der Regierung und linksgerichteten Guerillagruppen. Noch-Amtsinhaber Juan Manuel Santos verhandelt seit Oktober 2012 in der kubanischen Hauptstadt Havanna ein Friedensabkommen mit den FARC, der größten der Guerilla Kolumbiens und konnte bereits Teilerfolge erzielen. Im Falle seiner Wiederwahl, würden die Friedensgespräche weitergehen. Sein größter Herausforderer, der rechtsgerichtete Óscar Iván Zuluaga wiederum hält es für falsch, mit Terroristen zu verhandeln.

foto (c) johannes schmidt

Guerilla rappt für Frieden

Rappende Guerilleros: Wenige Wochen vor den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien haben Kämpfer der Guerillagruppe FARC einen Hip Hop Song veröffentlicht. „Kolumbianisches Volk, komm an den Verhandlungstisch“, heißt es im Text. Die Guerilla will Stimmung machen für eine Fortsetzung der Friedensgespräche nach den Wahlen. Und unterstützt damit indirekt die Wiederwahl des derzeitigen Amtsinhabers Juan Manuel Santos.

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Brasilien: Unruhen vor Fußball-WM

19 05 2014
SENDUNG: Ö1-Morgenjournal, Samstag, 17. Mai 2014 
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Knapp einen Monat vor Beginn der Fußball-WM in Brasilien wird das Land von einer Welle von Protesten und Streiks überzogen. Tausende Menschen demonstrierten diese Woche in verschiedenen WM-Austragungsstädten gegen die hohen Kosten der Fußball WM. In Sao Paulo, wo am 13. Juni das Eröffnungsspiel stattfinden wird, kam es zu Straßenschlachten zwischen Polizei und gewaltbereiten Demonstranten.

demo

Protest gegen Wohnungsnot

Im Zentrum von Sao Paulo schlagen vermummte Demonstranten Schaufenster ein und zerstören Bankomaten. Sie werfen Steine auf die Militärpolizei, die antwortet mit Gummigeschoßen und Tränengas. Mehrere Menschen werden verletzt und acht festgenommen. Bereits am Vormittag hatten etwa 2.000 Aktivisten der Obdachlosenbewegung „Movimento Sem Tetos“ eine Hauptverkehrsader der Stadt abgesperrt und friedlich gegen die Wohnungsnot demonstriert. Man brauche Wohnungen, statt Stadien. Wegen der Fußball-WM seien die Mietpreise ins Unermessliche gestiegen, kritisieren die Demonstranten. Anfang Mai besetzten etwa 2.500 wohnungslose Familien ein Grundstück in der Nähe des Fußball-Stadions Arena Corinthians in Sao Paulo.

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Kindheit auf der Straße

3 05 2014
SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 6. Mai 2013, 
18:25 Uhr, Ö1 / 7 Tage Ö1 zum Nachhören

In Brasilien leben Schätzungen zufolge hunderttausende Kinder auf der Straße. Sie müssen sich mit Bettelei, Diebstählen, Sexarbeit oder als Straßenhändler durschlagen. Doch bei der Fußball-WM möchte die brasilianische Regierung diese Bilder vor der Welt verstecken. Kinderrechtsorganisationen sind empört über ein Gesetz, das es der Polizei erlaubt, obdachlose Kinder – auch gegen deren Willen – in öffentliche Auffangzentren zu bringen.

Eine schwierige Kindheit erleben auch viele Buben und Mädchen in den Favelas, wie man die Armenviertel in Brasilien nennt. NGOs versuchen, ihnen neue Perspektiven im Leben zu geben: mit Hilfe von Bildung und auch mit Hilfe von Fußball. So wurde für die Straßenkinder eine eigene Fußballweltmeisterschaft organisiert.

TEXT KOMMT NOCH…





Wie soll das Internet regiert werden?

3 05 2014
SENDUNG: Matrix - Computer und Neue Medien, 
Sonntag, 4. Mai 2014, 22:30, Ö1 / 7 Tage Ö1 zum Nachhören
Digital.leben, Dienstag, 29. April 2014, 16:55 Uhr, Ö1 
7 Tage Ö1 zum Nachhören

Kaum ein Staatsoberhaupt hat so lautstark Kritik geübt an der Massenüberwachung durch den US-Geheimdienst NSA wie die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff. In einer Rede vor den Vereinten Nationen hat sie vergangenen Herbst eine Regulierung des Internet gefordert, damit Privatsphäre und Bürgerrechte aller Menschen im Netz geschützt werden. Brasilien hat bereits vorgezeigt, wie das gehen könnte und selbst ein solches Gesetz – den sogenannten Marco Civil da Internet – verabschiedet. Vergangene Woche trafen sich knapp 1.500 internationale Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Sao Paulo. Auf der NETmundial-Konferenz diskutierten sie über die Zukunft der Internet Governance: Wie Staaten Menschenrechte im Netz verankern sollten und wie das Internet selbst künftig verwaltet werden sollte. Denn die USA , die bisher die Oberhoheit über die Vergabe von Internetadressen hatten, kündigten vor kurzem an, diese Funktion abgeben zu wollen.

(c) netmundial

Blumige Worte

Als erstes Land der Welt verabschiedet Brasilien ein Gesetz, dass Bürgerrechte im Netz garantieren soll. Medienwirksam unterschreibt Präsidentin Dilma Rousseff dieses Gesetz – den sogenannte Marco Civil – während der Eröffnungszeremonie der Netmundial-Konferenz. Sie wünscht sich eine solche Internetverfassung für die ganze Welt: „Das Internet, das wir wollen, muss die Menschenrechte achten. Insbesondere den Schutz der Privatsphäre und die Meinungsfreiheit. Ich habe vorgeschlagen, eine Diskussion über einen weltweiten Marco Civil zu starten – darüber, wie das Internet regiert werden soll und wie man Daten im Netz schützen kann.“ Den Rest des Beitrags lesen »