Wie soll das Internet regiert werden?

3 05 2014
SENDUNG: Matrix - Computer und Neue Medien, 
Sonntag, 4. Mai 2014, 22:30, Ö1 / 7 Tage Ö1 zum Nachhören
Digital.leben, Dienstag, 29. April 2014, 16:55 Uhr, Ö1 
7 Tage Ö1 zum Nachhören

Kaum ein Staatsoberhaupt hat so lautstark Kritik geübt an der Massenüberwachung durch den US-Geheimdienst NSA wie die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff. In einer Rede vor den Vereinten Nationen hat sie vergangenen Herbst eine Regulierung des Internet gefordert, damit Privatsphäre und Bürgerrechte aller Menschen im Netz geschützt werden. Brasilien hat bereits vorgezeigt, wie das gehen könnte und selbst ein solches Gesetz – den sogenannten Marco Civil da Internet – verabschiedet. Vergangene Woche trafen sich knapp 1.500 internationale Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Sao Paulo. Auf der NETmundial-Konferenz diskutierten sie über die Zukunft der Internet Governance: Wie Staaten Menschenrechte im Netz verankern sollten und wie das Internet selbst künftig verwaltet werden sollte. Denn die USA , die bisher die Oberhoheit über die Vergabe von Internetadressen hatten, kündigten vor kurzem an, diese Funktion abgeben zu wollen.

(c) netmundial

Blumige Worte

Als erstes Land der Welt verabschiedet Brasilien ein Gesetz, dass Bürgerrechte im Netz garantieren soll. Medienwirksam unterschreibt Präsidentin Dilma Rousseff dieses Gesetz – den sogenannte Marco Civil – während der Eröffnungszeremonie der Netmundial-Konferenz. Sie wünscht sich eine solche Internetverfassung für die ganze Welt: „Das Internet, das wir wollen, muss die Menschenrechte achten. Insbesondere den Schutz der Privatsphäre und die Meinungsfreiheit. Ich habe vorgeschlagen, eine Diskussion über einen weltweiten Marco Civil zu starten – darüber, wie das Internet regiert werden soll und wie man Daten im Netz schützen kann.“ Den Rest des Beitrags lesen »





Internet mit Grenzbalken?

17 10 2011

SENDUNG: Digital.leben, Montag, 17. Oktober 2011,
16:55 Uhr, Ö1

Viel wird heutzutage diskutiert zum Thema Macht und Kontrolle über Daten im Internet. Doch relativ wenig darüber, wer eigentlich das Internet selbst kontrolliert. Wer bestimmt, wie offen und dezentral das Netz strukturiert ist, wo welche Filter eingerichtet werden und wie Internet-Domänen vergeben werden? Über diese und andere Themen debattierten Ende September die Teilnehmer des 6. Internet Governance Forums in Nairobi. Denn seit Jahren tobt ein Machtkampf zwischen den USA, Europa und den aufstrebenden Schwellenländern um das Regieren des Internets. Und diese Interessenskonflikte könnten letztlich dazu führen, dass das offene world wide web zunehmend „nationalisiert“ wird, befürchtet der Internet-Rechtsexperte Viktor Mayer-Schönberger. Der gebürtige Österreicher forscht am Oxford Internet Institute und war am 11. Oktober zu Gast beim Telekom Futuretalk in der Wiener Hofburg zum Thema „Who rules the internet society?“.

USA verteidigen Netz-Herrschaft

Das Internet ist ein unglaublich komplexes System und die vielen Elemente, die es hat, werden von unterschiedlichen Macht- und Einflusssphären beherrscht. Und noch seien es die USA, die hier die Nase vorn haben, erklärt Viktor Mayer-Schönberger. Denn sie kontrollieren das komplexe technische System, das dafür sorgt, dass UserInnen, die beispielsweise oe1.orf.at in ihren Browser eingeben, auch tatsächlich auf der Ö1-Website landen. Den Rest des Beitrags lesen »