Riesiger Sicherheitsaufwand für Fußball WM

11 06 2014
SENDUNG: Ö1 Mittagsjournal, 11. Juni 2014
Ö1 zum Nachhören

Straßenkriminalität, Ausschreitungen bei Demonstrationen, Terrorismus – all diese Gefahren könnten theoretisch bei der Fußball Weltmeisterschaft in Brasilien lauern. Knapp zwei Milliarden Reais, rund 670 Millionen Euro, gibt die brasilianische Regierung für die Sicherheit während der Fußball-WM aus. Etwa dreimal so viele Sicherheitsbeamte wie 2010 in Südafrika werden darauf achten, dass weder Sportlern noch Touristen etwas passiert.

(c) Rosemarie Santos de Souza

Polizisten, Security, Soldaten

Panik in der U-Bahn-Station Cidade Nova in Rio de Janeiro: überall liegen verletzte Menschen. Soldaten und Militärpolizisten versuchen, die Verwundeten zu bergen. Zum Glück alles nur eine Übung. Ende Mai trainierten in Rio 270 Sicherheitskräfte den Ernstfall: Was tun bei einem Terroranschlag während der Fußball WM?

Brasilien sei jetzt bereit, mit allen potentiellen Gefahren während der WM umzugehen, betont General José Carlos de Nardi, Oberbefehlshaber der brasilianischen Armee. Polizei und Streitkräfte hätten strategisch wichtige Punkte im Auge: Fußballstadien, Kraftwerke, Fernseh- und Radiostationen, Flughäfen, Zufahrtsstraßen, Hotels und Fanmeilen. In allen 12 Austragungsstädten wurden Kontrollzentren eingerichtet und man arbeite eng mit ausländischen Informationsdiensten zusammen.

100.000 Polizisten und 20.000 private Sicherheitsleute sollen in den Austragungsorten für eine sichere Fußball-Weltmeisterschaft sorgen, erklärt Andrei Rodrigues. Er leitet die Sicherheitsabteilung für Großveranstaltungen im brasilianischen Justizministerium. Allein für die Bewachung der Stadien sind 3.000 speziell ausgebildete Polizeibeamte vorgesehen. Weiters stehen 57.000 Armeesoldaten bereit. Sie können jederzeit von den Gouverneuren der Bundesstaaten angefordert werden, erklärt General José Carlos de Nardi.

Kampf gegen Kriminalität
In brasilianischen Großstädten ist die Kriminalität hoch, Raubüberfälle sind an der Tagesordnung. Doch angesichts des hohen Polizeiaufgebots bräuchten sich Touristen keine Sorgen machen, meint Andre Pruis, Sicherheitsberater der FIFA. Er war 2010 für das Sicherheitskonzept für die Fußball-WM in Südafrika zuständig: Die Kriminalität wird sinken, sagt er. Schon die Erfahrung in Südafrika habe gezeigt: Bei solchen Großereignissen sinke die Kriminalitätsrate sogar.

Lob für Sicherheitskonzept
Eine dritte Gefahrenquelle, die die Sicherheitsbeauftragten im Auge haben: etwaige Ausschreitungen bei Demonstrationen. Vor einem Jahr beim Confederations Cup gingen in Brasiliens Städten hunderttausende Menschen auf die Straße. Der brasilianischen Militärpolizei wurde damals unnötige Gewaltanwendung vorgeworfen. Diesmal soll alles besser werden, verspricht Andrei Rodrigues vom Justizministerium: 13.000 Militärpolizisten hätten ein Spezialtraining bekommen, wie man sich deeskalierend bei Demonstrationen verhält. Vom FIFA-Beauftragten für Sicherheitspolitik, Andre Pruis, kommt großes Lob für das Gastgeberland: Das Sciherheitskonzept sei „exzellent“. Nach all der Kritik, die Brasilien für seine WM-Vorbereitungen bereits einstecken hat müssen – Stichwort hohe Kosten und verzögerte Bauprojekte – tut es der brasilianischen Regierung sicherlich gut, auch einmal gelobt zu werden.

 

 

 


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