Respekt.net

28 09 2010

SENDUNG: Digital.leben, Dienstag, 28. September 2010,
16:55 Uhr, Ö1

Es gibt Menschen, die haben gute Ideen, wie man die Gesellschaft verbessern könnte. Aber sie haben kein Geld. Andere Menschen wären grundsätzlich bereit, Geld für sinnvolle Projekte zu spenden, aber sie wissen nicht wo. Die Online-Projekt-Börse respekt.net möchte jetzt diese beiden Gruppen miteinander vernetzen.


Investieren in die Zivilgesellschaft
Laut einer aktuellen Studie von der Agentur meinungsraum.at sind 98 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen der Meinung, dass die Politik wichtige Probleme ignoriert. 86 Prozent wünschen sich mehr zivilgesellschaftliches Engagement der Bevölkerung und zwei Drittel sind auch bereit, dafür etwas zu spenden. Denn wer sich gesellschaftspolitisch engagieren möchte, sprich: Aktionen und Projekte durchführen, die ein besseres Zusammenleben ermöglichen, der braucht Geld.

Zwar gibt es öffentliche Fördertöpfe, aber die sind erstens begrenzt und zweitens für Menschen, die nicht in große Organisationen eingebunden sind, oft schwer zu bekommen. Daher hat der Verein respekt.net jetzt eine Online-Projekt-Börse ins Leben gerufen. Nach einer 3-monatigen Testphase, wurde sie vergangene Woche der Öffentlichkeit präsentiert.

Spender honorieren gute Ideen
„Ich würde sagen, respekt.net ist eine der spannendsten Initiativen, die es in der österreichischen Zivilgesellschaft gerade gibt“, findet Josef Kreitmayer, Obmann der Jugendorganisation get active. Denn ohne respekt.net hätte er sein Projekt nicht umsetzen können. Gemeinsam mit anderen jungen engagierten Menschen in der Steiermark hat er ein 6-tägiges Jugendforum für eine nachhaltige Welt auf die Beine gestellt. Sie haben sich um diverse Fördermöglichkeiten bemüht. Als dann schließlich noch 2.000 Euro fehlten, hat er sein Projekt auf der Plattform Respekt.net vorgestellt – zehn Personen hat die Idee gefallen und sie haben gespendet.

Gründungsinvestoren gesucht
Vor etwa einem Jahr hat ihn die Idee gequält, wie man zivilgesellschaftliches Engagement fördern könnte, erzählt Martin Winkler, Initiator der Plattform und Präsident des Vereins respekt.net. Und so hat sich der Unternehmensberater mit ähnlich Denkenden zusammengetan. Die Initiative respekt.net wurde von insgesamt 41 Privatpersonen ins Leben gerufen. Darunter der Unternehmer Hans Peter Haselsteiner, Ex-Sozialminister Erwin Buchinger, Unternehmerinnen, Künstler, Wissenschafterinnen. Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten von konservativ bis links, betont Winkler. Gemeinsam ist ihnen nur: Sie alle möchten, dass Menschen sich gesellschaftspolitisch engagieren.

Daher haben diese Gründer und Gründerinnen 350.000 Euro zusammengelegt, damit die Internet-Plattform überhaupt technisch realisiert werden konnte. Leider noch nicht genug, sagt Winkler. Bis Ende 2011 fallen noch weitere 150.000 Euro an Sachkosten an. Daher ist man nach wie vor auf der Suche nach finanzkräftigen Gründungsmitgliedern.

Zivilcourage, Geschlechterbarometer, Integration
Ein Workshop über Zivilcourage im Alltag, ein Online-Barometer über die Gleichstellung der Geschlechter, das Projekt „Role Models“, bei dem beruflich erfolgreiche Migranten Wiener Berufsschüler motivieren sollen. In den drei Monaten Testphase wurden bereits 40 Projekte eingereicht, 12 davon ausfinanziert. Bis zum offiziellen Start vergangene Woche wurden schon mehr als 47.000 Euro gespendet.

Bald soll es sehr viel mehr werden, wünscht sich Mitgründerin Maria Baumgartner, von Beruf IT-Unternehmerin: „Derzeit klettern wir auf die 50.000-Euro-Marke zu. Nächstes Jahr hätten wir gerne zehnmal soviel und 2012 möchten wir gerne die Million erreichen. Was wir uns aber vor allem wünschen, ist eine bunte lebendige Plattform.“

Vertrauen gut, Kontrolle besser
Jeder, der sich auf der Plattform registriert hat, kann ein Projekt einreichen. Bei Bedarf gibt es auch Unterstützung bei der Antragsformulierung durch einen Berater von respekt.net. Freigeschaltet wird das eingereichte Projekt aber erst nach einer gewissen Überprüfung: Verstößt es gegen fundamentale ethische Grundsätze? Wer sind denn die Initiatoren?

Ab einer Summe von zehn Euro kann man als Spender einsteigen. Und auch dann muss man sich registrieren. „Anonymes Spenden gibt es bei uns nicht“, sagt Martin Winkler, „wir wollen uns dadurch von der Politik abheben. Bei uns herrscht absolute Transparenz. Absolut jeder muss sich registrieren.“ Überprüft wird hinterher natürlich auch, wie die Spendengelder dann tatsächlich ausgegeben wurden, erklärt Martin Winkler.

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