arbeiterkind.at: Eine Initiative für studierwillige Arbeiterkinder

17 10 2011

SENDUNG: Digital.leben, Dienstag, 18. Oktober 2011,
16:55 Uhr, Ö1

Die Wahrscheinlichkeit ob ein Kind einmal einen Universitätsabschluss machen wird oder eine Lehre, das hängt in Deutschland und Österreich oft weniger von der Intelligenz und Begabung des Kindes ab, als vom Bildungsgrad der Eltern. Mit den Hürden beim Bildungsaufstieg beschäftigt sich die deutsche Autorin Katja Urbatsch in ihrem soeben erschienenen Buch „Ausgebremst. Warum das Recht auf Bildung nicht für alle gilt“. Katja Urbatsch ist selbst die erste in ihrer Familie, die ein Hochschul-Studium gemacht hat und weiß welche Probleme Studierende aus sogenannten „bildungsfernen“ Schichten haben. Darum hat sie vor drei Jahren in Deutschland die Initiative arbeiterkind.de ins Leben gerufen. Diese bietet Jugendlichen aus Arbeiterfamilien Unterstützung beim Schritt auf die Universität und ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Jetzt gibt es diese Initiative auch in Österreich. Das Webportal arbeiter-kind.at ist seit Anfang Oktober online und in Wien hat sich schon eine Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter zusammengefunden. 

„Willst du jetzt unter die Intellektuellen gehen, oder was?“

„Du denkst wohl, Du bist etwas Besseres? Wir haben auch nicht studiert und kommen gut klar!“ – „Mach’ erstmal eine Lehre, da verdienst Du sofort Geld und liegst uns nicht auf der Tasche!“

Diese und ähnliche Dinge bekommen Jugendliche aus sogenannten Arbeiterfamilien immer wieder zu hören, sobald sie den Wunsch äußern, eine Universität zu besuchen. Denn während Akademiker-Eltern von ihren Sprösslingen meist erwarten, dass diese auch Akademiker werden, ist bei Eltern mit Lehrabschluss oft das Gegenteil der Fall. Die Website arbeiter-kind.at listet den Studierwilligen eine Reihe von Argumenten gegen die eingangs gehörten Vorurteile auf.

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