Meine Wohnung wird Filmstar

30 11 2010

SENDUNG: Moment – leben heute, Mittwoch, 1. Dezember 2010, 14:40 Uhr

Hätten Sie ein Problem damit, wenn 40 fremde Menschen für ein paar Tage in ihre Wohnung kommen, ihre Möbel verstellen, ihre Bilder abhängen, ihre Teppiche austauschen, die Fenster schwarz verhängen oder die Wände Pink streichen? Wenn Ihnen das alles keine Angst bereitet, dann könnten Sie getrost darüber nachdenken, ihre Wohnung zwischendurch an Foto- oder Filmproduktionen zu vermieten – so wie es zahlreiche Österreicher und Österreicherinnen bereits tun.


Eine Kommissarinnenwohnung wird eingerichtet
Ein ganz normales Wohnhaus im 4. Wiener Gemeindebezirk. Die Produktionsfirma Superfilm dreht gerade eine neue Folge der TV-Krimiserie „Tatort“. Mit Harald Krassnitzer als Kommissar Eisner und Adele Neuhauser als seine Assistentin Bibi. Hausmeisterin Stefanie schaut am Set nach dem Rechten. Vor allem, dass nach dem Dreh in der Nacht die Haustüre wieder zugesperrt wird. Denn schließlich wohnen im Haus ja noch weitere 24 Parteien. Den Rest des Beitrags lesen »

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Stabiler Euro, prekäres Leben?

26 11 2010

SENDUNG: Europa-Journal, Freitag, 26. November 2010,
18:20 Uhr, Ö1

„Wir bezahlen nicht für eure Krise“ – das war das Motto von europaweiten Demonstrationen im März 2009. Und heute, eineinhalb Jahre später, tun wir es doch: Die europäischen Regierungen schnüren harte Sparpakete. Die Bürger und Bürgerinnen tragen die Kosten für eine Krise, die von Banken und anderen Finanzspekulanten verursacht wurde. Banken werden durch Milliardenhilfspakete an verschuldete Staaten gerettet. Gespart wird bei Sozialleistungen, Pensionen und Bildung. Diese Sparmaßnahmen seien leider zwingend notwendig, um die Stabilität in Europa zu sichern, versichern uns die jeweiligen Regierungen, die EU-Kommission und auch der Internationale Währungsfond. Stimmt nicht, sagen kritische Ökonomen sowie Vertreter der sogenannten Zivilgesellschaft: Die Austeritätspolitik gefährde die soziale Stabilität in Europa. Kritisiert wird vor allem, dass jene ungeschoren davon kommen, die die Krise verursacht haben: nämlich die Banken.


Mediterranes Versuchskaninchen
Griechenland sei eine Art Versuchskaninchen gewesen, sagt Thanos Contargyris von ATTAC-Griechenland: Einerseits für die Angriffe der Finanzspekulanten auf die Staatsanleihen des schwer verschuldeten Landes und andererseits in Bezug auf die radikalen Sparpakete. Contargyris versteht sehr gut, dass die Iren nicht besonders erfreut sind über die aufgezwungene EU-Hilfe. Denn Griechenland sei ein abschreckendes Beispiel für alle verschuldeten Länder: Die EU-Staaten sowie der Internationale Währungsfond haben ein radikales Sparpaket verordnet, das die ökonomische Entwicklung Griechenlands um Jahre zurückwirft. Den Rest des Beitrags lesen »





Wer kontrolliert die Mächtigen?

2 11 2010

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 31. Oktober 2010, 22:30 Uhr, Ö1

US-Soldaten haben im Irak Folterungen geduldet und quasi „versehentlich“ sind hunderte von Zivilisten getötet worden. Aufgedeckt hat das die Internetplattform Wikileaks. Vergangene Woche stellte die Whistleblower-Website 400.000 Geheimdokumente ins Netz. Nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat der Ölkonzern BP Fotos veröffentlicht, die beweisen sollten, wie hart der Konzern doch an der Reparatur des von ihm verursachten Desasters arbeite. Einziger Schönheitsfehler: die Fotos waren nachträglich manipuliert. Aufgedeckt haben das amerikanische Blogger. Viele große Skandale werden von Wikileaks und NGOs aufgedeckt. Es scheint, als würden sie mittlerweile den alten Medien den Rang ablaufen. Diese wiederum jammern über die Krise und die Gratiskultur im Netz. Personal wird eingespart und für aufwändige Recherchen ist kein Geld da. Wer also wird in Zukunft den Mächtigen auf die Finger schauen?


Große Krisen, kleine Budgets
„Nicht die Geschichte des Afghanistankrieges ist anders zu sehen, sondern die Zukunft des Enthüllungsjournalismus.“ – Das schrieb die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“, nachdem die Internetplattform Wikileaks im Sommer bereits 90.000 Geheimakten zum Afghanistan-Krieg veröffentlicht hatte. Die Krisen werden komplexer – die Ressourcen für unabhängige Medien immer geringer. Den Rest des Beitrags lesen »