SENDUNG: Kontext – Sachbücher und Themen,
Mittwoch, 25. August 2010, 16:00 Uhr und
Freitag, 27. August 2010, 9:05 Uhr, Ö1
Sie ist eine der bekanntesten Islam-Kritikerinnen und gleichzeitig eine der umstittensten. Manche nennen sie „dogmatisch“ und „undifferenziert“, andere bezeichnen sie als „unerschrocken“ und als „engagierte Frauenrechtlerin“. Sie hat zahlreiche Morddrohungen von radikalen Islamisten erhalten und kann seit Jahren nur in Begleitung von Bodyguards in die Öffentlichkeit gehen. Die Rede ist von Ayaan Hirsi Ali. Geboren in Somalia als Tochter eines politischen Aktivisten musste sie mit ihrer Familie schon in ihrer Jugend nach Kenia, Äthiopien und Saudi Arabien ins Exil und erlebte dort eine streng islamische Erziehung. Mit 22 floh sie schließlich vor einer Zwangsehe in die Niederlande, wo sie politisches Asyl bekam. 2003 wurde sie Abgeordnete der liberalen Partei und sorgte immer wieder für Aufsehen: z.b. als die Einwanderungsministerin Rita Verdonk versuchte, ihr die niederländische Staatsbürgerschaft wieder abzuerkennen, weil Hirsi Ali beim Asylantrag gelogen hatte. Oder durch die Mitarbeit beim Film „Submission“, der die Gewalt gegen Frauen im Islam kritisiert. Der Regisseur des Films, Theo van Gogh, wurde von einem fanatischen Moslem ermordet. An der Leiche war eine Warnung an Ayaan Hirsi Ali befestigt: Sie werde die nächste sein. Schließlich musste sie die Niederlande verlassen und ging in die USA. All diese Stationen, sowie ihre schmerzvolle Loslösung vom Islam beschreibt Ayaan Hirsi in ihrem aktuellen Buch: „Ich bin eine Nomadin. Mein Leben für die Freiheit der Frauen“.

Kulturelle Rechte versus Menschenrechte
Es ist ein persönliches Buch. Ayaan Hirsi Ali beschreibt ihre triste Kindheit und ihr schwieriges Verhältnis zur Familie: quälende Telefonate mit der Mutter, die nicht akzeptieren kann, dass die Tochter eine Ungläubige geworden ist. Heimliche Besuche am Sterbebett des Vaters, die Angst, dabei ermordet zu werden. Ein Brief an ihre tote Großmutter: Den Rest des Beitrags lesen »
