Occupy Hong Kong

27 10 2011

Seit 15. Oktober ist ein überdachter Platz vor dem Headquarter der HSBC (Hongkong and Shanghai Banking Corporation) mitten im Geschäftsviertel von Hongkong besetzt. Etwa 50 junge Leute campieren dort. Täglich um 18 Uhr gibt es Diskussionsrunden. Das Thema heute: Die spanische Revolution im Jahr 1936.

AUDIO: „There are many problems with capitalism“

AUDIO: „Just because you’re cheap enough“


Volxküche. „Immer wieder kommen Leute, schenken uns Geld, Essen oder Sessel“, erzählt ein Besetzer.


„Die Mieten in Hongkong steigen immer weiter, aber die Löhne fallen.“


„Die Polizei kann gar nichts gegen uns unternehmen. Das ist ein öffentlicher Platz, er gehört nicht der Bank. Wir haben ein Recht, hier zu sein. Wenn wir den Wächtern der HSBC zu nahe kommen, werden sie aber nervös.“


„We are all migrants“. Seit ein paar Jahren steigt in Hongkong der Rassismus gegen AusländerInnen. Insbesondere gegen domestic worker aus Indonesien, Sri Lanka und den Philippinen.





arbeiterkind.at: Eine Initiative für studierwillige Arbeiterkinder

17 10 2011

SENDUNG: Digital.leben, Dienstag, 18. Oktober 2011,
16:55 Uhr, Ö1

Die Wahrscheinlichkeit ob ein Kind einmal einen Universitätsabschluss machen wird oder eine Lehre, das hängt in Deutschland und Österreich oft weniger von der Intelligenz und Begabung des Kindes ab, als vom Bildungsgrad der Eltern. Mit den Hürden beim Bildungsaufstieg beschäftigt sich die deutsche Autorin Katja Urbatsch in ihrem soeben erschienenen Buch „Ausgebremst. Warum das Recht auf Bildung nicht für alle gilt“. Katja Urbatsch ist selbst die erste in ihrer Familie, die ein Hochschul-Studium gemacht hat und weiß welche Probleme Studierende aus sogenannten „bildungsfernen“ Schichten haben. Darum hat sie vor drei Jahren in Deutschland die Initiative arbeiterkind.de ins Leben gerufen. Diese bietet Jugendlichen aus Arbeiterfamilien Unterstützung beim Schritt auf die Universität und ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Jetzt gibt es diese Initiative auch in Österreich. Das Webportal arbeiter-kind.at ist seit Anfang Oktober online und in Wien hat sich schon eine Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter zusammengefunden. 

„Willst du jetzt unter die Intellektuellen gehen, oder was?“

„Du denkst wohl, Du bist etwas Besseres? Wir haben auch nicht studiert und kommen gut klar!“ – „Mach’ erstmal eine Lehre, da verdienst Du sofort Geld und liegst uns nicht auf der Tasche!“

Diese und ähnliche Dinge bekommen Jugendliche aus sogenannten Arbeiterfamilien immer wieder zu hören, sobald sie den Wunsch äußern, eine Universität zu besuchen. Denn während Akademiker-Eltern von ihren Sprösslingen meist erwarten, dass diese auch Akademiker werden, ist bei Eltern mit Lehrabschluss oft das Gegenteil der Fall. Die Website arbeiter-kind.at listet den Studierwilligen eine Reihe von Argumenten gegen die eingangs gehörten Vorurteile auf.

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Internet mit Grenzbalken?

17 10 2011

SENDUNG: Digital.leben, Montag, 17. Oktober 2011,
16:55 Uhr, Ö1

Viel wird heutzutage diskutiert zum Thema Macht und Kontrolle über Daten im Internet. Doch relativ wenig darüber, wer eigentlich das Internet selbst kontrolliert. Wer bestimmt, wie offen und dezentral das Netz strukturiert ist, wo welche Filter eingerichtet werden und wie Internet-Domänen vergeben werden? Über diese und andere Themen debattierten Ende September die Teilnehmer des 6. Internet Governance Forums in Nairobi. Denn seit Jahren tobt ein Machtkampf zwischen den USA, Europa und den aufstrebenden Schwellenländern um das Regieren des Internets. Und diese Interessenskonflikte könnten letztlich dazu führen, dass das offene world wide web zunehmend „nationalisiert“ wird, befürchtet der Internet-Rechtsexperte Viktor Mayer-Schönberger. Der gebürtige Österreicher forscht am Oxford Internet Institute und war am 11. Oktober zu Gast beim Telekom Futuretalk in der Wiener Hofburg zum Thema „Who rules the internet society?“.

USA verteidigen Netz-Herrschaft

Das Internet ist ein unglaublich komplexes System und die vielen Elemente, die es hat, werden von unterschiedlichen Macht- und Einflusssphären beherrscht. Und noch seien es die USA, die hier die Nase vorn haben, erklärt Viktor Mayer-Schönberger. Denn sie kontrollieren das komplexe technische System, das dafür sorgt, dass UserInnen, die beispielsweise oe1.orf.at in ihren Browser eingeben, auch tatsächlich auf der Ö1-Website landen. Den Rest des Beitrags lesen »





Food Porn: Die Lust am Blick in fremde Kochtöpfe

11 10 2011

SENDUNG: Digital.leben, Dienstag, 11. Oktober 2011,
16:55 Uhr, Ö1

Wer beim Begriff „Food Porn“ denkt, dass hier Karotten und Melanzani irgendwie zweckentfremdet werden, der irrt. Denn Food Porn hat zwar viel mit Verbotenem, mit Sinnlichkeit und Exhibitionismus zu tun. Aber rein gar nichts mit Sex. Food-Porn-begeisterte Internetuser erfreuen sich in ihren Blogs gegenseitig mit anregenden Bildern von Speisen. Von scharfen exotischen bis hin zu unanständig-kalorienreichen.

Amateur, Table Dance, Hardcore

„All deine köstlichen Träume und verbotenen Fantasien werden hier erfüllt“ – Das verspricht der US-amerikanische Blog Foodporn.com. Unter der Subkategorie „Amateur“ verbergen sich Bilder von Selbstgekochtem, unter „Table Dance“, die Lieblingslokale von Bloggerin Chantrelle. Klickt man auf „Hardcore“ landet man bei Pilzfotos und Rezepten für Pilzgerichte. „Hardcore daran ist, dass wir die Pilze selber sammeln“, erklärt Chantrelle und das ist in Kalifornien fast überall verboten, „wir ziehen die Regenmäntel an, schleichen in den Wald und verstecken die Pilze im Rucksack. Wenn dich der Ranger dabei erwischt, wird das teuer. Und noch dazu nimmt er dir die Pilze wieder ab.“ Den Rest des Beitrags lesen »