James K. Galbraith: Der geplünderte Staat

9 07 2010

HÖRTIPP: Kontext – Sachbücher und Themen,
Freitag 9. Juli 2010, 9:05 Uhr, Ö1

Neoliberale Theorien wie der Freihandel, der schlanke Staat oder flexible Löhne gehören längst in den Abfalleimer der Geschichte. Konservative Politiker glauben selbst nicht mehr daran. Im politischen Diskurs werden diese Theorien aber weiterhin beschworen. Und zwar, weil die Reichen und Mächtigen davon profitieren. Diese plündern staatliche Gelder und stecken sie in ihre privaten Taschen. Das ist die Kernaussage von James K. Galbraiths aktuellem Buch „Der geplünderte Staat. Oder was gegen den freien Markt spricht“.

James K. Galbraith ist der Sohn des 2006 verstorbenen linksliberalen Starökonomen John Kenneth Galbraith, der unter anderem als Berater der US-Präsidenten Roosevelt und Kennedy tätig war. James K. Galbraith selbst unterrichtet Wirtschaft an der University of Texas in Austin. Er schreibt für diverse Zeitungen und hat mehrere Bücher über Finanzwirtschaft und ökonomische Ungleichheit veröffentlicht.

Galbraith war stets einer der schärfsten Kritiker der Wirtschaftspolitik von George W. Bush. Im Juni besuchte er Wien und bei dieser Gelegenheit hat sich Ulla Ebner mit ihm über sein aktuelles Buch unterhalten.


Vom Aufstieg und Fall des freien Marktes
Es ist die Geschichte einer Idee, die zuerst gehegt und dann von ihren eigenen Fürsprechern verraten wurde, schreibt James K. Galbraith im Vorwort zur deutschen Ausgabe seines Buchs „Der geplünderte Staat oder Was gegen den freien Markt spricht“. Die Idee des freien Marktes wurde seiner Meinung nach dazu benützt, den Sozialstaat in eine Maschine zur privaten Vermögensanhäufung und Machtsicherung zu verwandeln. Den Rest des Beitrags lesen »