Folgt Winter auf den Frühling? Der steinige Weg zur Demokratie in der arabischen Welt

31 01 2013

SENDUNG: Journal Panorama, Donnerstag, 31. Jänner 2013, 18:25 Uhr, Ö1

Vor zwei Jahren begann die Bevölkerung in mehreren Ländern der arabischen Welt zu rebellieren. Die Menschen protestierten gegen soziale Ungleichheit und forderten Demokratie. In Tunesien und Ägypten wurden schließlich die langjährigen Diktatoren gestürzt. Die ersten demokratischen Wahlen nach der Revolution gewannen in beiden Ländern islamistische Parteien. Doch heute, zwei Jahre später, ist von der anfänglichen Euphorie wenig übrig: In Ägypten gehen erneut die Massen auf die Straßen. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat in mehreren Städten den Ausnahmezustand verhängt und das Militär mit Sonderbefugnissen ausgestattet. Zahlreiche Menschen sind bereits getötet worden. Auch in Tunesien wurden die Feierlichkeiten zum 2. Jahrestag der Revolution von gewaltsamen Protesten überschattet. Was ist falsch gelaufen? Befinden sich diese Länder tatsächlich auf dem Weg Richtung Demokratie? Dieser Frage ging Ende Jänner eine Konferenz der Studenteninitiative der Diplomatischen Akademie in Wien nach.

Foto (c) Christoph-S._pixelio





Südsudan: Mehr Chancen für Menschen mit Behinderung

22 01 2013

SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 22. Jänner 2013, 18:25 Uhr, Ö1

80 Prozent aller Menschen mit Behinderung leben in Entwicklungsländern. Denn häufig ist die Ursache für Behinderungen Armut – oft in Kombination mit Krieg. Zum Beispiel im Südsudan. Vor eineinhalb Jahren hat sich der großteils christliche Süden des Sudan vom muslimischen Norden abgespalten. Nach einem mehr als 20 Jahren dauernden Bürgerkrieg, der zwei Millionen Menschenleben gefordert hat. Der Krieg hat Spuren hinterlassen: Bildungs- und Gesundheitssystem sind völlig zusammengebrochen und viele Menschen leiden heute an Behinderungen. Zahlreiche NGOs – auch aus Österreich – helfen derzeit im Südsudan beim Wiederaufbau des Landes. “Licht für die Welt” zum Beispiel kümmert sich um die Bedürfnisse behinderter Menschen. Die Hilfsorganisation will ihnen Zugang zu assistierenden Technologien und Bildung schaffen.

(c) ullae

“Es war ein quälendes Interview”, wird Gerhard Schuhmann hinterher sagen. Schuld daran sind weniger meine Fragen, als vielmehr die Moskitos, die uns während des Gesprächs beinahe auffressen. Der Augenarzt ist im Vorstand von Licht für die Welt und fährt bereits seit 30 Jahren immer wieder in diese Region. Während des Krieges war es kaum möglich, die Hauptstadt Juba zu verlassen, erzählt er. “Unmittelbar nach dem Friedensvertrag von 2005 sind wir von Kenia aus in sehr entlegene Gebiete hinein geflogen. Mit einem Operationsteam waren wir 1-2 Wochen dort und haben Augenoperationen durchgeführt”, erinnert sich Schuhmann. Damals wurde der kleine Ort Lokichoggio in Kenia, nahe der Grenze zum Südsudan zum Verteilungszentrum für Hilfsgüter. Von dort flogen auch die Augenärzte in den Südsudan.

Mehr dazu demnächst…

(c) ullae

DL

Mehr zum Südsudan:

Warten auf das Erdöl

Reisetagebuch: Unterwegs im Auftrag des Herrn

Reisetagebuch: Das große Krabbeln





Südsudan: Warten auf das Erdöl

22 11 2012

SENDUNG: Mittagsjournal, Donnerstag, 22. November 2012, 12:00 Uhr, Ö1 / Ö1 zum Nachhören

Seit mittlerweile elf Monaten stehen im ölreichen Südsudan die Ölförderanlagen still. Der Grund: Auseinandersetzungen mit dem nördlichen Nachbarn Sudan, von dem sich der Süden vergangenes Jahr nach einem langen Krieg abgespalten hat. Dem Süden gehört jetzt ein Großteil der Erdölvorkommen, die Leitungen führen aber durch den Norden. Nach großem internationalen Druck haben die beiden Konfliktparteien Ende Oktober ein Kooperationsabkommen unterzeichnet. Wichtige Frage zur Grenzziehung sind zwar noch offen, aber immerhin soll in den kommenden Monaten wieder Öl fließen. Höchste Zeit, denn 98 Prozent der südsudanesischen Staatseinnahmen kommen aus der Ölförderung. Unter den Folgen des Förderstopps leidet die Bevölkerung des Landes zunehmend. Der Kampf gegen die Korruption ist eine Bedingung der internationalen Geldgeber für Hilfszahlungen. Aber auch um Menschenrechte und Demokratisierung steht es nicht zum besten.

Sparpakete und Hilfsgelder

Die Provinzstadt Mundri Town, etwa 160 Kilometer westlich der südsudanesischen Hauptstadt Juba: Hier gibt es weder asphaltierte Straßen, noch ein Stromnetz. Viele Menschen sterben an vermeidbaren Krankheiten. Es mangelt an Ärzten und Medikamenten. Den Rest des Beitrags lesen »





Reisetagebuch Südsudan: Unterwegs im Auftrag des Herrn

9 11 2012

Thank you, Jesus, für den Allradantrieb und den weltbesten Fahrer

Als Captain Gero beginnt zu beten, ist uns etwas  mulmig zu Mute. Wir sollen uns keine Sorgen machen, wenn er in Mundri ein paar mal im Tiefflug über die Landepiste zieht, ohne aufzusetzen, erklärt uns der Deutsche. Das müsse er tun, um dort die Kühe, Ziegen und Kinder zu vertreiben. Vor jedem Platz der 12-sitzigen Cessna findet sich ein Speibsackerl. Wer es verwendet, möge es danach selber aus dem Flieger entsorgen, sagt der Pilot.

Die Flugzeuglandepiste von Mundri Town (jetzt ohne Kühe).

Captain Gero ist unterwegs im Auftrag des Herrn – so steht es auf seiner Visitenkarte. Er wollte immer schon etwas für Lord Jesus tun und so ist er bei MAF – der Mission Aviation Fellowship gelandet. Den Rest des Beitrags lesen »





Reisetagebuch Südsudan: Das große Krabbeln

8 11 2012

Oder: Missglückter Animal Porn in der Lehmhütte

Nachts wird das rosarote Prinzessinnen-Moskitonetz zu einem magischen Schutzwall zwischen mir und dem Krabbelgetier in der Lehmhütte. Zumindest rede ich mir das ein, um schlafen zu können. (es wird sich später als Irrtum herausstellen, wenn ich in der Früh die unzähligen Flohbisse an meinem Körper entdecke). Das Prinzessinnennetz ist mit giftiger Flüssigkeit eingesprüht, damit die Viecher die Lust velieren, darauf herumzukrabbeln (danke, Andrea!) Darum ist es jetzt nicht mehr so dicht bevölkert, wie an den ersten beiden Abenden. Nur die ganz Harten wagen sich noch aufs Netz. Wie zum Beispiel das giftgrüne Flug-Krabbeltier direkt über mir. Eine Riesen-Heuschrecke, vermute ich zunächst.

Plötzlich – summ – landet links von mir noch ein grünes Tier. Noch größer. Noch respekteinflößender: eine Gottesanbeterin. Sie sitzt da und mir wird klar: das über mir ist wohl das Männchen. Den Rest des Beitrags lesen »





Äthiopien: Hungerbekämpfung durch Ökotourismus

23 07 2012

SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 24. Juli 2012,
18:25 Uhr, Ö1

Hungersnöte, Dürrekatastrophen, entführte Touristen: Es sind selten positive Nachrichten, mit denen Äthiopien in die Schlagzeilen kommt. Dem äthiopischen Tourismusministerium ist das negative Image des Landes ein Dorn im Auge. Schließlich möchte das Land in den kommenden Jahren unter die Top 5-Tourismusdestinationen in Afrika kommen.

Bettelnde Kinder und küssende Touristen

Ziggy Yohannes stockt und schaut vorsichtig zum Vertreter des regionalen Landwirtschaftsbüros von Nord-Gondar hinüber: Darf er wirklich ehrlich auf die Frage antworten, ob der Tourismus auch Schattenseiten hat? Nach langem Zögern erzählt er uns von jungen Mädchen aus armen Familien, die von weißen Touristen verführt und dann sitzengelassen werden. Von aufkommendem Sextourismus und Prostitution, von westlichen Pärchen, die sich zum Entsetzen der Dorfleute öffentlich küssen. Teshome Mulu vom Landwirtschaftsbüro hält es auch für bedenklich, dass immer mehr Kinder beginnen, auf der Straße Touristen anzubetteln anstatt in die Schule zu gehen. Den Rest des Beitrags lesen »





Hilfsgelder für die Taschen der Diktatoren?

13 06 2012

SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 19. Juni 2012,
18:25 Uhr, Ö1 / 7 Tage Ö1 zum Nachhören

Zwischen 20 und 40 Prozent der internationalen Hilfsgelder gehen irgendwo verloren. So lautet eine pessimistische Schätzung der Weltbank. Sie hält die weit verbreitete Korruption überhaupt für eines der größten Hindernisse für die Entwicklung ärmerer Länder. Doch lange Zeit war dieses Problemfeld ein Tabuthema für Hilfsorganisationen. Schließlich will man ja keine Spender vergraulen. Doch damit soll jetzt Schluss sein. In Österreich hat sich eine Arbeitsgruppe – bestehend aus Vertretern von Transparency International, der staatlichen Agentur der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (ADA) sowie entwicklungspolitischen NGOs – monatelang mit dem Problem Korruption auseinander gesetzt. Sie hat jetzt einen Ratgeber für Hilfsorganisationen präsentiert: „Korruptionsvermeidung in der Entwicklungszusammenarbeit“.

Auf der Suche nach verlorenen Milliarden

„Die Menschen in Südsudan leiden, dennoch kümmern sich einige Staatsbedienstete nur um sich selbst“ – das schrieb kein Geringerer als Salva Kiir, der Präsident des Südsudan vor kurzem an 75 aktive und ehemalige Staatsbedienstete. Und er forderte sie auf, unterschlagene Staatsgelder in der Höhe von umgerechnet vier Milliarden US-Dollar wieder zurückzugeben. Schließlich hat die internationale Gebergemeinschaft dem Präsidenten signalisiert: großzügige Hilfsgelder werde es nur geben, wenn er die Korruption im Land unter Kontrolle bringt. Den Rest des Beitrags lesen »





Chronik einer angekündigten Hungersnot

20 04 2012

SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 24. April 2012,
18:25 Uhr, Ö1

Seit Monaten warnen Hilfsorganisationen vor einer drohenden Hungerkatastrophe in der westafrikanischen Sahelzone. In Mali, Niger, Burkina Faso und im Tschad hat die anhaltende Dürre einen großen Teil der Ernte vernichtet. Die Preise für Lebensmittel haben sich in vielen Regionen verdoppelt. Dazu kommen politische Unruhen und Flüchtlingsströme. Doch noch könnte man eine Katastrophe verhindern, sagen Hilfsorganisationen. Vorausgesetzt die Weltöffentlichkeit unternimmt diesmal rechtzeitig etwas. Eine Reportage aus dem Tschad.

Dörfer ohne Männer

Besucht man derzeit im Tschad Dörfer, die in der Sahelzone gelegen sind, so trifft man in erster Linie auf Frauen und Kinder. Nur wenige, meist ältere Männer sind noch hier. „Die meisten unserer Männer sind in die Hauptstadt N’Djamena gegangen, um Arbeit zu suchen“, erzählen die Frauen im Dorf Douguia. Die Männer arbeiten dort als Tagelöhner, damit sie Geld nach Hause schicken können. Den Rest des Beitrags lesen »





Nahrungsmittelkrise im Tschad

10 04 2012

SENDUNG: Mittagsjournal, Freitag, 6. April 2012, 12:00 Uhr, Ö1 / 7 Tage Ö1 zum Nachhören

In der westafrikanischen Sahel-Zone herrscht die schlimmste Dürre seit Jahren. 13 Millionen Menschen sind laut Caritas akut bedroht. Um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, muss jetzt schnell gehandelt werden. Die UNO rechnet mit Kosten von 725 Millionen Dollar, Österreich hat bereits 1,5 Millionen Euro an Hilfsgeldern zugesagt.

Getreide aus dem Ameisenbau

Mitten im Sahelgürtel, südlich des Tschadsees, gräbt eine Frau im Dorf Douguia in einem unterirdischen Ameisenbau nach Samen. Daraus könne sie jetzt einen Brei kochen, erklärt sie. Denn die eigenen Getreidevorräte aus Mais, Hirse und Reis sind längst aufgebraucht. “Dieses Jahr konnten wir fast gar nichts ernten. Im Augenblick leben wir von Dingen, die hier wild wachsen. Doch selbst die Ameisenhügel sind schon fast leergeräumt. Wir haben hier keine Ressourcen mehr.” Den Rest des Beitrags lesen »





Buschklinik mit Satelliten-Anschluss: Internet und AIDS-Bekämpfung in Mosambik

26 02 2012

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 26. Februar 2012, 22:30 Uhr, Ö1

Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Mehr als die Hälfte der Menschen lebt dort unter der Armutsgrenze. Die medizinische Versorgung ist prekär – insbesondere in den ländlichen Gebieten. Übers Land verstreut gibt es 320 Gesundheitsposten, die AIDS-kranke Menschen medikamentös behandeln. Doch die wenigen Ärzte, die es im Land gibt, lassen sich lieber in den großen Städten nieder als irgendwo im Busch. Das italienische AIDS-Hilfeprojekt DREAM will diese Situation mit Hilfe von Telemedizin verbessern.

Ärztemangel in Mosambik

Der Lehmbungalow für die Treffen der 34 Aktivisten, die in den umliegenden Dörfern AIDS-Aufklärung machen, die Apotheke, das Gebäude für chronische Krankheiten. Der Italiener Tito Capellaro, Mitarbeiter der NGO ESMABAMA, führt uns durch die Gesundheitsstation der Mission Mangunde für deren Verwaltung die NGO zuständig ist. Mangunde liegt, wie man so schön sagt, in the middle of nowhere. Rundherum ist Buschlandschaft, in der ab und zu runde Lehmhütten stehen. Um hierher zu gelangen fährt man mehrere Stunden durchs Gelände. Öffentliche Transportmittel gibt es nicht. Den Rest des Beitrags lesen »








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