Green IT Amsterdam: Grüne Software und klimafreundliche Datenzentren

19 08 2012

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 19. August, 22:30 Uhr, Ö1

Im Kampf gegen den Klimawandel will die EU bis zum Jahr 2020 ihre Treibgasemissionen um 20 Prozent gesenkt haben, 20 Prozent der Energie soll aus erneuerbaren Quellen kommen und insgesamt soll um 20 Prozent weniger Energie verbraucht – jeweils verglichen mit den Werten von 1990. Doch diese Ziele sind der niederländischen Hauptstadt Amsterdam nicht ehrgeizig genug. Sie möchte ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2025 um ganze 40 Prozent senken. Der IT-Sektor spielt bei diesen Bemühungen eine wichtige Rolle. Immerhin verbrauchen Computer etwa 10-12 Prozent des elektrischen Stroms. Alle europäischen Rechenzentren haben zusammen einen Stromverbrauch, so hoch wie die Tschechische Republik. Und so hat die Amsterdamer Stadtregierung das Green IT Konsortium Amsterdam ins Leben gerufen. Dort überlegen sich IT-Firmen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, wie man Energie im IT-Sektor einsparen könnte. Die Themen reichen vom Stromsparen in großen Rechenzentren, bis hin zur Frage: Wie klimaschädlich sind eigentlich unsere Computerprogramme und Handy-Applikationen?

Der ökologische Fußabdruck von Programmen

Das Software Energy Footprint Lab an der University of Applied Sciences in Amsterdam: Aus mehreren Servern führen zahlreiche Kabel heraus. Überall blinken rote Zahlen von Messgeräten, die anzeigen, wie viel Strom gerade durch die einzelnen Komponenten des Computers fließt, während er ein bestimmtes Programm ausführt. „Wir messen den Strom überall zwischen der Steckdosen und den Komponenten. Sprich: beim Prozessor, bei der Festplatte, beim Arbeitsspeicher und so weiter“, erklärt Miguel Ferreira. Er ist Forscher der Software Improvement Group (SIG), einem niederländischen Unternehmen, das sich auf die Analyse und Verbesserung von bestehenden Software-Produkten spezialisiert hat. Den Rest des Beitrags lesen »

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Der Amok-Komplex

17 08 2012

SENDUNG: Kontext – Sachbücher & Themen, Freitag, 17. August 2012, 9:05 und 22:15 Uhr, Ö1

Ist der Amoklauf Teil unserer westlichen Gesellschaft geworden? Dieser Fragen geht die deutsche Autorin Ines Geipel nach. In ihrem Buch „Der Amok Komplex oder die Schule des Tötens“, beschäftigt sie sich exemplarisch mit fünf aufsehenerregenden Amokläufen der vergangenen zwei Jahrzehnte: dem Fall Breivik im norwegischen Utoya vergangenes Jahr, dem Massenmord von Martin Bryant im australischen Port Arthur 1996, sowie in den Amokläufen von Teenagern in drei deutschen Schulen: Erfurt 2002, Emsdetten 2006 und Winnenden im Jahr 2009.

Man braucht schon starke Nerven, um das Buch nicht gleich im ersten Kapitel wieder auf die Seite zu legen. Denn Ines Geipel beschreibt detailreich. Quälend detailreich. 9 Seiten dauert der Amoklauf von Martin Bryant im australischen Touristenort Port Arthur, 11 Seiten jener am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt. Geipel geht Mord für Mord durch, Schuss für Schuss. Fast so, als wäre sie selbst dabei gewesen. Den Rest des Beitrags lesen »