Würdig altern in intelligenter Umgebung

27 06 2010

SENDUNGEN:
Matrix, Sonntag, 27. Juni 2010, 22:30 Uhr, Ö1
Digital.leben, 10. Mai 2010, 16:55 Uhr, Ö1

Bis zum Jahr 2050 werden laut Expertenschätzung 40 Prozent aller Österreicher älter als 60 sein. Unter dem Schlagwort „Ambient Assisted Living“ werden derzeit technologiegestützte Lösungen entwickelt, die sich mit den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Sozialleben im Alter auseinandersetzen. Ulla Ebner berichtet von einer E-Health Tagung, die Ende Mai in Wien stattfand.


Technologiekonzepte für ein unabhängiges Leben
So lange es geht, in den eigenen vier Wänden leben. Selbst bestimmen, wann man aufsteht, schlafen geht, isst, sich wäscht oder Leute trifft – das wünschen sich die meisten älteren Menschen. Technologie könnte ihnen in Zukunft dabei helfen. Unter dem Schlagwort „Ambient Assisted Living“ (AAL), also umgebungsunterstütztes Leben, werden derzeit zahlreiche technologiegestützte Lösungen entwickelt, die sich mit den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Sozialleben im Alter auseinandersetzen.

Überwachung von Körperfunktionen
Chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen etwa brauchen zuhause Geräte, die wichtige Körperfunktionen messen und überwachen. Diese Daten werden an die behandelnde Ärztin oder den mobilen Pfleger übermittelt. Am besten automatisch. Denn Technologie für ältere Menschen darf vor allem eines nicht sein: kompliziert zu bedienen, erklärt Mario Drobics vom Austrian Institute of Technology (AIT).
Erste Versuche mit Mobiltelefon und händischer Eingabe auf Internetseiten sind daher wenig erfolgreich verlaufen. Jetzt ist man beim AIT zu einer Technologie übergegangen, die Daten berührungslos übermittelt. Mehrere Prototypen in diesem Bereich werden derzeit getestet.

Die Wohnung schlägt Alarm
Aber auch Wohnungen sollen in Zukunft besser auf ihre Bewohner und Bewohnerinnen aufpassen, erklärt Johann Schnait von coop 50 Plus, einer Arbeitsgemeinschaft für Generationenmarketing. „Smart Home“ lautet hier das Schlagwort. Lernfähige Systeme erkennen über Bewegungssensoren, was eine Person normalerweise tut und schlagen Alarm, wenn etwas nicht stimmt.

„Wir haben gerade bei alleinlebendene Personen oft das Problem: Sie haben einen Unfall und können sich plötzlich nicht mehr rühren“, so Schnait, „das System erkennt dann: hoppala, der rührt sich nicht mehr. Das System gibt dann ein Tonsignal. Wenn die Person darauf nicht angwortet, dann beginnt das System Pfleger, Angehörige oder Nachbarn zu kontaktieren.“ All diese Technologien wären eigentlich bereits vorhanden, sagt Johann Schnait. Im Einsatz sind sie aber noch kaum. Denn noch ist das alles eine Kostenfrage.

Bildtelefon als Fenster nach draußen
Eines soll die Technik übrigens nicht, darin sind sich alle Experten und Expertinnen einig: soziale Kontakte ersetzen. Vielmehr werden gerade zahlreiche Projekte entwickelt, die älteren Menschen soziale Kontakte mit der Außenwelt ermöglichen sollen. Für Michael Lawo vom Technologiezentrum Bremen heißt die Killerapplikation auf diesem Gebiet: Videotelefonie. „Wir haben das Telefonierverhalten von Leuten untersucht, die leichte Demenzprobleme haben. Während ein gewöhnliches Telefonat meist nach zwei Minuten vorbei ist, dauern Videogespräche oft eine halbe Stunde bis Stunde“, erklärt Lawo.

Ein solches Pilotprojekt testet gerade die Pflegewissenschafterin Waltraud Lilgenau von der Universität Wien. Ältere Menschen, ihre Familienangehörigen und Freunde werden mit einer Art Bildtelefon ausgestattet. Große Bildschirme hängen an der Wand. Sie sind einfach zu bedienen wie ein Fernseher. Die älteren Menschen sollen so stärker ins alltägliche Leben eingebunden werden, sagt Lilgenau: „Es gibt hier verschiedene Anwendungsgebiete. Das könnte zum Beispiel ein gemeinsames Abendessen übers Bildtelefon sein. Man sieht sich, kann sprechen und sich über ganz alltägliche Dinge austauschen.“

Die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft plant übrigens für Ende Mai eine Ausschreibung. Innovative Projekte im Bereich Ambient Assisted Living sollen hier gefördert werden.

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