Brasilienwahl: Aécio schlägt Marina

6 10 2014
SENDUNG: Ö1 Frühjournal, Montag, 6. Oktober 2014
Ö1 zum Nachhören

Bei den gestrigen Wahlen in Brasilien konnte Amtsinhaberin Dilma Rousseff von der gemäßigt linken Arbeiterpartei zwar Platz Eins verteidigen. Die absolute Mehrheit hat sie aber erwartungsgemäß verfehlt. In drei Wochen muss sie sich einer Stichwahl stellen. Dort trifft sie jedoch nicht auf die lange Zeit als Favoritin gehandelte Ex-Umweltministerin Marina Silva, sondern auf den überraschend starken Mitte-Rechts-Kandidaten Aecio Neves.

aecio

Überraschender Zweiter
Der Sieger des Wahlabends in Brasilien heißt Aecio Neves. Bis vor zwei Tagen lag der ehemalige Gouverneur des wohlhabenden Bundesstaates Minas Gerais noch abgeschlagen auf Platz 3 – hinter der umstrittenen Ex-Umweltministerin Marina Silva. Doch im letzten Moment konnte der Mitte-Rechts-Politiker noch einmal kräftig zulegen. Er erreichte – völlig überraschend – 33,6 Prozent der Stimmen. Zuallererst bedankte sich Aecio Neves bei der brasilianischen Presse. Nicht ohne Grund, denn ein großer Teil der brasilianischen Medienlandschaft ist konservativ und hat keinen Hehl daraus gemacht, dass Aecio Neves ihre liebste Option wäre. In seiner Rede gedenkt Aecio auch des tödlich verunglückten Spitzenkandidaten der Sozialistischen Partei: Eduardo Campos.

Der Kampf um Marinas Stimmen
Die Hommenage an Eduardo Campos könnte durchaus strategisch sein. Denn was Aecio Neves bei der Stichwahl am 26. Oktober braucht, sind jene 21 Prozent der Stimmen, die Marina Silva gestern erhalten hat. Sie trat ja statt des verunglückten Eduardo Campos an. Amtsinhaberin Dilma Rousseff erreichte zwar mit 41,6 Prozent einen deutlichen Vorsprung vor Aecio Neves, dennoch muss sie vor der Stichwahl noch zittern. Sie gibt sich kämpferisch: „Unser Kampf geht weiter. aber ich bin mir sicher, er wird abermals erfolgreich sein. Denn es ist der Kampf des brasilianischen Volkes.“

Dilma Rousseff punktet vor allem in den ärmeren Bundesstaaten im Nordosten Brasiliens, Aecio Neves im reicheren Süden. Der Wahlkampf in Brasilien bleibt weiterhin spannend.


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