„Hay vidas en juego“ – Prekariat und Empörung auf der Iberischen Halbinsel

28 04 2013

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 28. April 2013, 22:30 Uhr, Ö1

Immer mehr Spanier und Spanierinnen stehen auf der Straße. Sie können die Kreditraten für ihr Eigenheim nicht mehr bezahlen. In den vergangenen Jahrzehnten hatten sie sich Wohnungen oder Häuser gekauft und dafür langfristige Kredite aufgenommen. Doch dann kam die Krise.

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Soziale Gräueltat Zwangsräumung

In einem Youtube-Video erzählen Betroffene ihre Geschichten: Von Kreditschulden, Druck durch die Banken und Zwangsdelogierungen. Geschichten, die die spanische Regierung lieber verschweigen würde. Seit dem Jahr 2008 wurden mehr als 170.000 Familien in Spanien zwangsdelogiert, erzählt die Aktivistin Iolanda Prats aus Valencia: „Bis zum November 2011 war diese Problematik gar nicht öffentlich bekannt. Die Betroffenen waren eingeschüchtert und verließen ihre Wohnungen still und heimlich. Ohne zu kämpfen.“ Den Rest des Beitrags lesen »





No nos vamos, nos echan – Spaniens Jugend ohne Zukunft

28 04 2013

SENDUNGEN: Digital.leben, Mittwoch, 27. März 2013, 16:55 Uhr, Ö1
Matrix, Sonntag, 28. April 2013, 22:30, Ö1

55,5 Prozent aller Spanier und Spanierinnen unter 25 Jahren sind derzeit arbeitslos. Die Krise treibt viele von ihnen ins Ausland – vor allem die gut ausgebildeten. Ein spanisches Internetprojekt möchte dieses Problem jetzt sichtbar machen. Die Protestbewegung „Juventud sin Futuro“ (Jugend ohne Zukunft) hat junge Exil-Spanier aufgerufen, auf einer interaktiven Weltkarte etwas über die Hintergründe ihrer Migration zu erzählen. „Wir gehen nicht von selbst – sie schmeißen uns raus“ – lautet das Motto. In den ersten vier Wochen haben sich bereits mehr als 7.000 Ausgewanderte dort eingetragen.

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Die Krise treibt junge Spanier ins Ausland

Der PR-Experte Dani (28) ist seiner Schwester ins irische Limerick gefolgt. Nachdem er in Spanien jahrelang vergeblich auf Jobsuche war, hofft er, in Irland mehr Glück zu haben. Ein 25-jähriger Barkeeper, der seinen echten Namen nicht verraten möchte, mixt seine Cocktails jetzt – als illegaler Schwarzarbeiter – in einer Bar in Argentinien. Die Architektin Rocío (26) hat einen Job in Wien gefunden, doch eigentlich wäre sie lieber bei ihrer Familie in Spanien. Mehrere Tausend solcher Geschichten findet man auf der spanischen Website: „No nos vamos – nos echan“ – was so viel heißt wie: wir gehen nicht von selbst, sie schmeißen uns raus. Den Rest des Beitrags lesen »





Stabiler Euro, prekäres Leben?

26 11 2010

SENDUNG: Europa-Journal, Freitag, 26. November 2010,
18:20 Uhr, Ö1

„Wir bezahlen nicht für eure Krise“ – das war das Motto von europaweiten Demonstrationen im März 2009. Und heute, eineinhalb Jahre später, tun wir es doch: Die europäischen Regierungen schnüren harte Sparpakete. Die Bürger und Bürgerinnen tragen die Kosten für eine Krise, die von Banken und anderen Finanzspekulanten verursacht wurde. Banken werden durch Milliardenhilfspakete an verschuldete Staaten gerettet. Gespart wird bei Sozialleistungen, Pensionen und Bildung. Diese Sparmaßnahmen seien leider zwingend notwendig, um die Stabilität in Europa zu sichern, versichern uns die jeweiligen Regierungen, die EU-Kommission und auch der Internationale Währungsfond. Stimmt nicht, sagen kritische Ökonomen sowie Vertreter der sogenannten Zivilgesellschaft: Die Austeritätspolitik gefährde die soziale Stabilität in Europa. Kritisiert wird vor allem, dass jene ungeschoren davon kommen, die die Krise verursacht haben: nämlich die Banken.


Mediterranes Versuchskaninchen
Griechenland sei eine Art Versuchskaninchen gewesen, sagt Thanos Contargyris von ATTAC-Griechenland: Einerseits für die Angriffe der Finanzspekulanten auf die Staatsanleihen des schwer verschuldeten Landes und andererseits in Bezug auf die radikalen Sparpakete. Contargyris versteht sehr gut, dass die Iren nicht besonders erfreut sind über die aufgezwungene EU-Hilfe. Denn Griechenland sei ein abschreckendes Beispiel für alle verschuldeten Länder: Die EU-Staaten sowie der Internationale Währungsfond haben ein radikales Sparpaket verordnet, das die ökonomische Entwicklung Griechenlands um Jahre zurückwirft. Den Rest des Beitrags lesen »