Das Volk als Finanzminister: Der partizipative Bürgerhaushalt

19 06 2011

SENDUNGEN:  Digital.leben, Donnerstag, 16. Juni 2011, 16:55 Uhr  und Matrix, Sonntag, 19. Juni 2011, 22:30 Uhr, Ö1 

Wie würden Sparpakete wohl aussehen, wenn sie nicht von Politikern geschnürt würden, sondern von den Steuerzahlern selbst? Klingt utopisch? Vielleicht in Österreich. Ihren Ausgangspunkt nahm die Idee des partizipativen Bürgerhaushaltes in Brasilien. Das heißt: Die BürgerInnen bestimmen direkt mit, wie die finanziellen Mittel  der Stadt verteilt werden. Mittlerweile tun das viele Gemeinden auf der ganzen Welt. Das Internet hat neue Möglichkeiten geschaffen, solche Diskussionen zu vereinfachen. In Deutschland wagen bereits mehr als 100 Gemeinden das Experiment Online-Bürgerhaushalt.

Demokratiepolitische Nachhilfe aus dem Süden

Eine Bürgerversammlung in einem Stadtviertel der süd-brasilianischen Stadt Porto Alegre:  Hunderte Menschen haben sich in der Turnhalle versammelt, sie halten Transparente hoch, diskutieren, stimmen ab. Es geht darum, wie die Stadt im kommenden Jahr ihr Investitionsbudget ausgeben soll. Seit dem Jahr 1989 dürfen die Bürger und Bürgerinnen der eineinhalb-Millionenstadt hier mitbestimmen. Den Rest des Beitrags lesen »





„Die Traumata der Sklaverei überwinden“ Interview mit Gilberto Gil

9 04 2011

Ein Kulturminister mit Rasta-Zöpfen, der öffentlich zugibt, bis zu seinem 50. Lebensjahr regelmäßig Marihuana geraucht zu haben. 2003 bringt er den Sitzungssaal der Vereinten Nationen in New York zum Tanzen. An den Congas begleitet ihn dabei der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan. Von den Medien bekam Gilberto Gil den Spitznamen: Minister of Cool.
In den 1970ern wurde er von der brasilianischen Militärregierung verfolgt, im Jahr 2003 holte ihn der linke Präsident Lula in seine Regierung. 2008 Jahren kehrte Gilberto Gil der Politik den Rücken, um sich nur noch seiner Musik zu widmen. Am kommenden Dienstag, 12. April, ist der 69-jährige zu Gast in Wien. Im Konzerthaus präsentiert er sein Programm „The String Concert“.

Beitrag zum Nachhören: Ö1 Mittagsjournal, Samstag, 9. April 2011


Was wird uns bei Ihrem aktuellen Programm „The String Concert“ in Wien erwarten?

Gilberto Gil: Wir sind drei Musiker. Mein Sohn, Bem Gil und ich spielen Gitarre gemeinsam mit dem Cellisten Jaques Morelenbaum. Das Repertoire sind Lieder von mir aus verschiedenen Epochen, aus verschiedenen Momenten. Und es gibt auch 2-3 ganz neue Lieder. Und es ist ein akustisches Programm, sehr minimalistisch, intim und weich. Ein sanftes Konzert.

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