Regierung 2.0 – Wie das Netz die Politik verändern könnte

7 02 2013

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 17. Februar 2013, 22:30 Uhr, Ö1

Die neuen Kommunikationstechnologien verändern die Gesellschaft und sie verändern die Beziehungen zwischen Menschen. Doch verändern sie auch die Beziehung zwischen Bürgern und Regierenden? Unter dem Schlagwort „Open Government“ fordern Netzaktivisten von den Regierenden seit Jahren mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung. Die Piratenpartei wiederum experimentiert mit völlig neuen Methoden der Basisdemokratie übers Netz.

Tatsächlich beginnen Regierungen auf der ganzen Welt – sogar in Österreich – sich ein wenig zu öffnen. Sie stellen im Netz immer mehr Daten und Informationen zur Verfügung. Und doch werden politische Entscheidungen nach wie vor hinter verschlossenen Türen gefällt. Im Rahmen von E-Partizipationsprojekten können Bürger mitdiskutieren, was mit ihrem Steuergeld geschehen soll, wie der öffentliche Raum gestaltet werden soll oder wie sie sich das Zusammenleben in der Stadt so vorstellen. Doch die Beteiligung verläuft andererseits in Pilotprojekten oft schleppend. Offenbar sehen die angeblich politikverdrossenen Bürger noch wenig Sinn darin, im Netz zu diskutieren. Über Wunsch und Wirklichkeit der Regierung 2.0.

(c) Johannes Schmidt

Bürger kontrollieren Politik

Die britische Website „Who’s lobbying“ listet auf, welche Politiker sich in Großbritannien mit welchen Lobbyisten getroffen haben. „Open Congress“ verrät, wie US-amerikanische Abgeordnete abgestimmt und von wem sie Geld erhalten haben. Vor etwa 5-10 Jahren haben Netzaktivisten im angelsächsischen Raum begonnen, die Politik zu kontrollieren, erklärt die deutsche Open Government Expertin Anke Domscheit-Berg: „Das Gute an unserer digitalen Gesellschaft ist, dass es eine globale digitale Gesellschaft ist. Wenn also ein Bürger in Frankreich oder den USA einen bestimmten Service sieht, dann will er den dort, wo er lebt, auch haben.“ Den Rest des Beitrags lesen »

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Cyborgs, Cyberfeminists und Geek Girls. Wie männlich ist die Netzkultur?

14 10 2012

SENDUNGEN: Matrix, Sonntag, 14. Oktober 2012, 22:30 Uhr, Ö1
und
Digital.leben, Donnerstag, 11. Oktober 2012, 16:55 Uhr

Mit dem Web 2.0 sollte alles anders werden: Das Netz hat eine demokratische Struktur, in der digitalen Welt zählt jeder gleichviel, Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht spielen keine Rolle. Soweit die optimistischen Visionen. Doch ist das tatsächlich so? Nein, sagen Feministinnen: In der Netzkultur gelten ganz ähnliche Geschlechter-Hierarchien, wie in der Offline-Welt. Daran wollen Netzfeministinnen etwas ändern. Sie nutzen Kommunikationstechnologien zur Verbreitung feministischer Ideen und setzen sich kritisch mit Geschlechteridentitäten im Cyberspace auseinander. Die Anfänge des Cyberfeminismus sind in der Kunstwelt der 1990er-Jahre zu finden.

Cyberfeminismus ist keine Nudelsauce

„Cyberfeminismus ist kein gruenes Häkeldeckchen, Cyberfeminismus ist kein leerer Kühlschrank, cyberfeminism is not lady.like” – So lauten drei der 100 Antithesen zum Cyberfeminismus, verfasst vom Old Boys Network. Der Name der Gruppe wirkt trügerisch, denn dahinter verbirgt sich eine Gruppe von technik-affinen Künstlerinnen, die 1997 auf der Documenta in Kassel die Erste Cyberfeministische Internationale organisiert hat. Den Rest des Beitrags lesen »





Demokratie 2.0: Visionen einer offenen Regierung

5 05 2012

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 6. Mai 2012, 22:30 Uhr, Ö1

Soziale Medien beeinflussen das Verhalten der Menschen. Sie tun im Netz ihre Meinung kund, vernetzen sich und teilen Informationen mit allen anderen. Das verändert unsere Gesellschaft. Doch verändert es auch die Politik? Kann das Internet gar zu einer neuen Form der Demokratisierung führen? Wie bringt man Bürger dazu, sich aktiver zu beteiligen? Welche Daten soll eine Regierung zur Verfügung stellen, und in welcher Form? Und verhindern Transparenzinitiativen tatsächlich Korruption? Mit Fragen dieser Art beschäftigte sich Ende dieser Woche die CeDem, eine internationale Konferenz für e-Democracy und Open Government an der  Donau-Universität Krems. Experten aus aller Welt diskutierten über aktuelle und künftige Entwicklungen im Bereich elektronischer Demokratie und Open Government. Eine davon war die deutsche Open Government-Expertin Anke Domscheit-Berg.

Who opens Governments?

Politischer Aktivismus im Netz, Online-Beteiligung von Bürgern und Open Government: das waren die Schwerpunkte der heurigen CeDem-Konferenz in Krems. Die Türen des stillen Kämmerleins, also jenem Ort, wo derzeit Politik gemacht wird, die sollen geöffnet werden – Darin waren sich alle Referenten einig. Nur: Wer wird das tun? Schließen die Politiker von innen auf? Oder rennt die Zivilgesellschaft sie von außen ein? Mit dieser Frage beschäftigte sich die deutsche Open Government-Expertin Anke Domscheit-Berg, eine der Hauptrednerinnen der CeDem. Den Rest des Beitrags lesen »