Aufwachsen zwischen den Welten: Die Kinder der Entwicklungshelfer

16 07 2013

SENDUNG: Moment – Leben heute, Dienstag, 21. August 2012, 14:40 Uhr, Ö1

WH: Mittwoch, 17. Juli 2013, 14:40 Uhr, Ö1
(im Rahmen der Moment-Serie: „Anders aufwachsen. Kinderleben abseits der Idealvorstellungen“)

„Tumbuka“ nennt sich ein Bantu-Dialekt, der von etwa zwei Millionen Menschen im südlichen Afrika gesprochen wird. Der Waldviertler Gabriel Graf hat ihn als Kind gelernt: in einer Dorfschule in Sambia. Denn dort haben seine Eltern als Entwicklungshelfer gearbeitet. Seit den 1960er-Jahren sind etwa 2.500 Österreicher und Österreicherinnen für die Entwicklungszusammenarbeit in abgelegene Regionen in Afrika, Lateinamerika oder auch Papua Neuguinea gegangen. Viele davon mit der ganzen Familie. Die Kinder wachsen dort ohne den Luxus der industrialisierten Welt auf, sie lernen exotische Sprachen, Vögel jagen und Fische fangen und sie tauchen ein in eine völlig andere Kultur. Für manche ist das Zurückkommen nach Österreich schwieriger als das Weggehen.

Kulturschock Hüftschwung

„Gleich am ersten Tag, als ich dorthin gekommen bin, hätten wir alle tanzen sollen. Ich war eher schüchtern und hab mich in die Ecke gesetzt. Bei den Brasilianern geht es immer darum, dass alle lachen und Kontakt haben und immer wird Musik gespielt. Ich war da noch ein wenig österreichischer.“ Daniel Kemper erinnert sich an seinen ersten Tag in der Vorschule in Brasilien. Im Dorf Boa Vista do Tupim, im Landesinneren des nordöstlichen Bundesstaates Bahía, hat er drei Jahre seiner frühesten Kindheit verbracht. Am Hauptplatz hört er den alten Leuten zu, wie sie miteinander sprechen und plappert alles nach. Innerhalb kurzer Zeit beginnt er, ganz von selbst portugiesisch zu sprechen. Den Rest des Beitrags lesen »





Äthiopien: Hungerbekämpfung durch Ökotourismus

23 07 2012

SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 24. Juli 2012,
18:25 Uhr, Ö1

Hungersnöte, Dürrekatastrophen, entführte Touristen: Es sind selten positive Nachrichten, mit denen Äthiopien in die Schlagzeilen kommt. Dem äthiopischen Tourismusministerium ist das negative Image des Landes ein Dorn im Auge. Schließlich möchte das Land in den kommenden Jahren unter die Top 5-Tourismusdestinationen in Afrika kommen.

Bettelnde Kinder und küssende Touristen

Ziggy Yohannes stockt und schaut vorsichtig zum Vertreter des regionalen Landwirtschaftsbüros von Nord-Gondar hinüber: Darf er wirklich ehrlich auf die Frage antworten, ob der Tourismus auch Schattenseiten hat? Nach langem Zögern erzählt er uns von jungen Mädchen aus armen Familien, die von weißen Touristen verführt und dann sitzengelassen werden. Von aufkommendem Sextourismus und Prostitution, von westlichen Pärchen, die sich zum Entsetzen der Dorfleute öffentlich küssen. Teshome Mulu vom Landwirtschaftsbüro hält es auch für bedenklich, dass immer mehr Kinder beginnen, auf der Straße Touristen anzubetteln anstatt in die Schule zu gehen. Den Rest des Beitrags lesen »