MathInBraille: Mathematik für Sehbehinderte

20 02 2012

SENDUNG: Digital.leben, Montag, 20. Februar 2012, 16:55 Uhr, Ö1 / 7 Tage Ö1 zum Nachhören

Auch blinde und sehbehinderte Menschen surfen im Internet. Und zwar mit Hilfe sogenannter assistierender Technologien: Braille-Zeilen zum Beispiel übersetzen alle Bildschirminhalte in die Blindenschrift Braille, der User kann das dann mit Hilfe seines Tastsinns lesen. Sogenannte Screen Reader wiederum lesen die Inhalte ganz einfach laut vor. Sofern Webseiten barrierefrei gestaltet sind, funktioniert das im allgemeinen ganz gut. Kompliziert wird es aber dann, wenn es um mathematische Formeln geht. Denn die lassen sich in Braille nicht so ohne weiteres darstellen. Ein Forschungsteam der Kepler Universität in Linz hat jetzt eine webbasierte Anwendung entwickelt, die mathematische Formeln in lesbare Braille- und Sprachformate umwandelt: MathInBraille. Unterstützt wurden sie dabei von der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs.

Sehschwache meiden die Mathematik

Mit Mathematik hatte Louis Braille gar nichts am Hut. Der Mann, der im 19. Jahrhundert die Blindenschrift erfand, war Musiker. Und so hat er zwar eine gut durchdachte Notenschrift für Sehbehinderte entwickelt, aber sich eben keinerlei Gedanken über mathematische Formeln gemacht. Bis heute gibt es übrigens nur wenige Mathematiker und Techniker unter den sehbehinderten und blinden Menschen. Den Rest des Beitrags lesen »





Strenger Datenschutz: Segen oder Fluch für Unternehmen?

16 02 2012

SENDUNGEN:

*) Digital.leben, Donnerstag, 16. Februar 2012,
16:55 Uhr, Ö1 / 7 Tage Ö1 zum Nachhören

*) Europa-Journal, Freitag, 17. Februar 2012,
18:20 Uhr, Ö1 / 7 Tage Ö1 zum Nachhören

*) Matrix, Sonntag, 19. Februar 2012, 22:30 Uhr, Ö1 /
7 Tage Ö1 zum Nachhören

Wenn wir einen großen Onlineshop besuchen, weiß das soziale Netzwerk Facebook sofort Bescheid und bombardiert uns gezielt mit Werbung von genau jenen Produkten, die wir uns erst kürzlich angeschaut haben. Die Suchmaschine Google wiederum überlegt, Kunden 20 Euro im Monat zu zahlen, um ihr gesamtes Surfverhalten aufzeichnen zu dürfen. Persönliche Daten sind Goldes wert, denn je mehr die Firmen über uns wissen, desto leichter können sie uns Dinge verkaufen. Doch EU-Justizkommissarin Viviane Reding will den Datenkraken Hindernisse in den Weg legen. Sie hat Ende Jänner ihren Entwurf zu einer neuen EU-Datenschutzverordnung vorgestellt. Künftig dürfen Firmen unsere Daten nur verwenden, wenn wir ausdrücklich zustimmen. Und sie müssen sie wieder löschen, wenn wir das verlangen. Werden Daten gestohlen, muss das Unternehmen binnen 24 Stunden sowohl Datenschutzbehörden, wie die betroffenen Kunden informieren. Für die europäischen Bürger und Bürgerinnen ist das zweifelsfrei ein Fortschritt. Ob ein strenger Datenschutz jedoch gut oder schlecht für die Wirtschaft ist, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen.

„The lobbying has been fierce!“

Offenbar ist Justizkommissarin Viviane Reding mit der neuen Datenschutzverordnung ein großer Wurf gelungen. Denn im Großen und Ganzen zeigen sich alle zufrieden: Datenschutzexperten, Konsumentenschützer, EU-Parlamentarier und sogar von den großen IT-Unternehmen kommt – zumindest nach außen hin – Lob. Zum Beispiel von Jean Gonie, Datenschutzbeauftragter von Microsoft: „Die Datenschutzrichtlinie ist sehr gut. Wir haben jahrelang eine Harmonisierung der europäischen Gesetze gewünscht. Für alle Unternehmen ist es wichtig, gut auf Daten aufzupassen und die Privatsphäre der Kunden zu respektieren.“ Den Rest des Beitrags lesen »





amtsgeheimnis.at – Was Bürger alles nicht wissen dürfen

14 02 2012

SENDUNG: Digital.leben, Dienstag, 14. Februar 2012,
16:55 Uhr, Ö1

Österreicher lieben Geheimnisse. Das Bankgeheimnis zum Beispiel, das Geheimnis wer wieviel verdient, aber vor allem: das Amtsgeheimnis. Letzteres steht bei uns soager in der Verfassung. Und damit sind wir so ziemlich die einzigen in der EU. Viele andere Staaten haben stattdessen „Informationsfreiheits-gesetze“. Dort steht drinnen, dass die Behörden prinzipiell Auskunft erteilen müssen – Es sei denn, die nationale Sicherheit würde durch die Herausgabe der Information bedroht oder Persönlichkeitsrechte anderer verletzt. In Österreich wiederum ist zunächst einmal fast alles geheim. Was also die österreichischen Bürger und Bürgerinnen alles nicht erfahren dürfen, damit beschäftigt sich die Website amtsgeheimnis.at. Sie wurde ins Leben gerufen vom ehemaligen Journalisten und Social Media-Experten Josef Barth sowie vom Korruptionsexperten Hubert Sickinger.

Da könnt ja jeder kommen!

Wer in der österreichischen Datenschutzkommission sitzt, ist geheim. Welcher Kandidat wie viele Vorzugsstimmen bei den niederösterreichischen Landtagswahlen erhalten hat, ist geheim – zumindest in der Gemeinde Langenzersdorf. Und sogar das, was die von uns gewählte Regierung Woche für Woche so beschließt, dürfen wir Bürger und Bürgerinnen nicht erfahren. „Die Ministerratsbeschlüsse unterliegen laut Bundesarchivgesetz noch die nächsten 30 Jahre der Geheimhaltung“, erklärt Josef Barth. Den Rest des Beitrags lesen »





Schuften für den Weltmarkt: Arbeiterbewegungen in Hongkong und China

24 01 2012

SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 24. Jänner 2012,
18:25 Uhr, Ö1

Offiziell gehört Hongkong seit 1997 zur Volksrepublik China. Doch nach wie vor gibt es in der Sonderverwaltungszone Marktwirtschaft und Demokratie. Hongkong hat seine eigene Währung, eine eigene Regierung und freie Wahlen. Daher engagieren sich viele NGOs von Hongkong aus für die Rechte der Arbeiter und Arbeiterinnen in den chinesischen Industriezonen. Doch auch in der Sondervewaltungszone selbst wächst die Unzufriedenheit – speziell bei den Frauen, deren Arbeitsbedingungen besonders hart sind.

Made in China

Grell bunte Leuchtreklamen überall entlang der Nathan Road, einer der wichtigsten Einkaufsstraßen im Hongkonger Stadtzentrum Kowloon. Sie rufen: Kauf mich! Kauf mich! Vor den Kaufhaustempeln stehen meist ältere Menschen mit handgeklebten Werbetafeln aus Pappendeckel, angeheuert von den Kaufhäusern. Tag für Tag stehen sie hier, bis zu zehn Stunden. Sozialversichert sind sie nicht. Und auch der Mindestlohn von umgerechnet 2,80 Euro gilt für sie nicht. Während teure Luxusartikel in Hongkong Rekordumsätze machen, wächst der informelle Sektor ständig an, die prekär Beschäftigten, die irgendwie ums Überleben kämpfen. Den Rest des Beitrags lesen »





Steuerflüchtlinge und ihre Oasen

20 01 2012

SENDUNG: Europa-Journal, Freitag, 20. Jänner 2012,
18:20 Uhr, Ö1

Steuern sind wesentlicher Bestandteil des Gesellschaftsvertrags zwischen einem Staat und seinen Bürgern und Bürgerinnen. Diese geben der Regierung einen Teil ihres Einkommens und wollen, dass die Regierung dieses Geld möglichst sinnvoll zum Wohle der Allgemeinheit investiert. Für Bildung und Forschung zum Beispiel, um Straßen zu bauen, Kultur zu fördern und um sozial Bedürftige zu unterstützen. Steuern zahlen – das tut allerdings niemand gern. Auch erfolgreiche Unternehmen nicht. Und so haben sie mittlerweile eine Kunst darin entwickelt, durch komplizierte Firmenkonstrukte das Steuerzahlen zu umgehen. Ganz legal bunkern sie ihre Gewinne in sogenannten Steueroasen, also in Ländern, wo die Steuersätze dementsprechend niedrig sind. Doch dadurch gehen den Regierungen der Welt Milliarden durch die Lappen, die sie dann eben nicht umverteilen können. Diese Praktiken kritisiert seit Jahren das internationale Tax Justice Network, zu Deutsch: Netzwerk Steuergerechtigkeit. Zwei Ökonomen des Netzwerkes waren auf Einladung des vidc (Wiener Institut für Dialog und Zusammenarbeit) vergangene Woche in Wien.

Legale und illegale Steuerflüchtlinge
Keine Steuern zahlen ganz legal: Angenommen, unsere österreichische Firma macht hohe Gewinne. Dann gründen wir eben eine Tochterfirma im Steuerparadies Luxemburg. Dieser Tochterfirma übertragen wir dann die Rechte für unser Firmenlogo und zahlen ihr jährlich mehrere Millionen an Lizenzgebühr. Reicht das nicht aus, könnten wir noch eine Briefkastenfirma auf der Kanalinsel Jersey gründen. Von der lassen wir uns dann einen Riesenkredit geben und zahlen ihn mit hohen Zinsen zurück. Und schon wären wir aus dem Schneider: denn dort in den Oasen müssen wir kaum Steuern zahlen und hier haben wir ja fast keinen Gewinn. Den Rest des Beitrags lesen »





Donauwalzer am Irawadi: Ein österreichischer Antifaschist in Burma

12 01 2012

SENDUNG: Kontext – Sachbücher und Themen, Freitag, 13. Jänner 2012, 9:05 Uhr

Viele Österreicher und Österreicherinnen flüchteten während der Nazi-Zeit nach Großbritannien: darunter Menschen mit jüdischer Abstammung, Sozialdemokraten und Kommunisten. Einigevon  ihnen schlossen sich sogar der britischen Armee an, getragen von dem Wunsch gegen den Nationalsozialismus zu kämpfen. Einer davon war der gebürtige Wiener Rudolf Kauders. Doch zu seinem Entsetzen landete seine Armee-Einheit im Sommer 1944 nicht in Europa, sondern im Dschungel Burmas. Dort kämpften die Briten gerade gegen die mit Nazi-Deutschland verbündeten Japaner. Kauders Lebenserinnerungen wurden jetzt im Mandelbaum Verlag veröffentlicht: „Donauwalzer am Irawadi“, herausgegeben und kommentiert von seiner Tochter Lilian Kauders und Tanja Gausterer.

Schicksalhaftes Pfeifkonzert

Der Donauwalzer hat Rudolf Kauders einmal das Leben gerettet, dort am Ufer des Irawadi-Flusses in Burma. Er hatte seine Armee-Einheit verloren und so etwas konnte tödlich enden, schließlich lauterten überall im Urwald feindliche japanische Einheiten. Kauders sprach bereits ein paar Brocken Burmesisch und fragte einen Einheimischen, wo denn die britischen Truppen lagerten. Der Burmese wies ihm eine Richtung. Den Rest des Beitrags lesen »





Schule unter Bäumen: Eine katholische Mission im mosambikanischen Busch

16 12 2011

SENDUNG: Praxis – Religion und Gesellschaft, Freitag,
16. Dezember 2011, 22:15 Uhr, Ö1

Mosambik, im südlichen Afrika, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Mehr als die Hälfte der Menschen lebt unter der Armutsgrenze, die meisten davon betreiben Subsistenzlandwirtschaft. Zwei Drittel der Frauen und etwa die Hälfte der Männer können weder schreiben noch lesen. Und gleichzeitig ist Mosambik eines jener zehn Länder mit der höchsten HIV-Rate weltweit. Das Land ist in hohem Maße abhängig von ausländischen Hilfsgeldern – auch von österreichischen, denn Mosambik ist seit 1993 Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Und auch kirchliche NGOs sind in Mosambik aktiv. HORIZONT3000 und die österreichische Caritas zum Beispiel unterstützen Missionen in Zentralmosambik, die von italienichen Comboni-Missionaren betrieben werden. Sie kümmern sich um Bildung und Gesundheitsversorgung der lokalen Bevölkerung.

In the Middle of Nowhere

Um nach Mangunde zu gelangen fährt man mehrere Stunden mit dem Geländewagen durch den Busch auf holprigen Sandstraßen. Gelegentlich begegnet man einem Radfahrer oder Frauen, die Kanister mit Trinkwasser auf dem Kopf transportieren. Autos sieht man keine. Dörfer auch nicht – bestenfalls vereinzelte Lehmhütten. Und dann plötzlich: die Mission. Mit gemauerten Häusern, Schule und Gesundheitsstation, quasi eine Mini-Stadt mitten im Nichts. Hier gibt es mittlerweile sogar Internet und Strom. Den Rest des Beitrags lesen »





Zeitspenden per Mausklick

14 12 2011

SENDUNG: Digital.leben, Mittwoch, 14. Dezember 2011, 16:55 Uhr, Ö1

Etwa 43 Prozent der Österreicher und Österreichinnen können sich theoretisch vorstellen, sich ehrenamtlich für eine Sache zu engagieren, die ihnen wichtig erscheint. Tatsächlich tun es aber nur wenige. Einer der Gründe: oft weiß man gar nicht so recht, an wen man sich wenden könnte und was man überhaupt tun will. Um dieses Problem zu lösen hat die Internetprojektbörse Respekt.net jetzt eine neue Spendenform entwickelt: Zeitspenden per Mausklick. Respekt.net wurde vor etwa einem Jahr gegründet und war bisher eine Plattform für Crowdfunding. Das heißt Menschen, die sich zivilgesellschaftlich engagieren stellen dort ihre Projekte vor und potentielle Investoren können dafür spenden, wenn ihnen die Idee gefällt. Bisher konnte man aber nur Geld spenden. Neuerdings kann man auch seine Zeit in Form von ehrenamtlicher Tätigkeit zur Verfügung stellen.

Protestwanderweg sucht Ehrenamtliche

Nicht immer scheitert es nur am Geld, wenn Projekte nicht umgesetzt werden können. Oft fehlt es auch an Helfern oder an Expertise. Martin Auer zum Beispiel ist Mitinitiator des Ersten Wiener Protestwanderweges: Er will Orte zeigen, an denen durch zivilgesellschaftliches Engagement etwas erreicht wurde. Sei es das erste Wiener Mädchengymnasium in der Hegelgasse oder das alternative Kulturzentrum Arena, das 1967 von aktivistischen Kulturschaffenden besetzt wurde. Den Rest des Beitrags lesen »





Aufklären statt totschweigen: AIDS-Bekämpfung in Mosambik

13 12 2011

SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 13. Dezember,
18:25 Uhr, Ö1

Einer aktuellen Studie der mosambikanischen Regierung zufolge, sind 11,5 Prozent der Bevölkerung HIV-positiv. Doch kaum einer der Betroffenen spricht darüber. Behandlung wäre zwar theoretisch vorhanden, doch wer hat schon Zugang zu medizinischer Versorgung in einem der ärmsten Länder der Welt? Viele internationale Hilfsgelder werden in die AIDS-Bekämpfung gesteckt: sowohl in Aufklärungskampagnen, wie auch in Medikamente. Auch österreichische Gelder, denn Mosambik ist Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Doch die Krise lässt die reichen Länder sparen – vor allem bei ihren Ausgaben für arme Länder. Und das könnte dramatische Folgen haben für den Kampf gegen AIDS in Afrika.

Allgegenwärtiges Tabu

Die Avenida Friedrich Engels in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo ist ein beliebter Ausflugsort für Liebespärchen. Von der Panoramastraße am Hügel hat man wunderbaren Ausblick aufs Meer. Zwischen lilablühenden Sträuchern stehen zahlreiche rote Holzbänke. „Beweis mir deine Liebe und mach den HIV-Test mit mir“, steht mit weißen Lettern auf jeder zweiten Bank geschrieben. Eine Kampagne der Kondomfirma Jeito. Den Rest des Beitrags lesen »





Gov 2.0 – ein Barcamp über Internet und Demokratie

7 12 2011

SENDUNGEN: Digital.leben, Mittwoch, 7. Dezember 2011,
16:55 Uhr, Ö1

und
Matrix, Sonntag, 11. Dezember 2011, 22:30 Uhr

Ein Computerspiel, das simuliert, wie Bürgerbeteiligung bei der Raumplanung ausschauen könnte, ein soziales Netzwerk für Wutbürger und eine preisgekrönte Toilettensuche – das waren nur einige der Ideen, die vergangene Woche am Government 2.0 Barcamp im Wiener Rathaus diskutiert wurden. Dort trafen Menschen aus der öffentlichen Verwaltung zusammen mit Nerds aus der Web 2.0-Community. Als Kuppler fungierten das Zentrum für E-Governance der Donauuniversität Krems gemeinsam mit Neu & Kühn – einer Agentur für E-Partizipation.

Social Network für WutbürgerInnen

Anzugträger aus der öffentlichen Verwaltung trifft Web 2.0-Nerd mit Kapuzenpulli. So etwa lautete das Motto des Government 2.0 Camps in Wien. „Wir haben gemerkt, dass es eine sehr aktive Internet Community gibt, die sich viele Gedanken über die Weiterentwicklung der Demokratie über das Internet macht und auf der anderen seite gibt es eine e-Government Communtiy. Doch da gibt es wenig Schnittpunkte. Unsere Motivation war es, ein Lernen in beide Richtungen zu ermöglichen“, erklärt Veranstalter Peter Kühnberger von der Agentur Neu & Kühn. Den Rest des Beitrags lesen »








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