SENDUNGEN:
*) Digital.leben, Donnerstag, 16. Februar 2012,
16:55 Uhr, Ö1
*) Europa-Journal, Freitag, 17. Februar 2012,
18:20 Uhr, Ö1
*) Matrix, Sonntag, 19. Februar 2012, 22:30 Uhr, Ö1
Wenn wir einen großen Onlineshop besuchen, weiß das soziale Netzwerk Facebook sofort Bescheid und bombardiert uns gezielt mit Werbung von genau jenen Produkten, die wir uns erst kürzlich angeschaut haben. Die Suchmaschine Google wiederum überlegt, Kunden 20 Euro im Monat zu zahlen, um ihr gesamtes Surfverhalten aufzeichnen zu dürfen. Persönliche Daten sind Goldes wert, denn je mehr die Firmen über uns wissen, desto leichter können sie uns Dinge verkaufen. Doch EU-Justizkommissarin Viviane Reding will den Datenkraken Hindernisse in den Weg legen. Sie hat Ende Jänner ihren Entwurf zu einer neuen EU-Datenschutzverordnung vorgestellt. Künftig dürfen Firmen unsere Daten nur verwenden, wenn wir ausdrücklich zustimmen. Und sie müssen sie wieder löschen, wenn wir das verlangen. Werden Daten gestohlen, muss das Unternehmen binnen 24 Stunden sowohl Datenschutzbehörden, wie die betroffenen Kunden informieren. Für die europäischen Bürger und Bürgerinnen ist das zweifelsfrei ein Fortschritt. Ob ein strenger Datenschutz jedoch gut oder schlecht für die Wirtschaft ist, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen.

„The lobbying has been fierce!“
Offenbar ist Justizkommissarin Viviane Reding mit der neuen Datenschutzverordnung ein großer Wurf gelungen. Denn im Großen und Ganzen zeigen sich alle zufrieden: Datenschutzexperten, Konsumentenschützer, EU-Parlamentarier und sogar von den großen IT-Unternehmen kommt – zumindest nach außen hin – Lob. Zum Beispiel von Jean Gonie, Datenschutzbeauftragter von Microsoft: „Die Datenschutzrichtlinie ist sehr gut. Wir haben jahrelang eine Harmonisierung der europäischen Gesetze gewünscht. Für alle Unternehmen ist es wichtig, gut auf Daten aufzupassen und die Privatsphäre der Kunden zu respektieren.“ Den Rest des Beitrags lesen »