“Hay vidas en juego” – Prekariat und Empörung auf der Iberischen Halbinsel

28 04 2013

SENDUNG: Matrix, Sonntag, 28. April 2013, 22:30 Uhr, Ö1

Immer mehr Spanier und Spanierinnen stehen auf der Straße. Sie können die Kreditraten für ihr Eigenheim nicht mehr bezahlen. In den vergangenen Jahrzehnten hatten sie sich Wohnungen oder Häuser gekauft und dafür langfristige Kredite aufgenommen. Doch dann kam die Krise.

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Soziale Gräueltat Zwangsräumung

In einem Youtube-Video erzählen Betroffene ihre Geschichten: Von Kreditschulden, Druck durch die Banken und Zwangsdelogierungen. Geschichten, die die spanische Regierung lieber verschweigen würde. Seit dem Jahr 2008 wurden mehr als 170.000 Familien in Spanien zwangsdelogiert, erzählt die Aktivistin Iolanda Prats aus Valencia: “Bis zum November 2011 war diese Problematik gar nicht öffentlich bekannt. Die Betroffenen waren eingeschüchtert und verließen ihre Wohnungen still und heimlich. Ohne zu kämpfen.” Den Rest des Beitrags lesen »





Kolumbien: Das Dorf der Unbeugsamen

23 04 2013

SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 22. April 2013, 18:25 Uhr, Ö1

Seit fast 50 Jahren tobt in Kolumbien ein bewaffneter Konflikt. Linke Guerillagruppen kämpfen gegen die kolumbianische Armee und gegen rechtsgerichtete paramilitärische Einheiten. Zwischen die Fronten geraten oft Kleinbauern, die im Konfliktgebiet leben. 600.000 Menschenleben hat der Krieg bereits gefordert, vier Millionen Menschen wurden vertrieben. Sie flüchten in die Städte, wo die Armenviertel anwachsen. In der nordwestlichen Provinz Antioquia hat eine Gruppe von Kleinbauern beschlossen, sich nicht von ihrem Land vertreiben zu lassen. 

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Seit mittlerweile 16 Jahren leistet die Friedensgemeinde San José de Apartadó friedlichen Widerstand gegen die Gewalt, die Mitglieder kooperieren weder mit der Guerilla noch mit der Armee. Den Rest des Beitrags lesen »





Sozialklauseln in Handelsabkommen: Mehr als ein Feigenblatt?

18 05 2012

SENDUNG: Europa-Journal, Freitag, 18. Mai 2012, 18:20 Uhr, Ö1

Traditionellerweise kümmert sich ja die internationale Handelspolitik relativ wenig um Themen wie Menschenrechte, Arbeitsbedingungen und Umweltschutz. Doch das soll jetzt angeblich anders werden. Seit einigen Jahren verhandelt die EU bilaterale Handelsabkommen mit einzelnen Ländern und Regionen: Zum Beispiel mit Südkorea, Indien, Peru und Kolumbien. In diesen Abkommen sind neuerdings sogenannte Sozial- und Umweltklauseln enthalten. Doch diese sind äußerst umstritten. Insbesondere im Fall Kolumbiens, schließlich gilt die Menschenrechtslage dort als äußerst bedenklich. Können da Sozialklauseln in Handelsverträgen etwas bewirken? Oder sind sie bloß ein Feigenblatt um Kritiker ruhig zu stellen? Mit dieser Frage haben sich Experten und Expertinnen aus Deutschland und Österreich im Rahmen eines Buches auseinandergesetzt.

Ermordung von Gewerkschaftsaktivisten

EU-Südkorea hat den Anfang gemacht. Das Handelsabkommen trat vergangenes Jahr in Kraft. Heuer könnten Peru und Kolumbien folgen. Der Vertrag mit den Andenstaaten ist am Papier fertig, muss aber noch vom Europäischen Parlament genehmigt werden. Und einzelne Fraktionen diskutieren noch heftig, wie sie abstimmen sollen. In Teilen Kolumbiens herrscht Bürgerkrieg, Menschen werden vertrieben, Arbeitsrechte missachtet. Menschenrechtsaktivisten und Gewerkschafter leben gefährlich in Kolumbien. Den Rest des Beitrags lesen »





Interkulturelle Beziehungskiste (4) – Die Frau aus dem Katalog?

7 03 2012

SENDUNG: Radiokolleg “Interkulturelle Beziehungskisten. Liebe in Zeiten der Globalisierung” (Teil 4),
Donnerstag, 8. März 2012, 9:30 Uhr, Ö1

Immer mehr Männer in Mittel- und Westeuropa tun sich schwer, eine Frau zu finden. Die Emanzipation macht ihnen schwer zu schaffen. Viel zu anspruchsvoll seien die Westlerinnen heutzutage und nicht mehr willens, ihre häuslichen Pflichten wahrzunehmen. In Osteuropa wiederum ist das angeblich ganz anders. Dort sollen Frauen noch richtige Frauen sein. Doch, auch die tun sich oft schwer, einen passenden Partner zu finden. Einen, der nicht trinkt und der genug Geld verdient, um eine Familie ernähren zu können. Zahlreiche Internetsinglebörsen und Partnervermittlungsagenturen haben sich mittlerweile darauf spezialisiert, Männer aus dem Westen mit Frauen aus dem Osten zusammen zu bringen. Doch die Erwartungen werden nicht immer erfüllt.

Text kommt demnächst…

DL





Interkulturelle Beziehungskiste (3) Beziehungskiller Fremdenrecht

6 03 2012

SENDUNG: Radiokolleg “Interkulturelle Beziehungskisten. Liebe in Zeiten der Globalisierung” (Teil 3),
Mittwoch, 7. März, 2012, 9:30 Uhr, Ö1

Wir migrieren möchten, sollte Geld haben. Wer seine ausländische Liebe nach Österreich holen möchte, sollte Geld haben. In der globalisierten Welt sollen sich Kapital und Waren möglichst frei bewegen können. Nicht aber Menschen. Der Fremde ist eine Bedrohung – zumindest solange er kein Geld hat. Und den gilt es abzuwehren. Aus Angst vor Scheinehen zur Erschleichung eines Aufenthaltstitel zerstört der Nationalstaat immer wieder das Liebesglück mancher seiner Bürger und Bürgerinnen.

Foto (c) Thomas Scholz, pixelio

Text kommt demnächst…

DL





Interkulturelle Beziehungskiste (2) – Lost in translation?

5 03 2012

SENDUNG: Radiokolleg “Interkulturelle Beziehungskisten. Liebe in Zeiten der Globalisierung”  (Teil 2)
Dienstag, 6. März 2012, 9:30 Uhr, Ö1

Kommunikationsprobleme sind schon in monokulturellen Beziehung die häufigste Konfliktursache. Wie ist das erst, wenn zwei Partner unterschiedliche Muttersprachen haben? Und was, wenn da noch ein völlig anderes Zeitverständnis, unterschiedliche Familienkonzepte und unterschiedliche Geschlechterrollen dazukommen? Reibungspunkte gibt es zahlreiche in interkulturellen Beziehungen. Doch vermutlich macht sie gerade das so spannend.

Unmännliche Hausarbeit

Brütende Hitze. Eine Europäerin schleppt sich den Berg hinauf zum tunesischen Touristenort Sidi Bou Said. Endlich Schatten. Sie setzt sich vor einem Lokal hin, um zu verschnaufen und überlegt, wie sie es wohl anstellen sollte, im Lokal nicht wieder den dreifachen Preis zu bezahlen. Ein junger Mann bietet ihr Wasser an. „Kostet das etwas?“, fragt sie. Den Rest des Beitrags lesen »





Interkulturelle Beziehungskiste (1) – Flirten zwischen den Kulturen

4 03 2012

SENDUNG: Radiokolleg “Interkulturelle Beziehungskisten. Liebe in Zeiten der Globalisierung” (Teil 1),
Montag, 5. März 2012, 9:30 Uhr, Ö1

Die Sprache der Liebe soll ja angeblich international sein. Liebe brauche keine Worte, heißt es, und ein tiefer Blick sage sowieso mehr aus tausend Worte. Alles Unsinn, sagen Kulturwissenschafter. Denn wie man sich korrekt dem anderen Geschlecht nähert, das kann in verschiedenen Ländern vollkommen anders aussehen. Und den tiefen Blick in die Augen, den sollte man in manchen Kulturkreisen überhaupt lieber unterlassen.

Sich unauffällig anpirschen

Ein Abendessen bei Freunden und eine ausgedehnte Nacht in den Clubs von Shanghai haben die Chinesin Fei und den Österreicher Georg zusammen gebracht. Sie ist ihm sofort aufgefallen, erzählt er, weil sie so eine temperamentvolle Art hat. Was er getan hat, um sie zu erobern, will ich wissen. „Na ja, das ganz normale Programm halt”, sagt Georg, “ich hab mich unauffällig angepirscht und versucht, mit ihr ins Gespräch zu kommen.“ Fei erinnert sich daran, denn ihr fiel auf, egal wo sie an diesem Abend hingingen, der Typ war immer neben ihr. Er ging ganz zufällig neben ihr und saß in den Lokalen ganz zufällig neben ihr. Das war vor acht Jahren. Mittlerweile sind die beiden verheiratet, haben zwei Töchter und leben in Graz. Den Rest des Beitrags lesen »





Schuften für den Weltmarkt: Arbeiterbewegungen in Hongkong und China

24 01 2012

SENDUNG: Journal Panorama, Dienstag, 24. Jänner 2012,
18:25 Uhr, Ö1

Offiziell gehört Hongkong seit 1997 zur Volksrepublik China. Doch nach wie vor gibt es in der Sonderverwaltungszone Marktwirtschaft und Demokratie. Hongkong hat seine eigene Währung, eine eigene Regierung und freie Wahlen. Daher engagieren sich viele NGOs von Hongkong aus für die Rechte der Arbeiter und Arbeiterinnen in den chinesischen Industriezonen. Doch auch in der Sondervewaltungszone selbst wächst die Unzufriedenheit – speziell bei den Frauen, deren Arbeitsbedingungen besonders hart sind.

Made in China

Grell bunte Leuchtreklamen überall entlang der Nathan Road, einer der wichtigsten Einkaufsstraßen im Hongkonger Stadtzentrum Kowloon. Sie rufen: Kauf mich! Kauf mich! Vor den Kaufhaustempeln stehen meist ältere Menschen mit handgeklebten Werbetafeln aus Pappendeckel, angeheuert von den Kaufhäusern. Tag für Tag stehen sie hier, bis zu zehn Stunden. Sozialversichert sind sie nicht. Und auch der Mindestlohn von umgerechnet 2,80 Euro gilt für sie nicht. Während teure Luxusartikel in Hongkong Rekordumsätze machen, wächst der informelle Sektor ständig an, die prekär Beschäftigten, die irgendwie ums Überleben kämpfen. Den Rest des Beitrags lesen »





Ghana: Die Elektromülldeponie Europas

6 12 2011

SENDUNG: Digital.leben, Dienstag, 6. Dezember 2011,
16:55 Uhr, Ö1

Laut Vereinten Nationen fallen pro Jahr 50 Millionen Tonnen Elektromüll an. Knapp 9 Millionen Tonnen davon in der EU. Allerdings dürfte nur etwa Drittel davon ordnungsgemäß gesammelt und behandelt werden. Was mit dem Rest passiert, damit beschäftigt sich seit Jahren der Umweltjournalist Mike Anane aus Ghana, in Westafrika. Denn in seiner Heimat wachsen die Müllberge voller Bildschirme, Computergehäuse und alten Handys in den Himmel. Viele der Geräte kommen eindeutig aus Europa. Dabei ist es für EU-Staaten illegal, ihren Müll ganz einfach in Entwicklungsländern abzuladen. Und doch landet er dort.

Giftige Schwermetalle

Agbobloshie ist ein Armenviertel in Accra, der Hauptstadt von Ghana. Dort befindet sich die größte Mülldeponie des Landes. Die Menschen in den umliegenden Slums leben großteils davon, den Müll nach Kupfer und Eisen zu durchwühlen. Denn das lässt sich zu Geld machen. Um an die Metalle zu gelangen, verbrennen sie Plastikhüllen und Kabel. Tag und Nacht steigt dort Rauch mit giftigen Dämpfen in die Luft, erzählt der Umweltjournalist Mike Anane: „Es ist die Hölle – so kann man diese Mülldeponien beschreiben. 24 Stunden lang brennt es und die Menschen sind ständig giftigen Schwermetallen ausgesetzt.“ Mehr als 50 giftige Schwermetalle können in elektronischen Geräten enthalten sein, darunter Blei, Zink und Cadmium. Den Rest des Beitrags lesen »





No more iSlaves: Ausbeutung in der IT-Industrie

10 11 2011

SENDUNG: Matrix, 13. November 2011, 22:30 Uhr, Ö1
und Digital.leben, 10. November, 16:55 Uhr, Ö1

Seit Oktober ist das neue Apple iPhone 4S auf dem Markt. Von den 630 Euro, die das Smartphone kostet, entfallen etwa 8 Euro an Lohnkosten für die Arbeiter, die es zusammenbauen. Meist sind das chinesische Arbeiter und Arbeiterinnen. Denn wie viele Unternehmen, hat Apple einen Großteil seiner Produktion nach China ausgelagert. Doch spätestens seit einer Welle von Selbstmorden beim Apple-Zulieferbetrieb Foxconn vergangenes Jahr sind die Arbeitsbedingungen in der chinesischen IT-Industrie unter Kritik geraten. „No more iSlaves“ heißt etwa eine Kampagne der Hongkonger NGO Sacom, die Apple-KonsumentInnen sensibilisieren möchte. AktivistInnen von Sacom haben die Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferer-Betrieben in China untersucht.

„Schreib 100 mal, wie’s richtig geht!“

Schlechte Bezahlung, bis zu 80 Überstunden pro Woche, Sprechverbot während der Arbeit, den Supervisor um Erlaubnis bitten, um auf die Toilette gehen zu dürfen – so sieht der Alltag der etwa 1,3 Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen aus, die in China für den Apple-Zulieferbetrieb Foxconn tätig sind. Meist sind es Wanderarbeiter, die aus fernen Provinzen Chinas in die Sonderproduktionszonen entlang der Küste strömen, erzählt Debby Chan von der Hongkonger NGO Sacom: „Die Arbeiter müssen sich extrem konzentrieren. Sie machen denselben monotonen Handgriff tausendmal am Tag. Wenn sie dabei einen Fehler machen, dann werden sie von der Firmenleitung angeschrien.“ Den Rest des Beitrags lesen »








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