Kolumbien: Das Dorf der Unbeugsamen

23 04 2013

SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 22. April 2013, 18:25 Uhr, Ö1

Seit fast 50 Jahren tobt in Kolumbien ein bewaffneter Konflikt. Linke Guerillagruppen kämpfen gegen die kolumbianische Armee und gegen rechtsgerichtete paramilitärische Einheiten. Zwischen die Fronten geraten oft Kleinbauern, die im Konfliktgebiet leben. 600.000 Menschenleben hat der Krieg bereits gefordert, vier Millionen Menschen wurden vertrieben. Sie flüchten in die Städte, wo die Armenviertel anwachsen. In der nordwestlichen Provinz Antioquia hat eine Gruppe von Kleinbauern beschlossen, sich nicht von ihrem Land vertreiben zu lassen. 

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Seit mittlerweile 16 Jahren leistet die Friedensgemeinde San José de Apartadó friedlichen Widerstand gegen die Gewalt, die Mitglieder kooperieren weder mit der Guerilla noch mit der Armee. Den Rest des Beitrags lesen »





Als lebender Schutzschild in Kolumbien

22 04 2013

SENDUNG: Moment – Leben heute, Montag, 22. April 2013, 14:40 Uhr, Ö1

“Freiwillige gesucht für einen einjährigen Friedenseinsatz”. Immer wieder hat sie diese Anzeige des Internationalen Versöhnungsbundes gesehen, erzählt Elisabeth Rohrmoser: “Aber sie hat mich irrsinnig abgeschreckt. Denn da stand, man ist selbst für sein Leben verantwortlich”. Bei weiteren Recherchen zur kolumbianischen Friedensgemeinde San José de Apartadó stellte sie fest: in dem Gebiet sind Landminen vergraben und es existiert eine Reisewarnung des Außenministeriums. “Und ich hab mir gedacht: Nein, das ist mir zu heftig. Ich geh doch nicht wohin, wo ich mein Leben aufs Spiel setze.” Und dann ging sie doch. Zehn Monate hat die Waldviertlerin Elisabeth Rohrmoser im Bergdorf La Union, in den Urwäldern Kolumbiens verbracht, als Menschenrechtsbeobachterin im Auftrag des Internationalen Versöhnungsbundes.

(c) Elisabeth Rohrmoser

“Einige würden nicht mehr existieren”
Seit fünf Jahrzehnten tobt in Kolumbien ein blutiger Bürgerkrieg. Zwischen die Fronten geraten häufig Kleinbauern, die in den Konfliktzonen leben. Mitten im Kriegsgebiet in der nördlichen Region Urabá hat eine Gruppe Bauern beschlossen, sich nicht von bewaffneten Gruppen vertreiben zu lassen. Den Rest des Beitrags lesen »





Kolumbien: Schwierige Friedensgespräche

16 03 2013

SENDUNG: Ö1 Morgenjournal, Samstag, 16. März 2013, 7:00 Uhr /
Ö1 zum Nachhören

Seit fast 50 Jahren tobt in Kolumbien ein bewaffneter Konflikt zwischen der Regierung und linksgerichteten Guerilla-Gruppen. Der jetzige Präsident Juan Manuel Santos hat die ehrgeizigen Pläne, dem jahrzehntelangen Krieg ein Ende zu bereiten – was ihm vor kurzem sogar eine Nominierung für den Friedensnobelpreis beschert hat. Seit November finden in der kubanischen Hauptstadt Havanna Friedensgespräche statt mit der größten kolumbianischen Guerilla: den FARC. Ähnliche Versuche in den 1980ern und 90ern sind gescheitert. Wie die Chancen stehen, dass die Konfliktparteien diesmal ein nachhaltiges Friedensabkommen zustande bringen, darüber haben wir in Bogotá mit dem Oppositionspolitiker Iván Cepeda gesprochen. Er ist im kolumbianischen Kongress Sprecher der Arbeitsgruppe für die Friedensverhandlungen.

Foto (c) Valentina Duelli

Streitthema Landverteilung

Es ist ein historischer Moment für Kolumbien, glaubt der Oppositionspolitiker und Menschenrechtsexperte Iván Cepeda: Zum ersten Mal in der Geschichte des fast 50-jährigen Konflikts würden es beide Verhandlungsparteien ernst meinen mit dem Frieden. Die Gespräche haben im November auch gleich mit einem extrem heiklen Thema begonnen: Punkt 1 der Verhandlungsagenda ist das Thema ländliche Entwicklung. In diesem Zusammenhang wird auch über eine mögliche Agrarreform gesprochen. Den Rest des Beitrags lesen »





Chronik einer angekündigten Hungersnot

20 04 2012

SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 24. April 2012,
18:25 Uhr, Ö1

Seit Monaten warnen Hilfsorganisationen vor einer drohenden Hungerkatastrophe in der westafrikanischen Sahelzone. In Mali, Niger, Burkina Faso und im Tschad hat die anhaltende Dürre einen großen Teil der Ernte vernichtet. Die Preise für Lebensmittel haben sich in vielen Regionen verdoppelt. Dazu kommen politische Unruhen und Flüchtlingsströme. Doch noch könnte man eine Katastrophe verhindern, sagen Hilfsorganisationen. Vorausgesetzt die Weltöffentlichkeit unternimmt diesmal rechtzeitig etwas. Eine Reportage aus dem Tschad.

Dörfer ohne Männer

Besucht man derzeit im Tschad Dörfer, die in der Sahelzone gelegen sind, so trifft man in erster Linie auf Frauen und Kinder. Nur wenige, meist ältere Männer sind noch hier. „Die meisten unserer Männer sind in die Hauptstadt N’Djamena gegangen, um Arbeit zu suchen“, erzählen die Frauen im Dorf Douguia. Die Männer arbeiten dort als Tagelöhner, damit sie Geld nach Hause schicken können. Den Rest des Beitrags lesen »





Ein Brasilien für alle? Rückblick auf acht Jahre Lula

17 12 2010

SENDUNG: Journal Panorama, Montag, 20. Dezember 2010,
18:25 Uhr, Ö1

Am 1.1.2011 ist es soweit: Brasilien, das größte Land Lateinamerikas, bekommt seine erste Präsidentin. Dilma Rousseff, Tochter eines bulgarischen Einwanderers, wird für die nächsten vier Jahre die Geschicke des Landes leiten. Als Guerillera kämpfte sie in den späten 1960ern im bewaffneten Widerstand gegen die brasilianische Militärdiktatur, wurde verhaftet und gefoltert. Ab den 1980ern engagierte sie sich in der Arbeiterpartei PT, war Energieministerin und zuletzt Kabinettschefin unter Präsident Luiz Inacio Lula da Silva – den sie jetzt beerbt. Und es sind große Fußstapfen in die Dilma Roussef da tritt. Jetzt, am Ende seiner Amtszeit, konnte sich Präsident Lula über Beliebtheitswerte von über 80 Prozent freuen. Innerhalb von acht Jahren hat er das schwer verschuldete Entwicklungsland zu einer Weltmacht gemacht. 24 Millionen Brasilianer und Brasilianerinnen konnten der absoluten Armut entrinnen. Aber es gibt auch Kritik: vor allem aus den sozialen Bewegungen, sowie von Umweltschützern.

Zu Tränen gerührt
Lula hätte vermutlich auch einen Telefonmasten als seinen Nachfolger aufstellen lassen können – die Leute hätten ihn gewählt, sagt Angela Kemper, Brasilienreferentin der Dreikönigsaktion der katholischen Jungschar. Noch nie war ein brasilianischer Präsident so beliebt bei der Bevölkerung wie Luiz Ignacio da Silva, genannt Lula. Lediglich drei Prozent sind laut Umfragen mit seiner Regierung total unzufrieden. Das liegt einerseits an seiner Politik und andererseits wohl auch an seiner Persönlichkeit. Den Rest des Beitrags lesen »





Profite statt Menschenrechte?

16 12 2010

SENDUNG: Praxis, Freitag, 17. Dezember 2010, 22:15 Uhr, Ö1

Vor zwei Wochen ist der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler in der schwedischen Hauptstadt Stockholm mit dem Alternativ-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Als Bischof der brasilianischen Diözese Xingu setzt sich Kräutler seit mehr als drei Jahrzehnten für die Rechte der Amazonas-Indianer ein – was ihm schon zahlreiche Morddrohungen eingebracht hat. Kräutler kritisiert Politiker, Großgrundbesitzer und Konzerne. Zum Beispiel die österreichische Andritz AG, die sich am umstrittenen Staudamm-Projekt Belo Monte beteiligen will. Dafür sollen zigtausende Menschen vertrieben und Ökosysteme zerstört werden. Katholische Organisationen stellen sich hinter die Anliegen von Bischof Kräutler und werfen die Frage auf: Inwiefern müssen oder können denn Unternehmen so etwas wie soziale Verantwortung wahrnehmen?





Schauplatz Brasilien – Wie nachhaltig ist Biotreibstoff?

14 10 2010

SENDUNG: Journal Panorama, Donnerstag, 14. Oktober 2010, 18:25 Uhr, Ö1

In Brasilien boomt die Biotreibstoffproduktion. Doch: Können Biotreibstoffe helfen, die Armut zu bekämpfen und den Klimawandel zu bremsen? Oder sind sie schuld an hohen Lebensmittelpreisen, Landflucht und Umweltzerstörung? Experten sind sich uneinig.

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Zwischen Hungerlohn und Sozialhilfe
Die Kleinstadt Aracoiaba im nordöstlichen Bundesstaat Pernambuco ist umringt von Zuckerrohrplantagen. Die Unterkünfte am Stadtrand bestehen aus Brettern, Pappe und Wellblech. Müll liegt auf der Straße. Schweine suchen darin nach Essbarem und es riecht ziemlich streng. Die Erntesaison ist vor kurzem zu Ende gegangen. Einige Männer lungern auf der Straße herum und trinken billigen Cachaca – den lokalen Zuckerrohrschnaps. Den Rest des Beitrags lesen »





Morde, Vertreibungen, Sklavenarbeit

20 04 2010

Revolverhelden vertreiben Familien von ihrem Land, Menschenrechtsaktivisten werden ermordet, Zuckerrohrschneider arbeiten wie Sklaven auf den Plantagen: Der soeben erschienene Jahresbericht der brasilianischen Landlosenpastorale zeigt ein düsteres Bild Brasiliens.


Kein Grund zu feiern
Seit mittlerweile 25 Jahren gibt die Landlosenpastorale CPT (Comissao Pastoral da Terra) Berichte über die sozialen Konflikte in den ländlichen Regionen Brasiliens heraus. Darin werden alle Konflikte um Land, Wasser und Arbeitsrechte dokumentiert. Den Rest des Beitrags lesen »





Bei den Landbesetzern von Alagoinhas

24 03 2010

Land ist in Brasilien so ungleich verteilt, wie kaum wo auf der Welt. Es gibt ein paar wenige Großgrundbesitzer und Millionen von Landlosen, die in bitterer Armut leben. Diese haben eine Bewegung gegründet und besetzen Grundstücke, die niemand bebaut.


„Das hier ist eine historische Landbesetzersiedlung“, erklärt uns der Landlosenaktivist Adailton de Oliveira. „Ja, eine historische Siedlung“, wiederholt sein Vater Valdemir. Der alte Mann nickt gedankenverloren mit dem Kopf. „Hätten wir dieses Land damals nicht erkämpft, dann gäbe es die ganzen anderen Siedlungen rundherum gar nicht. Wir waren die Pioniere.“ Den Rest des Beitrags lesen »








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