„Die Traumata der Sklaverei überwinden“ Interview mit Gilberto Gil

9 04 2011

Ein Kulturminister mit Rasta-Zöpfen, der öffentlich zugibt, bis zu seinem 50. Lebensjahr regelmäßig Marihuana geraucht zu haben. 2003 bringt er den Sitzungssaal der Vereinten Nationen in New York zum Tanzen. An den Congas begleitet ihn dabei der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan. Von den Medien bekam Gilberto Gil den Spitznamen: Minister of Cool.
In den 1970ern wurde er von der brasilianischen Militärregierung verfolgt, im Jahr 2003 holte ihn der linke Präsident Lula in seine Regierung. 2008 Jahren kehrte Gilberto Gil der Politik den Rücken, um sich nur noch seiner Musik zu widmen. Am kommenden Dienstag, 12. April, ist der 69-jährige zu Gast in Wien. Im Konzerthaus präsentiert er sein Programm „The String Concert“.

Beitrag zum Nachhören: Ö1 Mittagsjournal, Samstag, 9. April 2011


Was wird uns bei Ihrem aktuellen Programm „The String Concert“ in Wien erwarten?

Gilberto Gil: Wir sind drei Musiker. Mein Sohn, Bem Gil und ich spielen Gitarre gemeinsam mit dem Cellisten Jaques Morelenbaum. Das Repertoire sind Lieder von mir aus verschiedenen Epochen, aus verschiedenen Momenten. Und es gibt auch 2-3 ganz neue Lieder. Und es ist ein akustisches Programm, sehr minimalistisch, intim und weich. Ein sanftes Konzert.

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Ein Brasilien für alle? Rückblick auf acht Jahre Lula

17 12 2010

SENDUNG: Journal Panorama, Montag, 20. Dezember 2010,
18:25 Uhr, Ö1

Am 1.1.2011 ist es soweit: Brasilien, das größte Land Lateinamerikas, bekommt seine erste Präsidentin. Dilma Rousseff, Tochter eines bulgarischen Einwanderers, wird für die nächsten vier Jahre die Geschicke des Landes leiten. Als Guerillera kämpfte sie in den späten 1960ern im bewaffneten Widerstand gegen die brasilianische Militärdiktatur, wurde verhaftet und gefoltert. Ab den 1980ern engagierte sie sich in der Arbeiterpartei PT, war Energieministerin und zuletzt Kabinettschefin unter Präsident Luiz Inacio Lula da Silva – den sie jetzt beerbt. Und es sind große Fußstapfen in die Dilma Roussef da tritt. Jetzt, am Ende seiner Amtszeit, konnte sich Präsident Lula über Beliebtheitswerte von über 80 Prozent freuen. Innerhalb von acht Jahren hat er das schwer verschuldete Entwicklungsland zu einer Weltmacht gemacht. 24 Millionen Brasilianer und Brasilianerinnen konnten der absoluten Armut entrinnen. Aber es gibt auch Kritik: vor allem aus den sozialen Bewegungen, sowie von Umweltschützern.

Zu Tränen gerührt
Lula hätte vermutlich auch einen Telefonmasten als seinen Nachfolger aufstellen lassen können – die Leute hätten ihn gewählt, sagt Angela Kemper, Brasilienreferentin der Dreikönigsaktion der katholischen Jungschar. Noch nie war ein brasilianischer Präsident so beliebt bei der Bevölkerung wie Luiz Ignacio da Silva, genannt Lula. Lediglich drei Prozent sind laut Umfragen mit seiner Regierung total unzufrieden. Das liegt einerseits an seiner Politik und andererseits wohl auch an seiner Persönlichkeit. Den Rest des Beitrags lesen »





Schauplatz Brasilien – Wie nachhaltig ist Biotreibstoff?

14 10 2010

SENDUNG: Journal Panorama, Donnerstag, 14. Oktober 2010, 18:25 Uhr, Ö1

In Brasilien boomt die Biotreibstoffproduktion. Doch: Können Biotreibstoffe helfen, die Armut zu bekämpfen und den Klimawandel zu bremsen? Oder sind sie schuld an hohen Lebensmittelpreisen, Landflucht und Umweltzerstörung? Experten sind sich uneinig.

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Zwischen Hungerlohn und Sozialhilfe
Die Kleinstadt Aracoiaba im nordöstlichen Bundesstaat Pernambuco ist umringt von Zuckerrohrplantagen. Die Unterkünfte am Stadtrand bestehen aus Brettern, Pappe und Wellblech. Müll liegt auf der Straße. Schweine suchen darin nach Essbarem und es riecht ziemlich streng. Die Erntesaison ist vor kurzem zu Ende gegangen. Einige Männer lungern auf der Straße herum und trinken billigen Cachaca – den lokalen Zuckerrohrschnaps. Den Rest des Beitrags lesen »